Welttag des Hörens 2021

Welttag des Hörens: Hörstörungen nicht ignorieren

Welttag des Hörens 2021

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04.03.2021 – In Deutschland leben rd. 10 Mio. Menschen mit einer Schwerhörigkeit. Fast 6 Mio. davon sind deutlich beeinträchtigt. Doch nur ein Drittel der Betroffenen unternimmt etwas dagegen. Darauf hat der Bundesverband der Hörsysteme-Industrie (BVHI) anlässlich des Welttags des Hörens in dieser Woche aufmerksam gemacht.

Hörstörungen sind Risikofaktor für eine Demenzerkrankung

Dabei könne Schwerhörigkeit im mittleren Lebensalter ein Risikofaktor für eine spätere Demenzerkrankung sei. Auch soziale Isolation und Depressionen könnten Folgen von Schwerhörigkeit sein.

Um mit dem Hören nicht auch Lebensqualität einzubüßen, sollte jeder daran denken, regelmäßig sein Gehör testen zu lassen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil eine Schwerhörigkeit oft schleichend und lange unbemerkt einsetze, so der BVHI. Er empfiehlt Hörscreenings ab Geburt und im Kleinkindalter, spätestens jedoch ab dem 50. Lebensjahr.

Gehör regelmäßig testen lassen

Wer Hörprobleme ignoriert, riskiert Folgeschäden nicht nur am Ohr, sondern auch im Kommunikationsverhalten, betonte ebenso das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden.

Patientinnen und Patienten mit der Vermutung eines Hörschadens sollten deshalb rechtzeitig eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.

 

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Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von „Angehörige pflegen“ werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Erste Anzeichen von Hörverlust werden oft ignoriert

Ab dem 35. Lebensjahr verschlechtere sich das Hören bei Frauen und Männern. Ab dem 60. Lebensjahr könne es zur Altersschwerhörigkeit kommen. Oftmals würden erste Anzeichen dafür ignoriert.

Das Uniklinikum rät deshalb, Erfahrungen eines verschlechterten Hörens nicht zu vernachlässigen und genau zu beobachten. Mit zunehmendem Alter verliere das Gehör sein Dynamikvermögen: Werden zunächst nur besonders leise Geräusche nicht mehr gehört, kann es später dazu kommen, dass Betroffene zwar hören, dass etwas gesprochen wird, dies aber nicht mehr verstehen. Der Informationsgehalt der Geräusche geht verloren.

Mittlerweile kann die Medizin sogar Betroffenen helfen, die trotz Hörgerät keine ausreichende Verständigung mehr erzielen können.

Implantate helfen manchmal besser als Hörgeräte

Dank des technischen Fortschritts kämen Patientinnen und Patienten mit einer hochgradigen Schwerhörigkeit heute besser mit einem sog. Cochlea-Implantat zurecht als mit einem an der Verstärkungsgrenze arbeitenden Hörgerät. Das Cochlear Implantat ermögliche, das Hören wieder neu zu erlernen und damit den Alltag besser zu bewältigen. Betroffene könnten teilweise ihre gewohnten Höreindrücke zurückerlangen.

WHO: Wichtig, frühzeitig professionelle Hilfe zu holen 

Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verweist darauf, dass es oft mangelnde Informationen und voreingenommene Einstellungen zu Ohrenerkrankungen und Hörverlust sind, die Menschen davon abhalten, die Initiative zu ergreifen. Schließlich sei gerade die Identifizierung eines Ohrproblems der erste Schritt, um etwas gegen Ohrenerkrankungen und Hörverlust zu unternehmen. Bei Schwerhörigkeit sei es ausschlaggebend, sie frühzeitig und professionell zu behandeln.

WHO-Generaldirektor, Tedros Adhanom Ghebreyesus, sagte:

„Unsere Fähigkeit zu hören ist wertvoll. Unbehandelter Hörverlust kann verheerende Auswirkungen auf die Fähigkeit der Menschen haben, zu kommunizieren, zu lernen und den Lebensunterhalt zu verdienen. Er kann sich auch auf die geistige Gesundheit der Menschen und ihre Fähigkeit, Beziehungen aufrechtzuerhalten, auswirken.“

 

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Impfung

Corona-Impfung auch bei immungeschwächten Personen sinnvoll

Impfung

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23.02.2021 – Für chronisch kranke Menschen mit einer Therapie, die das Immunsystem unterdrückt, kann dennoch eine Corona-Impfung sinnvoll sein. Wichtig sei dabei, dass behandelnde Ärztinnen und Ärzte eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung vornähmen, die alle Befunde und die erkrankte Person genau kennen. Darauf weist die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) hin.

Wichtig: individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung

Personen, deren Immunsystem mittels bestimmter Medikamente – sog. Immunsuppressiva – unterdrückt wird, hätten häufig Ängste, bei einer Infektion einen schweren Verlauf der COVID-19-Erkrankung zu erleiden. Mit einer Impfung verbänden sie einerseits die erhoffte Schutzwirkung, seien andererseits jedoch oft verunsichert, ob die Impfung ein besonderes Risiko für sie darstelle.

Die aktuell zugelassenen Impfstoffe Comirnaty, COVID-19 Vaccine Moderna und COVID-19 Vaccine AstraZeneca seien hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Sicherheit bislang zwar nicht an Patientinnen und Patienten untersucht worden, die Immunsuppressiva einnehmen müssen.

Die über viele Jahrzehnte gesammelten wissenschaftlichen Erfahrungen mit verschiedenen Impfstoffen ließen jedoch Annahmen zu.

 

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Wirksamkeit der Impfstoffe kann geringer ausfallen, aber keine höheren Risiken

So verweist die UPD etwa auf die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut – eine aus der Wissenschaft hochkarätig besetzte Expertenkommission. Diese nimmt an, dass die Wirksamkeit der Impfstoffe bei Betroffenen geringer ausfallen kann. Dies ist abhängig von Art und Ausmaß der Einschränkung des Immunsystems. Gleichzeitig geht die STIKO aber nicht davon aus, dass die Impfstoffe für immunsupprimierte Menschen mit höheren Risiken oder Nebenwirkungen verbunden sind.

Autoimmunerkrankungen keine grundsätzliche Kontraindikation für Schutzimpfungen

Die Fragen zu Wirksamkeit und Sicherheit stellen sich für immunsupprimierte Menschen auch bei anderen Impfungen. Autoimmunerkrankungen wie die Multiple Sklerose stellten keine grundsätzliche Kontraindikation für Schutzimpfungen dar, so die UPD.

Für viele Erkrankungen oder Therapien, die mit einer Beeinflussung des Immunsystems einhergehen, lägen detaillierte Empfehlungen vor, welche Impfung in welcher Form vorgenommen werden könnten. Wichtig sei dabei immer die individuelle ärztliche Einschätzung.

Dabei seien

  • der Allgemeinzustand der Person,
  • die Art der Therapie und die Dosis,
  • die Therapiedauer sowie
  • weitere Grunderkrankungen

zu berücksichtigen.

Art des Impfstoffs entscheidend 

Besonders relevant für die Entscheidung sei die Art des Impfstoffs – ob also ein Tot- oder ein Lebendimpfstoff in Betracht kommt. Totimpfstoffe enthalten keine vermehrungsfähigen Viren und sind in der Regel gut verträglich für Patientinnen und Patienten mit immunologischen Störungen.

Lebendimpfstoffe dagegen enthalten abgeschwächte vermehrungsfähige Viren und sind bei immungeschwächten Menschen häufig nicht einsetzbar.

Alle aktuell zugelassenen Corona-Impfstoffe gehören nicht zu den Lebendimpfstoffen.

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

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Gemeinsam kochen: Aufgaben teilen, andere Vorgehensweisen akzeptieren

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Das freie Gehen zählt zu den wichtigsten Körperfunktionen. Hilfsmittel wie der Gehstock sind daher im Alltag vieler Menschen unerlässlich – auch um gefährliche Stürze zu vermeiden. Für wen
sich die Gehhilfe eignet und auf was Sie bei der Auswahl achten sollten, haben wir für Sie zusammengefasst.
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Hausapotheke

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Frage an Ihren Apotheker: Bei Erkrankungen wie z. B. einer leichten Erkältung greife ich meistens auf Medikamente zurück, die ich noch zu Hause vorrätig habe. Doch welche Medikamente eigentlich in eine gut bestückte Hausapotheke hineingehören und warum, wo diese platziert und wie oft sie kontrolliert werden sollte, weiß ich nicht so recht. Worauf muss ich hierbei achten? Weiterlesen

Rollator im Schnee

3 Tipps, wie Sie mit Rollator sicher durch den Schnee kommen

Rollator im Schnee

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11.02.2021 – Um bei Schnee und Eis mit dem Rollator sicher vorwärts zu kommen, gibt die Deutsche Verkehrswacht 3 einfache Tipps:

Bodenhaftung

Zunächst sollten Personen, die einen Rollator nutzen, warten, bis der Winterdienst die Wege geräumt hat.

Für nasse oder schneebedeckte Untergründe gibt es zudem z. B. Räder mit größerem Durchmesser und Luftbereifung mit Profil. Das sorgt für bessere Bodenhaftung und leichteres Vorankommen.

Rollatornutzerinnen und -nutzer sollten zudem festes Schuhwerk mit Profilsohle tragen, um einen sicheren Stand zu haben. Bei Glatteis sind Spikes empfohlen, die über die normalen Schuhe gezogen werden können.

 

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Sichtbarkeit

Helle Kleidung oder Kleidung mit retroreflektierenden Elementen erhöhen die Sicherheit.

Auch der Rollator selbst kann mit Reflektoren bestückt werden, damit er von allen Seiten gut zu sehen ist.

Mit einem zusätzlichen Licht am Gestell werden Hindernisse oder ein schlechter Untergrund schneller erkannt.

Pflege und Handhabung

Besonders in den Wintermonaten sammelt sich durch Schnee und Feuchtigkeit viel Schmutz am Rollator. Er muss daher regelmäßig gereinigt werden, um z. B. die Bremsfunktion zu erhalten.

Bei Luftreifen sollte der Reifendruck öfter kontrolliert werden.

Ein Rollator kann helfen, mobil zu bleiben. Er unterstützt Menschen, die unsicher beim Gehen sind oder Probleme mit dem Gleichgewicht haben. Für den sicheren Umgang mit dem Rollator haben wir hier weitere Tipps für Sie zusammengestellt.

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

24-Stunden-Pflege

Erster DIN-Standard für „24-Stunden-Betreuung“

24-Stunden-Pflege

Getty Images/Morsa Images

28.01.2021 – Ein neuer Standard soll die Qualität der Betreuung im häuslichen Umfeld erhöhen sowie mehr Transparenz für betreuungsbedürftige Menschen und ihre Angehörigen schaffen. Denn der Markt für diese Dienstleistung sei oftmals durch eine teils nicht ausreichende Versorgungsqualität, schwierige Arbeitsverhältnisse der Betreuungskräfte und Intransparenz für Verbraucherinnen und Verbraucher gekennzeichnet, teilte der DIN-Verbraucherrat in der Vorwoche mit. Erstmals hat der Rat deshalb einen DIN-Standard zur Vermittlung von Betreuungskräften aus dem Ausland veröffentlicht.

Orientierungshilfe für Angebote der 24-Stunden-Betreuung

„Aus Verbrauchersicht legt die DIN SPEC 33454 zum ersten Mal Rahmenbedingungen fest, die betreuungsbedürftigen Menschen, ihren Angehörigen und den Betreuungskräften Orientierung bieten. Der Standard setzt einen wichtigen Impuls für rechtliche und soziale Ausgewogenheit in der häuslichen Betreuung“, heißt es in einer Mitteilung des DIN-Verbraucherrats.

 

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Rd. 600.000 Pflegende aus dem Ausland im Einsatz

Der Standard wurde über einen Zeitraum von 1,5 Jahren hinweg entwickelt. Das interdisziplinäre Expertengremium setzte sich u. a. zusammen aus Verbraucherschützerinnen und -schützern, Angehörigen- und Betroffenenvertretungen, Pflegewissenschaft sowie Juristinnen und Juristen.

Ca. 4,1 Mio. Menschen in Deutschland sind laut DIN-Verbraucherrat pflegebedürftig und die meisten Hilfebedürftigen möchten solange wie möglich ein selbstbestimmtes Leben im eigenen Zuhause verbringen. Da sich viele Angehörige die dafür notwendige Betreuung nicht leisten können, ermöglichen derzeit rd. 600.000 Kräfte aus dem Ausland, insbesondere aus Osteuropa, die Betreuung der Angehörigen.

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.