AOK_Familiencoach_Pflege

AOK startet „Familiencoach Pflege“ für pflegende Angehörige mit psychischen Belastungen

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Getty Images/Dean Mitchell

25.06.2020 – Die AOK bietet ein neues Onlineprogramm zur Selbsthilfe für psychisch belastete pflegende Angehörige an. Der „Familiencoach Pflege“ sei ein kostenloses und für alle Interessierten anonym nutzbares Angebot, das die Psyche von pflegenden Angehörigen stärken und sie vor Überlastung schützen solle, teilte die Krankenkasse am Dienstag mit.

Mit Informationen, interaktiven Übungen, mehr als 40 Videos und 14 Audiodateien könnten Nutzer lernen, wie sie besser mit den seelischen Herausforderungen umgehen, sagte AOK-Bundesvorstandsvorsitzende, Martin Litsch. Ein Schwerpunkt liege dabei auf besonders schwierigen Pflegesituationen bei Menschen mit Demenz oder in der Begleitung von Sterbenden.

Das Angebot wurde von einem Expertenteam unter Beteiligung von pflegenden Angehörigen entwickelt.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von „Angehörige pflegen“ werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

Der „Familiencoach Pflege“ vermittelt u. a., wie wichtig es für pflegende Angehörige ist, sich nicht zu isolieren. „Auch in schwierigen Zeiten sollten sie persönliche Kontakte zu Freunden, Bekannten und Nachbarn aufrechterhalten“, sagte die Leiterin der Abteilung für klinisch-psychologische Intervention an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Gabriele Wilz. Das Programm zeige Nutzern Methoden und Wege auf, gut für sich zu sorgen und vor allem Zeit für sich zu finden. Auch der Umgang mit Trauer, Wut, Ekel oder Angst seien Thema.

Pflegesituation ist starke Belastung für Angehörige

Die AOK verweist auf eine repräsentative Onlinebefragung, nach der 43 % der pflegenden Angehörigen mittelschwer belastet sind. Angehörige, die Menschen mit Demenz versorgen, zeigten eine hohe Belastung. Das beträfe knapp 37 % der Befragten. Besonders belastet seien Angehörige, die Menschen mit „herausforderndem Verhalten“ betreuten. Hiervon seien fast 41 % betroffen.

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Corona-Ansteckungsgefahr

Corona: Die größte Gefahr lauert im eigenen Haushalt

Corona-Ansteckungsgefahr

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23.06.2020 – Das Risiko, das Coronavirus an andere weiterzugeben oder sich selbst damit anzustecken, ist je nach Situation unterschiedlich groß. Wissenschaftler einer Studie aus China haben z. B. 2.147 enge Kontakte von 157 Corona-Infizierten untersucht, wie u a. der Spiegel berichtet hat. Daraus lassen sich Rückschlüsse ziehen, in welchen Situationen es zu einer Ansteckung bzw. Übertragung des Virus gekommen ist.

Laut der Studien bergen v. a. andauernde, enge Kontakte mit Infizierten und das Zusammentreffen in geschlossenen Räumen – also auch den eigenen 4 Wänden – ein hohes Ansteckungsrisiko.

Und: Ist ein Familienmitglied infiziert, ist das Risiko, die anderen Familienmitglieder anzustecken, besonders hoch.

Den Ehepartner erwischt es am häufigsten 

Am größten ist das Ansteckungsrisiko für Menschen, die mit einem Infizierten befreundet sind oder gar im selben Haushalt leben. Je enger der körperliche Kontakt, desto größer die Wahrscheinlichkeit einer Virusübertragung. Innerhalb einer Familie soll es am häufigsten den Ehepartner erwischen – und zwar deutlich häufiger als alle anderen Familienmitglieder.

 

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Ältere Menschen infizieren sich schneller

Auch eine andere Studie aus China, über die das Ärzteblatt berichtete, ergab, dass das Ansteckungsrisiko mit SARS-CoV-2 innerhalb eines Hauses und im Haushalt besonders hoch ist. Die meisten Infektionen treten demnach besonders während der Inkubationszeit auf, wobei sich ältere Menschen öfter anstecken.

Am meisten gefährdet waren ältere Personen. Für Haushaltsmitglieder im Alter ab 60 Jahren ermittelte das Wissenschaftsteam eine Infektionsrate von 28 %, bei jüngeren Mitgliedern betrug sie 18,4 % und bei Kindern und Jugendlichen bis 20 Jahre nur 6,4 %.

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Corona-Schutzmaßnahmen

Experte warnt vor weiteren Lockerungen

Corona-Schutzmaßnahmen

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18.06.2020 – Apotheker Thomas Preis warnt aktuell vor weiteren Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen. Preis ist Vorsitzender des Apothekerverbands Nordrhein, jahrelanger Arzneimittel- und Gesundheitsexperte des Fachmagazins „Angehörige pflegen“ sowie Mitglied im Corona-Expertenteam des Kölner Stadtanzeigers.

Seine Bedenken: „Solange wir keinen Impfstoff haben und weder neue Erkenntnisse zur Immunität der Bevölkerung noch zu einer Abschwächung des Coronavirus vorliegen, ist dringend zu raten, weiterhin die Maskenpflicht aufrechtzuerhalten und den Mindestabstand einzuhalten.“

In immer kürzeren Zeitabständen erfolgten Lockerungen der ursprünglich vereinbarten Schutzmaßnahmen, etwa in Nordrhein-Westfalen (NRW). Insbesondere an der nachweislich sehr erfolgreichen Einführung der Maskenpflicht müsse aber weiterhin festgehalten werden.

Preis plädiert daher schon jetzt dafür, dass die in NRW bis 29. Juni geltende verlängerte Maskenpflicht auch darüber hinaus beibehalten wird.

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von „Angehörige pflegen“ werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

„Wir sind heute noch nicht sicher, ob wir in der zweiten Jahreshälfte mit einer zweiten, vielleicht noch heftigeren, Infektionswelle rechnen müssen. Da wäre es schlecht, nachweislich wirksame Maßnahmen, die jetzt von den Menschen gut angenommen werden – wie Abstand zu halten und Mund-Nasen-Schutz zu tragen –, wieder für nur kurze Zeit abzuschaffen“, so Preis. „Was man einmal gelernt und akzeptiert hat, sollte jetzt erst einmal beibehalten werden.“ Das habe am Ende auch etwas mit Glaubwürdigkeit und Akzeptanz zu tun.

Die wichtigsten Verhaltensregeln gegen das Coronavirus auf einen Blick:
  • Regelmäßiges und gründliches Händewaschen
  • Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes während der Begegnung mit anderen Personen
  • Mindestens 1,5 Meter Abstand halten zu anderen Personen
  • Niesen oder husten in die Armbeuge oder ein Taschentuch

Einen wichtigen Baustein, um das Coronavirus zu beherrschen, bilde die „Corona-Warn-App“ der Bundesregierung. „Die Warn-App hilft dabei festzustellen, ob wir in Kontakt mit einer infizierten Person geraten sind und daraus ein Ansteckrisiko entstehen kann“, so der Apotheker. Gerade im Hinblick auf eine nicht auszuschließende zweite Infektionswelle ließen sich mit Unterstützung der App Infektionsketten gezielt nachvollziehen und schneller unterbrechen.

Dieses Angebot der Bundesregierung ist freiwillig und kostenlos.

Zur Corona-Warn-App im App-Store

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Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Ernährung

Vor allem Männer ernähren sich ungesund

Ernährung

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16.06.2020 – Mehr als die Hälfte der Bundesbürger verfügt über eine problematische oder gar inadäquate Ernährungskompetenz. Zu diesen Ergebnissen kommt eine repräsentative Studie des AOK-Bundesverbands, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. Für die von der Agentur „Facit Digital“ durchgeführte Erhebung wurden knapp 2.000 Personen im Alter von 18 bis 69 Jahre online zu 8 Themenfeldern befragt (Gesund vergleichen, selbst zubereiten, Wahl der Vorräte, Mahlzeiten planen, gesund haushalten, gemeinsam essen, widerstehen können, smart snacken).

Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Während über die Hälfte der Frauen (53 %) eine ausreichende Ernährungskompetenz besitzt, sind es bei den Männern lediglich 38 %.

Nur jeder dritte junge Erwachsene zwischen 18 und 24 Jahren weiß, wie gesunde Ernährung funktioniert. Dagegen schätzen rund 60 % der 60- bis 69-Jährigen ihre Ernährungskompetenz als ausreichend oder exzellent ein.

 

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Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von „Angehörige pflegen“ werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

Als Alternativen zu einer selbstständigen Zubereitung von Mahlzeiten aus Grundnahrungsmitteln werden häufig Fertigprodukte genutzt. Diese enthalten jedoch oft deutlich mehr Salze, gesättigte Fette und Zucker, als von Ernährungswissenschaftlern empfohlen.

Nach AOK-Angaben würden z. B. 80 % der Fertiglebensmittel in deutschen Supermärkten zugesetzten Zucker enthalten. Den Verbrauchern fehle es daher schon beim Einkauf an gesunden Optionen.

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) hat sich für ihre Amtszeit deshalb u. a. die Einführung eines erweiterten Nährwertkennzeichnungs-Modells für Fertignahrungsmitteln auf die Fahne geschrieben. Noch in diesem Jahr soll der Nutri-Score – zumindest national und auf freiwilliger Basis – auf Fertigprodukten eingeführt werden. Die entsprechende Verordnung liegt derzeit zur Notifizierung bei der Europäischen Kommission.

Was pflegende Angehörige tun können, wenn es zu schwierigen Ernährungssituationen mit ihren Angehörigen kommt, z. B. nach einem Schlaganfall oder nach schwerer Krankheit, lesen Sie im Artikel „Mangelernährung: Gesund zunehmen“.

 

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Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Stress_Belastung

Online-Befragung: Welche psychosozialen Auswirkungen hat die Corona-Pandemie?

Stress_Belastung

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26.05.2020 – Die Veränderungen, die das neuartige Coronavirus auf das öffentliche, berufliche und private Leben nimmt, haben nicht nur wirtschaftliche Auswirkungen, sondern beeinflussen Menschen auch emotional.

Studien zufolge werden 76 % der zu Pflegenden in der eigenen Häuslichkeit betreut, jeder Zweite von ihnen wird allein von pflegenden Angehörigen versorgt. In den vergangenen Monaten ist die Zahl jener, die zu Hause einen Angehörigen pflegen sogar gestiegen, wie Krankenkassen berichten, – teilweise sogar um fast 12 %. Denn Tagespflegeeinrichtungen sind vielerorts geschlossen, ambulante Pflegedienste haben mit Personalmangel zu kämpfen und die Unterstützungsleistungen vor Ort haben sich reduziert. Angehörige müssen die Versorgung ihrer Lieben verstärkt sicherstellen.

Wie gehen die Menschen mit diesen neuen Anforderungen um? Wie belastet sind die Familien? Wie wirken sich Homeoffice, Kurzarbeit oder vielleicht sogar der drohende Arbeitsplatzverlust auf die Psyche der Menschen aus?

 

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Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von „Angehörige pflegen“ werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

Um Antworten auf diese und weitere Fragen zu finden, läuft seit März 2020 eine wissenschaftliche Online-Befragung der Technischen Universität (TU) Chemnitz. Die Techniker Krankenkasse (TK) unterstützt das Projekt. Bereits mehr als 3.000 Menschen haben daran teilgenommen. Jetzt werden noch weitere Teilnehmerinnen und Teilnehmer gesucht.

Bertolt Meyer von der Professur für Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie leitet die Studie und sagt: „Ziel ist es, ein möglichst repräsentatives Bild der psychosozialen Auswirkungen auf die Menschen durch die Corona-Pandemie zu bekommen. Die Erkenntnisse können dabei helfen, die negativen psychosozialen Auswirkungen der Pandemie zu erkennen und mit konkreten Maßnahmen zu vermindern.“

Der Studienzeitraum läuft über mehrere Monate. Die Befragten werden – nach Einwilligung – nach mehreren Wochen erneut online befragt. „So erhalten wir einen guten Überblick über die Belastungen innerhalb der einzelnen Abschnitte der Kontaktbeschränkungen. Von der ersten großen Kontaktbeschränkung Anfang März bis hin zu den stufenweisen Lockerungsmaßnahmen“, so Meyer.

Die Teilnahme an der Studie ist freiwillig und anonym. Es werden keine Daten erfasst, die einen Rückschluss auf eine konkrete Organisation oder Person ermöglichen. Interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer können noch bis Ende Juni den Fragebogen ausfüllen. Ausführliche Ergebnisse will die TK im Herbst 2020 veröffentlichen.

 

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Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Stürzen

Wie Angehörige Pflegebedürftige vor Stürzen schützen können

Stürzen

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19.05.2020 – Statistisch gesehen stürzt jede zehnte durch ambulante Pflegedienste versorgte pflegebedürftige Person einmal innerhalb von 14 Tagen. Um das Sturzrisiko so gering wie möglich zu halten, können Angehörige helfen. Dabei sind v. a. 2 Aspekte entscheidend: regelmäßige Bewegung, etwa über gemeinsame Spaziergänge, und eine „aufgeräumte“ Wohnung. Wichtig ist es, die pflegebedürftige Person dabei zu unterstützen, möglichst viel selbst zu erledigen, z. B. beim Anziehen oder bei der Körperpflege. Das fördert die Selbstständigkeit und den Bewegungsradius im Alltag.

Allerdings: „Menschen mit Pflegebedarf zu motivieren, ist wichtig. Sie unter Druck zu setzen oder gar zu zwingen, darf dabei nicht sein“, gibt Daniela Sulmann vom Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) zu bedenken. Um Kraft, Beweglichkeit, Koordination und Gleichgewicht zu trainieren, empfiehlt Sulmann u. a. fachlichen Rat z. B. über eine Physiotherapie einzuholen. Auch Bewegungsangebote von Krankenkassen und Gemeinden böten oft hilfreiche Kurse wie Herzkreislauf-Trainings oder Sitzgymnastik.

 

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In der eigenen Wohnung sollten Stolperfallen aus Teppichkanten und Kabeln vermieden werden. Insbesondere wenn mit Rollator oder Rollstuhl rangiert werden müsse, brauche es ausreichend Platz. Haltegriffe oder Handläufe an den Wänden sorgten für Sicherheit. Gute Lichterverhältnisse, festes Schuhwerk sowie gutsitzende Kleidung trügen darüber hinaus zu einem möglichst sicheren Gang bei.

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Apotheke

Frage an Ihren Apotheker: Medikamentenengpass

Medikamententausch

GettyImages/alvarez

 

Blutdruckmittel, Medikamente zur Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen und sogar das Schmerzmittel Ibuprofen: Lieferengpässe bei Arzneimitteln haben in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, sich insbesondere im letzten Jahr drastisch verschärft. Dennoch gibt es oft Möglichkeiten, wie Apothekerinnen und Apotheker ihren Patientinnen und Patienten helfen können, wenn ihr Präparat nicht verfügbar ist. 

 

Frage an Ihren Apotheker

„In letzter Zeit kommt es öfter vor, dass ich das von der Ärztin oder dem Arzt verschriebene Medikament in der
Apotheke aufgrund von Lieferproblemen nicht erhalte. Das verunsichert mich, vor allem wenn das bestellte Präparat dann von einem anderen Hersteller ist und anders aussieht als das gewohnte. Wie verhalte ich mich in diesem Fall richtig?“ Weiterlesen

Roboter in der häuslichen Pflege

Forschungsprojekt widmet sich Robotern für die häusliche Pflege

Roboter in der häuslichen Pflege

@TU Ilmenau/SIBIS Institut

12.03.2020 – In einem gerade gestarteten Forschungsprojekt entwickelt die Technische Universität Ilmenau einen innovativen mobilen Assistenzroboter, der eine enge Vernetzung von Pflegebedürftigen, pflegenden Angehörigen und Pflegepersonal ermöglichen soll. Elementarer Bestandteil dabei: ein videobasiertes Angehörigennetzwerk.

Das Verbundprojekt MORPHIA – steht für „Mobiler robotischer Pflegeassistent zur Verbesserung von Teilhabe, Versorgung und Sicherheit in der häuslichen Pflege durch videobasiertes Angehörigennetzwerk“ – wurde im Rahmen eines Bundeswettbewerbs zum Förderschwerpunkt „Robotische Systeme für die Pflege“ als eines der Siegerprojekte ausgewählt.

Das Projekt kostet insgesamt 2,28 Mio. Euro. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt mit 1,64 Mio. Euro für die nächsten 3 Jahre.

Die TU Ilmenau koordiniert den Forschungsverbund, dem insgesamt 8 Partner aus Wissenschaft, Technologiefirmen und Pflege angehören.

So funktioniert MORPHIA

Über die MORPHIA-Pflegeplattform, die sich aus dem Roboterassistent und einem Kommunikationsnetzwerk zusammensetzt, sollen die Aufgaben im Pflegenetzwerk künftig leichter abgestimmt und verteilt werden.

Dazu entwickeln die Forscher eine einfach zu handhabende mobile Videopräsenz, die sowohl von Pflegebedürftigen als auch von Angehörigen via Smartphone oder Tablet von jedem beliebigen Ort aus aufgebaut werden kann.

Defizite bisheriger Robotertelepräsenzsysteme sollen der Vergangenheit angehören. Beispielsweise hatten bislang Pflegebedürftige oft Probleme, solche Assistenzsysteme zu bedienen, oder die Fernsteuerung und Navigation waren sehr zeitaufwändig.

MORPHIA – so die Erwartung der Wissenschaft – werde sich deutlich von bisherigen Lösungsansätzen unterscheiden und eine kostengünstige sowie robuste Roboterhardware in Aussicht stellen, die eine interaktionsfähige und praxistaugliche Unterstützung der Pflegearbeit im häuslichen Umfeld ermögliche.

Erst vor wenigen Tagen hatte der Deutsche Ethikrat in einer Stellungnahme bekanntgegeben, dass er ein großes Nutzenpotenzial für Robotik in der Pflege sieht. Diese Technologie könne einen wertvollen Beitrag dazu leisten, sowohl die Lebensqualität von pflegebedürftigen Menschen zu erhöhen als auch die Arbeitsqualität in der Pflege zu verbessern. Voraussetzung sei allerdings, dass die Robotik verantwortungsvoll eingesetzt werde.

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

 

Sehhilfe

Sehbeeinträchtigung: So finden Sie die richtige Sehhilfe

Sehhilfe

Getty Images/tbradford

 

Aufsetzlupen, Lupenbrillen oder Bildschirmlesegeräte: Für jede Sehbeeinträchtigung und für jedes Bedürfnis gibt es die passende Sehhilfe. So finden Sie das richtige Hilfsmittel und wenden es am besten an. Weiterlesen

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Hilfsmittel: Wann ist ein Rollator sinnvoll?

Rollator_Gehhilfe

Getty Images/Westend61

 

Rollatoren sind ein viel genutztes und beliebtes Hilfsmittel, um sicher gehen und stehen zu können. Was viele allerdings nicht wissen: Nicht immer ist ein Rollator sinnvoll.  Weiterlesen