Palliativpflege und Palliativversorgung ist im Hospiz und zu Hause möglich.

Palliativpflege: Bis zum Schluss zu Hause


Palliativpflege und Palliativversorgung ist im Hospiz und zu Hause möglich.

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In Deutschland sterben jährlich mehr als 900.000 Menschen. Wie Befragungen ergeben haben, wünschen sich die meisten von ihnen, zu Hause sterben zu können. Dies trifft jedoch nur für 25 Prozent der Sterbenden zu. Woran das liegt, welche Versorgungsmöglichkeiten es am Lebensende in der Palliativpflege gibt und wie man eine sinnvolle Vorsorge trifft, darüber sprachen wir mit Dr. Anja Schneider vom Deutschen Hospiz und PalliativVerband e.V. Weiterlesen

Palliativversorgung: Unterstützung am Lebensende


Hospiz- und Palliativversorgung können ermöglichen, zu Hause zu sterben.

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Viele Menschen hegen den Wunsch, zu Hause zu sterben. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus: Die meisten Menschen sterben in einem Krankenhaus oder Pflegeheim. Dabei sind die Möglichkeiten, am Ende des Lebens angemessen betreut zu sein, wirklich gut. Weiterlesen

Medikationsplan: Alle Medikamente sicher im Blick


Medikationsplan: Alle Medikamente sicher im Blick

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Je mehr Arzneimittel man nimmt, desto leichter ist es, den Überblick zu verlieren. Das kann gefährlich werden, besonders wenn man bestimmte Medikamente vergisst. Hilfreich ist hier ein Medikationsplan. Viele Patienten haben darauf einen gesetzlichen Anspruch. Weiterlesen

Klinik-Entlassung: Wie geht es weiter?

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Wenn die Klinik-Entlassung näher rückt, stellt sich oft die Frage: Wie geht es danach weiter? Seit 1. Oktober 2017 gibt es neue gesetzliche Regeln zum Entlassmanagement. Patienten profitieren von diesem Vertrag: Sie werden bei der Anschlussversorgung besser unterstützt.

Anschlussversorgung nach dem Klinikaufenthalt

Wenn die Entlassung aus dem Krankenhaus ansteht, bedeutet dies häufig nicht, dass der Patient danach keine weitere Versorgung braucht. Im Gegenteil: Medikamente, Physiotherapie, Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, medizinische oder pflegerische Versorgung können unmittelbar anstehen. Der Gesetzgeber hat deshalb im Versorgungsstärkungsgesetz geregelt, dass das Entlassmanagement verbessert werden muss, damit Patienten auch nach einem Klinikaufenthalt bestmöglich versorgt sind. Dafür wurden die Möglichkeiten der Krankenhäuser erweitert: Klinikärzte können nun zum Beispiel häusliche Krankenpflege sowie Arznei- oder Hilfsmittel für bis zu sieben Tage nach der Entlassung verordnen, wenn dies für die weitere Versorgung unmittelbar notwendig ist.

Wie geht es nach der Entlassung weiter?

Grundsätzlich haben Patienten künftig einen Anspruch darauf, dass ihre Versorgung im Anschluss an einen Klinikaufenthalt organisiert wird: die Anschlussversorgung. Jedes Krankenhaus ist verpflichtet, über dieses Entlassmanagement im Rahmen der Klinik-Entlassung auf seiner Webseite aufzuklären. Darüber hinaus muss jeder Patient schriftlich informiert werden und den Maßnahmen schriftlich zustimmen. Gleichwohl können Patienten das Entlassmanagement auch ablehnen oder ihre Zustimmung widerrufen und sich selbst um ihre Anschlussversorgung kümmern. Krankenhäuser müssen nun frühzeitig bei jedem Patienten individuell erfassen, ob dieser im Anschluss an den Aufenthalt eine Versorgung braucht. Das geschieht in einem multiprofessionellen Team und über schriftlich festgelegte Standards. Es wird ein Plan erstellt und geprüft, welche Betreuung der Patient konkret benötigt, wenn er entlassen wird. Wird hier ermittelt, dass dieser auch nach der Entlassung Unterstützung braucht, werden zügig entsprechende Maßnahmen eingeleitet, noch während die Person stationär behandelt wird.

Tipp

In unserem  Online-Pflegekurs erfahren Sie mehr über die Grundlagen der häuslichen Pflege und erhalten Tipps, wenn nach einem Krankenhausaufenthalt eine Pflegesituation eintritt.

Vor allem wenn es um pflegerische oder hauswirtschaftliche Leistungen geht, müssen die Krankenhäuser den Kontakt zur Kranken- oder Pflegekasse zeitig herstellen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn eine Pflegebedürftigkeit festgestellt werden soll, eine häusliche Krankenpflege notwendig ist oder eine Haushaltshilfe gebraucht wird. Krankenhaus sowie Kranken- und Pflegekasse organisieren gemeinsam, dass der Kontakt zu den Leistungserbringern rechtzeitig erfolgt und diese einsatzbereit sind, wenn der Patient entlassen wird. Ein Platz in einem Pflegeheim beispielsweise muss zum Entlasszeitpunkt frei sein, damit der Patient nahtlos dort einziehen kann. Die Klinik muss also managen, dass der Patient fließend in die weitere Versorgung übergeleitet wird. Müssen nach der Klinik-Entlassung Leistungen beantragt werden, für die eine Genehmigung erforderlich ist, hilft das Krankenhaus dem Patienten dabei, die Anträge zu stellen und diese an Pflege- oder Krankenkasse weiterzuleiten und stellt die notwendigen Unterlagen bereit.

Was wird nicht durch den Krankenhausarzt verordnet?

Hilfsmittel, die individuell angepasst werden, verordnet normalerweise nicht der Krankenhausarzt, sondern der Haus- oder Facharzt. Dazu gehören zum Beispiel Hörhilfen, Sehhilfen oder Prothesen. Eine Besonderheit der Anschlussversorgung ist die Physiotherapie: Der Klinikarzt kann eine solche Heilbehandlung zwar verordnen. Der Patient muss die Therapie aber innerhalb der 7-Tage-
Frist nach Entlassung aufnehmen, ansonsten ist die Verordnung nicht mehr gültig.

Keine Entlassung ohne Entlassbrief

Wird der Patient aus dem Krankenhaus entlassen, steht ihm ein vorläufiger oder endgültiger Entlassbrief zu. Wenn der Patient zustimmt, erhält auch der anschlussbehandelnde Arzt diesen Entlassbrief. Pflegerische Leistungserbringer bekommen nur die Informationen, die für die Pflege notwendig sind. Beide Briefe können elektronisch oder in Papierform sein. Benötigt der Patient zu Hause weiterhin Medikamente, muss auch ein Medikationsplan mitgegeben werden. Darüber hinaus obliegt es dem Krankenhaus, eine Telefonnummer mitzugeben, unter der ein Ansprechpartner zum Entlassmanagement erreicht werden kann. Dieser muss von Montag bis Freitag von 9 bis 19 Uhr und am Wochenende von 10 bis 14 Uhr erreichbar sein.

Datenweitergabe nach Klinik-Entlassung im Rahmen des Entlassmanagement

Um das Entlassmanagement durchführen zu können, kann es bei der Klinik-Entlassung notwendig sein, die Daten der Patienten an Dritte weiterzugeben, zum Beispiel an die Krankenkasse oder den ambulanten Pflegedienst. Dies darf aber nur geschehen, wenn der Patient in die Datenweitergabe schriftlich einwilligt. Darüber hinaus müssen die freien Wahlrechte gewährleistet sein. Patienten dürfen ihre Apotheke, den Arzt und sämtliche andere Leistungserbringer frei wählen und müssen darauf aufmerksam gemacht sowie beraten werden.

Über die Autorin

Magdalena Jung ist Fachautorin für Themen rund um die Pflege.

Hausnotrufsysteme

Hausnotrufsysteme: Das müssen Sie wissen

Hausnotrufsysteme

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Manche Menschen, die pflegebedürftig sind, müssten rund um die Uhr beaufsichtigt werden. Doch wie können Angehörige in der häuslichen Pflege das leisten? Andere Menschen brauchen zwar keine Rund-um-die-Uhr-Betreuung, sind jedoch anfällig für Verletzungen, zum Beispiel, weil sie unter Schwindelanfällen leiden und sturzgefährdet sind. Es gibt viele Situationen, in denen ältere und pflegebedürftige Menschen plötzlich medizinische Hilfe benötigen. Hausnotrufsysteme können hier für mehr Sicherheit sorgen. Wie sie funktionieren und was Sie bei der Auswahl beachten sollten, lesen Sie in diesem Beitrag. 

Was sind Hausnotrufsysteme?

Ein Hausnotrufsystem ist ein elektronisches Meldesystem, mit dem Sie per Knopfdruck medizinische Hilfe holen können. Der Notruf wird über einen Funksender ausgelöst, den Sie um den Hals tragen können, als Clip am Hosenbund oder als Armband. Die Verbindung zur Notrufzentrale wird durch ein Notrufgerät mit Freisprecheinrichtung sichergestellt. Die Reichweite für das Funksignal beträgt circa 50 Meter.

Für wen sind Hausnotrufsysteme sinnvoll?

Ältere Menschen oder Menschen mit gesundheitlichen Problemen haben oft Sorge, dass sie sich im Notfall nicht bemerkbar machen können. Vor allem dann, wenn sie unter einer chronischen Krankheit leiden oder sturzgefährdet sind, kann ein Hausnotrufsystem für mehr Sicherheit sorgen.

Andererseits können Hausnotrufsysteme auch Belastungen der häuslichen Pflegesituation reduzieren. Sie können einen pflegebedürftigen Angehörigen dann auch einmal beruhigt aus den Augen lassen, um Einkäufe zu erledigen oder Besorgungen zu machen. Außerdem können Hausnotrufsysteme dazu beitragen, dass ältere und pflegebedürftige Menschen länger zu Hause wohnen bleiben können.

In diesen Situationen kann ein Hausnotrufsystem sinnvoll sein:

  • Wenn eine pflegebedürftige oder ältere Person allein lebt
  • Nach Operationen
  • Wenn sie Angst vor Stürzen hat
  • Nach einem Herzinfarkt
  • Bei Gehbehinderungen, Sehbehinderungen oder Hörbehinderungen
  • Wenn wiederkehrende Schwächeanfälle ein Problem sind
  • Nach einem Schlaganfall
  • Bei chronischen Erkrankungen, wie zum Beispiel Diabetes oder Asthma

Wie funktionieren Hausnotrufsysteme?

Es gibt analoge und digitale Geräte. Zurzeit ist die analoge Technologie weiter verbreitet. Die digitale Technologie wird sich jedoch langfristig etablieren, weil sie mit der Digitalisierung der Telefonnetze Schritt halten kann. Digitale Notrufgeräte funktionieren mit jedem Internetanschluss oder IP-basierten Telefonanschluss. Ihre Leistungsfähigkeit hängt aber nicht von der Datenübertragungsgeschwindigkeit ab.

Praxistipp

Lassen Sie sich bei der Installation des Notrufsystems von einer Fachkraft beraten. Testen Sie bei Inbetriebnahme, ob der Notruf aus allen Räumen Ihrer Wohnung, aus dem Garten, vom Dachboden und aus dem Keller funktioniert.

Klären Sie bei älteren Telefonanschlüssen (DSL- oder ISDN-Anschlüsse), was passiert, wenn die Leitungen nicht funktionieren, zum Beispiel bei einem Stromausfall. Überlegen Sie, ob Sie besser ein Gerät anschaffen, das mit einer SIM-Karte ausgestattet werden kann. So funktioniert es über die Mobilfunknetze.

Mobile Hausnotrufsysteme

Mobile Hausnotrufsysteme sind vor allem dann praktisch, wenn man viel allein unterwegs ist. Sie können also für pflegebedürftige Personen mit gut erhaltener Selbstständigkeit interessant sein,  zum Beispiel für Rollstuhlfahrer. Diese Hausnotrufgeräte lassen sich per GPS-Technologie orten. Dank einer SIM-Karte bieten sie so die Möglichkeit, sich über das Mobilfunknetz mit der Notrufzentrale zu verbinden.

Vorteile und Nachteile von mobilen Hausnotrufsystemen

Vorteile von mobilen HausnotrufsystemenNachteile von digitalen Hausnotrufsystemen
Ortung der hilfsbedürftigen Person möglichBei Nutzung des eigenen Handys für den Notrufdienst können Kompatibilitätsprobleme auftreten: Nicht alle Gerät und Mobilfunkanbieter unterstützen die Technologie
Personen mit eingeschränkten Kommunikationsfähigkeiten können Hilfe anfordernZuverlässigkeit kann bei nicht fachgerechten Einstellungen eingeschränkt sein
Für Menschen, die viel unterwegs sind geeignetEin spezielles Handy wird empfohlen (Zusatzkosten)

So läuft die Notrufkette ab

  1. Die hilfsbedürftige Person fühlt sich unwohl oder stürzt.
  2. Sie drückt den Knopf des Funksenders, der um ihren Hals hängt, als Clip am Hosenbund befestigt ist oder am Armband.
  3. Durch den Knopfdruck wird ein Funksignal an die Basisstation übertragen.
  4. Die Basisstation verbindet sich mit der Notrufzentrale.
  5. Der Notruf geht bei der Notrufzentrale ein und über die Freisprecheinrichtung der Basisstation wird ein Sprechkontakt mit der Notrufzentrale hergestellt.
  6. Der Mitarbeiter in der Notrufzentrale sieht auf dem Bildschirm die hinterlegten Daten zur hilfesuchenden Person, wie zum Beispiel Adresse, Kontaktmöglichkeiten der Angehörigen, Vorerkrankungen, Medikation und Zugang zur Wohnung.
  7. Hat die Notrufzentrale den Eindruck, die hilfsbedürftige Person benötigt keine medizinische Hilfe, sondern lediglich Unterstützung, verständigt sie die hinterlegte Kontaktperson. Das kann ein Angehöriger sein oder ein Nachbar.
  8. Hat die Notrufzentrale den Eindruck, die hilfsbedürftige Person benötigt medizinische Versorgung, verständigt sie den Notarzt.
  9. Der eintreffende Rettungsdienst ist bereits mit wichtigen Informationen ausgestattet und kann schnell erste Hilfe leisten.

Worauf Sie bei Verträgen für ein Hausnotrufsystem achten sollten

Es gibt unterschiedliche Anbieter von Notrufsystemen. Sie bieten verschiedene Vertragspakete an. In der Regel können Sie zwischen einem Basis-, einem Komfort und einem Premium-Paket wählen, die sich im Leistungsumfang und Preis unterscheiden.

Praxistipp

Lassen Sie sich von mehreren Anbietern über die unterschiedlichen Pakete und technischen Lösungen beraten.

Im Basispaket sind in der Regel Beratung vor Ort, die Installation der Geräte und die Vermittlung der Hilfedienstleistung enthalten. Manche Dienstleister melden sich regelmäßig bei der Person, um sicherzustellen, dass es ihr gutgeht. Eine solche Abfrage kann im Abstand von 12 oder 24 Stunden erfolgen.

Praxistipp

Achten Sie darauf, dass regelmäßige Wartung der Geräte und der Basisstation im Vertrag festgeschrieben sind. Wenn das Gerät defekt ist, sollten Sie die Möglichkeit haben, es umgehend auszutauschen bzw. reparieren zu lassen.

Für den Fall, dass ein plötzlicher Umzug in Pflegeheim nötig wird oder ein längerer Klinikaufenthalt nötig ist, sollte der Vertrag innerhalb von zwei Wochen zum Monatsende kündbar sein.

Über den Autor

Silke Jäger ist freie Journalistin und Texterin für Gesundheitsinformationen.

Sturzgefahr im Bad

Sturzgefahr: So vermeiden Sie Stürze im Bad

Sturzgefahr vermeiden

© GettyImages | Onzeg

Im Badezimmer passieren viele Stürze, teilweise mit schweren Verletzungen. Deshalb sollte dieser Bereich schon früh an das Leben im Alter oder bei Pflegebedürftigkeit angepasst werden. Wie verringert man die Sturzgefahr und vermeidet Stürze im Bad?

Bad und Toilette spielen bei der Wohnraumanpassung eine besondere Rolle. Welche Änderungen im Badezimmer vorgenommen werden, um eine Sturzgefahr zu vermeiden, hängt sehr vom individuellen Bedarf ab. Die meisten Bäder sind zweckmäßig gestaltet und in der Regel viel zu eng. Eine Nutzung zu zweit ist selten vorgesehen – speziell wenn eine davon bewegungseingeschränkt ist oder Unterstützung braucht. Rollatoren oder Rollstühle sind im Bad oft nicht einsetzbar. Um mehr Platz zu bekommen, muss deswegen häufig umgebaut werden. Was ist dabei generell zu beachten?

Stürze verhindern durch mehr Platz im Bad

  • Badewanne durch eine Dusche ersetzen: Das spart einerseits Platz, andererseits ist eine Dusche viel leichter zu benutzen und Stürze können vermieden werden. Ist die Duschwanne jedoch zu hoch und der Einstiegsbereich zu schmal, bietet sie keine Vorteile. Dann kann es sogar besser sein, mit einfachen Hilfsmitteln die Badewanne weiter zu nutzen.
  • Für diejenigen, die eine Wanne bevorzugen: Im Fachhandel werden spezielle Badewannen vorgehalten, zum Beispiel Sitzwannen oder Wannen mit Eingangstür.
  • Hilfreich können bewegliche Waschtische sein. Diese sind den Haarwaschbecken beim Friseur ähnlich und höhenverstellbar. So können sie mit einem Rollstuhl unterfahren oder auf die passende Körpergröße und Körperhaltung eingestellt werden.
  • Auch für die Toilettennutzung gibt es zahlreiche Um- und Anbauten. Höhenverstellbare Toiletten können zum Beispiel dann sinnvoll sein, wenn die Toilette von unterschiedlichen Personen benutzt wird.

Vorsicht bei Mietwohnungen: Hier muss vor jeder Umbaumaßnahme die Erlaubnis des Vermieters eingeholt werden. Vertraglich geregelt werden sollte auch, ob die Veränderung beim Umzug bleiben kann oder der Originalzustand wiederhergestellt werden muss.

Praxistipp

Ein großes Problem sind Türen, weil sie meistens in das Bad hinein geöffnet werden. Dadurch entstehen zusätzliche Engpässe, und die Sturzgefahr steigt. Um die Tür nach außen öffnen zu können, sind in der Regel ein neuer Rahmen mit Halterungen sowie eine neue Tür erforderlich. Bei älteren Gebäuden können zusätzlich Maurerarbeiten nötig sein. Einfacher ist es, die Tür auszuhängen und außen eine Schiebetür anzubringen. In der Regel braucht es lediglich Führungsschienen, die mit wenigen Bohrlöchern anzubringen sind und sehr leicht rückgebaut werden können.

Sturzgefahr verringern: Hilfsmittel für das Badezimmer

Einfacher gestaltet sich der Einsatz von Hilfsmitteln. Diese können in der Regel ohne großen technischen Aufwand eingesetzt werden und die Sturzgefahr in der häuslichen Pflege verringern. Dennoch wird auch hier die Beratung durch das Sanitätshaus oder den Reha-Fachhandel empfohlen. Der Markt für Hilfsmittel ist kaum noch überschaubar. Um den individuellen Bedarf zu ermitteln, sind meistens Spezialkenntnisse erforderlich.

Sitz- und Duschhocker:

Längeres Stehen ist für viele ältere Menschen nur mit gleichzeitigem Festhalten möglich. Wäscht oder duscht sich eine Person dann nur mit einer Hand, droht schnell ein Sturz. Deshalb sind Sitz- und Duschhocker die erste Anschaffung für das Badezimmer, um Stürze zu vermeiden.

  • Hocker müssen stand- und kippsicher sein.
  • Hocker müssen rutschhemmende Beschichtungen an den Beinen haben, sich aber gleichzeitig leicht verschieben lassen und dürfen dabei nicht umfallen.
  • Extra Gummipuffer können helfen, dass der Hocker weniger rutscht.
  • Sinnvoll sind mitunter Sitzflächen mit Drehscheibe. Diese erleichtern nötige Drehbewegungen am Waschtisch und in der Dusche.
  • Stühle mit Armlehne bieten mehr Sicherheit und verhindern, dass die Person zur Seite wegfällt. Das ist vor allem dann wichtig, wenn eine Instabilität im Rumpf vorliegt oder die betroffene Person Schwierigkeiten mit der Sitzbalance hat.
  • Spezialstühle haben meist vorne eine Aussparung in der Sitzfläche, um die Intimhygiene problemlos durchführen zu können.
  • In der Dusche werden vielfach Sitzmöglichkeiten an der Wand befestigt. Damit hier ein sicheres und aufrechtes Sitzen möglich ist, sollte auf die Größe der Sitzfläche geachtet werden. In den Reha-Abteilungen des Sanitätshandels besteht fast immer die Möglichkeit, diese auszuprobieren.

Haltegriffe:

Haltegriffe an der Toilette erleichtern das Hinsetzen und Aufstehen und dienen dem Festhalten beim Stehen und Gehen. Bevor man diese anbringt ist es sinnvoll, dass sich die betroffene Person probeweise auf die Toilette setzt und wieder aufsteht. So kann die individuell richtige Positionierung der Haltegriffe bestimmt und Stürze können vermieden werden. Seit einigen Jahren kommen auch „mobile Haltegriffe“ zum Einsatz. Diese sind mit Saugnäpfchen ausgestattet und können sekundenschnell umplatziert werden. Die Haltegriffe können auch auf Reisen mitgenommen und unterwegs eingesetzt werden und so die Sturzgefahr verringern und Stürze verhindern.

Toilettensitz:

Für Personen mit geringer Sitz- und Rumpfstabilität, etwa nach einem Schlaganfall, gibt es Toilettensitze mit Armlehnen. Die Armlehnen unterstützen beim Hinsetzen und Aufstehen und verhindern, dass die betroffene Person zur Seite wegfällt und damit im Bad stürzt.  Toilettensitzerhöhungen können das Hinsetzen und Aufstehen erleichtern. Besonders Menschen mit Hüftproblemen profitieren hiervon. Die Toilettensitzerhöhung ist mit einem Stecksystem oder einer Saugvorrichtung ausgestattet und wird auf die Toilettenschüssel aufgebracht. Achten Sie auch darauf, wo das Toilettenpapier angebracht ist. Wenn die Beweglichkeit im Rumpf nachlässt, wird es schwierig, nach hinten zu greifen und das Papier abzuziehen. Häufig lockert sich dann mit der Zeit die Toilettenbrille und es droht ein Sturz von der Toilette aus dem Sitz heraus.

Badewanne:

Eine Badewanne durch eine Dusche zu ersetzen, muss nicht für jeden passen. Bei eingeschränkter Beweglichkeit braucht es jedoch mitunter unterstützende Hilfsmittel.

  • Mobile Badestufen können wie eine Treppe den Ein- und Ausstieg sicher machen. Da die Einstiegshöhe unterschiedlich ist, werden Badestufen oft als stapelbare Elemente angeboten. Gleichzeitig muss die Badestufe so leicht sein, um sie nach Gebrauch einfach entfernt oder an anderer Stelle platziert werden kann.
  • Spezielle Badesitze ermöglichen eine Art „Zwischensitz“. Aus dieser Position kann sich die betroffene Person dann ganz in die Wanne begeben. In vielen Fällen braucht es jedoch eine besondere Einstiegshilfe oder auch einen Badewannenlifter,
  • Badewannenlifter bieten einen Sitzplatz für die Person und kann dann per Knopfdruck ins Wasser abgesenkt werden. Diese Lifter gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Neuere Modelle werden auch als „Luftkissen“ angeboten. Sie lassen sich in jede Wanne einpassen und brauchen keine besondere Installation.

Antirutschmatten und Fußmatten:

Antirutschmatten verringern die Sturzgefahr. Bei Matten für den Boden, die Badewanne oder die Dusche muss darauf geachtet werden, dass diese möglichst funktional sind. Mitunter reicht die Rutschfestigkeit nicht aus, um auch nach längerem Gebrauch oder bei Nässe und Seifenbelägen noch Sicherheit zu bieten. Dann wird das Hilfsmittel selbst schnell zu Rutschfalle. Um einen Sturz im Bad zu verhindern, sollte immer der Fachhändler beratend einbezogen werden.

Für alle Nassbereiche werden besonders saugfähige Fußmatten empfohlen, da diese größere Mengen Flüssigkeit aufnehmen. Wasserlachen auf dem Boden führen immer wieder zum Ausrutschen mit gefährlichen Stürzen im Badezimmer. Die Matten selbst müssen ausreichend Festigkeit haben, damit sie sich nicht verschieben und die Person nicht in den Falten hängen bleibt.

Frühzeitig planen: Stürze vorbeugen

In Bad und WC ereignen sich viele Stürze mit zum Teil erheblichen Verletzungen. Deshalb muss dieser Bereich schon frühzeitig an das Leben im Alter oder bei Pflegebedürftigkeit angepasst und unter Sicherheitsaspekten betrachtet werden. Nur so lässt sich die Sturzgefahr verringern und Stürze können verhindert werden.

Für Umbaumaßnahmen wird dringend geraten, sich möglichst frühzeitig beraten zu lassen. Zu bedenken ist: Von der Beratung bis zur Umsetzung kann viel Zeit vergehen.

Über den Autor

Siegfried Huhn ist Krankenpfleger, Gesundheitswissenschaftler und Sozialmanager. Seit 1988 ist er freiberuflich in der Pflegeberatung, Fortbildung und Qualitätsentwicklung mit dem Schwerpunkt gerontologische Pflege tätig.

Pflegehilfsmittel: Auswahl und Beantragung

Pflegehilfsmittel: Auswahl und Beantragung

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Ein Hilfsmittel soll die Pflege eines pflegebedürftigen Menschen erleichtern und gleichzeitig die Gesundheit der Pflegeperson schonen. Es hilft Ihnen als Angehöriger, überflüssige Belastungen zu vermeiden (z. B. unnötiges Heben). Hilfsmittel können, schlau eingesetzt, häufig Konflikte verhindern, die durch tatsächliche oder vermeintliche Bevormundung entstehen. Alles, was der Pflegebedürftige (wieder) alleine tun kann, entlastet Sie als Angehöriger. Es macht Sie freier.

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Juckende, trockene Haut

Austrocknungsekzem: Was tun, wenn die Haut juckt?

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Ältere Menschen beklagen häufig eine sehr trockene Haut, die spannt oder juckt. In diesem Milieu entstehen leicht Austrocknungsekzeme. Mit richtigen Verhaltensweisen und guter Pflege lassen sich Beschwerden jedoch lindern.

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Zahnersatz: Die Dritten richtig pflegen

 

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Der Verlust der Zähne ist vor allem ein Problem des Alters. Eine gute Pflege des Zahnersatzes ist von hoher Bedeutung. Der Artikel erklärt, was Sie bei der Pflege der Dritten beachten sollten.

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Hilfsmittel bei Inkontinenz

Inkontinenz: Wie Hilfsmittel die Lebensqualität steigern können

Hilfsmittel bei Inkontinenz

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Inkontinenz ist ein großes Thema bei der Pflege eines Angehörigen und belastet die Pflegesituation häufig sehr. Mit modernen Produkten ist jedoch eine spürbare Erleichterung der Inkontinenzversorgung zu erreichen, und der Pflegebedürftige erhält mehr Lebensqualität. Weiterlesen