Finanzielle Last der Pflege

Studie: Angehörige tragen finanzielle Last der Pflege

Finanzielle Last der Pflege

Getty Images/Oliver Rossi

09.02.2021 – Viele Menschen, die einen Angehörigen pflegen, reduzieren ihren Job oder geben diesen komplett auf. Damit nehmen sie erhebliche finanzielle Einbußen in Kauf. Doch weniger die Älteren und damit jene Gruppe, die besonders auf Pflege angewiesen ist, beklagen diese Engpässe, sondern vor allem jüngere Generationen bis 40 Jahre. Das zeigt eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA).

Vor allem Jüngere beklagen Finanzeinbußen

Für die Untersuchung wurden im Sommer 2020 mehr als 3.000 Bundesbürgerinnen und -bürger befragt.

Dabei sollten sowohl Angehörige als auch Pflegebedürftige angeben, wie groß oder klein sie die Finanzeinbußen infolge der Pflegesituation einschätzen.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von „Angehörige pflegen“ werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

Jeweils knapp 60 % der 18- bis 39-Jährigen stufen die Abstriche als „groß“ ein. Mit zunehmendem Alter sinkt dagegen der Anteil derer, die große Einbußen beklagen.

Während bei der stationären Pflege die Kosten für diese komplett vom Pflegebedürftigen und dessen Versicherungen übernommen werden, funktioniert häusliche Pflege mit einer teilweisen indirekten Finanzierung durch die Angehörigen, indem sie zugunsten der Pflege freiwillig auf Einkommen verzichten, verdeutlicht das DIA.

Ältere Pflegebedürftige empfänden ihre Lage weniger als finanzielle Verlustsituation. Zwar müssten sie oftmals Alterseinkünfte und Erspartes für die Finanzierung der Pflegekosten aufwenden. Das betrachte aber nur etwa ein Fünftel der ab 60-Jährigen als große finanzielle Einbuße.

Bereitschaft zu pflegen, ist groß

Trotz Einbußen: Die Bereitschaft, Angehörige zu pflegen, ist laut Studie „ausgesprochen groß“. Knapp zwei Drittel der Befragten sagen, dass sie sich die Pflege von Angehörigen ganz oder teilweise vorstellen können.

Für 17 % kommen Pflegetätigkeiten nicht infrage.

Für 13 % ist die Frage irrelevant, da sie z. B. keine Angehörigen haben.

Viele Eltern sehen ihre Kinder als „eine Art Garant für einen möglichen Pflegefall“. So gehen Kinderlose zu 40 % davon aus, dass sie später mit einer guten Pflege rechnen können. Mit steigender Kinderzahl nimmt diese Erwartungshaltung jedoch zu. Unter Befragten mit 4 und mehr Kindern rechnen nahezu zwei Drittel mit einer guten Pflege im Alter.

Die Studie mit allen Ergebnissen soll Mitte dieses Jahres erscheinen.

 

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Gesundheitsversorgungs- und Pflegeverbesserungsgesetz

Neues Gesetz: Verbesserungen für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen

Gesundheitsversorgungs- und Pflegeverbesserungsgesetz

Getty Images/Morsa Images

1.12.2020 – Ende November hat der Bundestag das Gesundheitsversorgungs- und Pflegeverbesserungsgesetz (GPVG) verabschiedet. Das bringt Entlastungen sowohl für Pflegebedürftige als auch ihre Angehörigen mit sich.

Hilfsmittel leichter beantragen

So z. B. ist die Beantragung von Hilfsmitteln künftig leichter und verlängern sich die Corona-Akuthilfen für pflegende Angehörige.

Die bisher befristete Regelung, nach der im Rahmen der Pflegebegutachtung empfohlene Hilfsmittel automatisch – auch ohne ärztliche Verordnung – als beantragt galten, soll ab 2021 dauerhaft gelten.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von „Angehörige pflegen“ werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Finanzielle Unterstützung verlängert 

Das bereits seit Ende Mai geltende, erweiterte Pflegeunterstützungsgeld für Corona-bedingte Versorgungsengpässe gilt in dieser Form bis Ende März 2021.

Das Pflegeunterstützungsgeld ist eine Lohnersatzleistung für Angehörige, die vorübergehend gezwungen sind, die häusliche Pflege zu übernehmen.

Digitale Beratungsgespräche

Beratungsbesuche für Pflegegeldempfänger sollen ebenfalls bis Ende März 2021 nicht nur in der eigenen Häuslichkeit erfolgen, sondern auch telefonisch oder digital über Video.

Die Beratungsbesuche dienen insbesondere der regelmäßigen Hilfestellung und praktischen pflegefachlichen Unterstützung von z. B. pflegenden Angehörigen und somit der langfristigen Sicherstellung der häuslichen Pflege.

 

 

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Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Pflegereform

Pflegereform: Pflegebedürftige und ihre Angehörigen bekommen mehr Geld

Pflegereform

Getty Images/Luis Alvarez

19.11.2020 – Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat Eckpunkte für eine Pflegereform im kommenden Jahr ausgearbeitet. In dem 5-seitigen Konzept sind u. a. Entlastungen für Pflegebedürftige und deren Angehörige vorgesehen.

Mehr Pflegesachleistungen und Pflegegeld

Um die häusliche Pflege zu stärken und die gestiegenen Kosten der vergangenen Jahre auszugleichen, sollen die ambulante Pflegesachleistung, das Pflegegeld sowie die Tagespflege zum 1. Juli 2021 um 5 % und ab 2023 regelhaft jährlich in Höhe der Inflationsrate angehoben werden.

Pauschale für Pflegehilfsmittel erhöht sich auf 60 Euro

Für Pflegehilfsmittel, die zum Verbrauch bestimmt sind – z. B. Inkontinenzwindeln –, soll die Pauschale von 40 auf 60 Euro im Monat steigen.

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Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von „Angehörige pflegen“ werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege besser miteinander kombinieren

Mehr Flexibilität sollen Angehörige bei der Organisation der Pflege bekommen. Dafür sollen Kurzzeit- und Verhinderungspflege künftig smarter kombiniert werden können. Es soll zudem in der Entscheidung der Angehörigen liegen, ob sie bei Pflegediensten Leistungspakete oder Zeitkontingente buchen.

Im Gegenzug will die Regierung die Möglichkeiten der Kombination von betreutem Wohnen und Tagespflege einschränken.

Mehr Reha-Maßnahmen

Zur Vorbeugung vor Pflegebedürftigkeit plant Spahn, Reha-Maßnahmen für über 70-Jährige auszuweiten. Dies soll gelingen, indem die Pflegekassen verpflichtet werden, die Hälfte der Kosten zu übernehmen.

Wenn die Krankenkassen nicht mehr die vollen Kosten tragen müssen, werden sie häufiger die Reha-Maßnahmen genehmigen – so die Hoffnung des Ministers.

Die Reformüberlegungen sind noch in einem frühen Stadium und die Ausführungen bislang lediglich Gegenstand von „koalitionsinternen Beratungen“.

 

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Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Hausbesuche

Einstufung in Pflegegrade: MDK setzt persönliche Hausbesuche wieder aus

Hausbesuche

Getty Images/Dobrila Vignjevic

10.11.2020 Qualitätsprüfungen und persönlichen Hausbesuche der Medizinischen Dienste der Krankenversicherung (MDK) sind während der aktuellen Kontaktbegrenzung im November erneut ausgesetzt. Das gab der MDK in der Vorwoche bekannt. Erst im Oktober waren die Kontrollen nach einer Zwangspause seit März wieder aufgenommen worden.

„Die Medizinischen Dienste leisten damit ihren Beitrag zur Kontaktreduzierung und zum Infektionsschutz der besonders gefährdeten pflegebedürftigen Menschen.“

Das sagte der Geschäftsführer des Medizinischen Diensts des Spitzenverbands Bund der Krankenkassen (MDS), Peter Pick.

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Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von „Angehörige pflegen“ werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Einstufung in Pflegegrade: Zeitnaher Leistungsbezug sichergestellt

 

Die Einstufung in Pflegegrade erfolge während der Kontaktbeschränkung auf Basis bereits vorliegender Informationen. Zusätzlich gebe es die zu Beginn der Corona-Krise entwickelten strukturierten Telefoninterviews mit Pflegebedürftigen und ihren Bezugspersonen. Sie hälfen, den Grad der Pflegebedürftigkeit festzustellen.

Auf diese Weise würden der zeitnahe Leistungsbezug und die damit verbundene Versorgung sichergestellt.

Die Begutachtungen der gesetzlichen Krankenversicherung erfolgten während der Kontaktbeschränkung ebenfalls ohne körperliche Untersuchung.

Wie werden Pflegebedürftige aktuell begutachtet? Wie sehen Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen aus? Antworten dazu hat der MDK in einem Infoblatt zusammengefasst.

Weitere Informationen zur Begutachtung und Qualitätsprüfung während der Pandemie gibt es auf den Internetseiten des MDS.

 

 

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Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Rentenpunkte

So bekommen Sie Rentenpunkte für die Pflege zu Hause

Rentenpunkte

Getty Images/filadendron

13.10.2020 – Angehörige, die zu Hause pflegen, bekommen von der Pflegekasse Punkte für die eigene Rente. Um von der Pflegekasse auf Antrag Rentenpunkte gutgeschrieben zu bekommen, müssen 4 Voraussetzungen erfüllt sein:

  1. Die zu pflegende Person hat mind. Pflegegrad 2.
  2. Die Pflegeperson darf nicht mehr als 30 Stunden wöchentlich arbeiten.
  3. Die Pflegeperson pflegt wenigstens 10 Stunden in der Woche, aufgeteilt auf mind. 2 Wochentage.
  4. Und die Pflegezeit erstreckt sich über 2 Monate oder mehr.

Knackpunkt an diesen Voraussetzungen: Pflegende Angehörige müssen für den Rentenzuschlag im Zweifel ihre Arbeitszeit reduzieren, um nicht die im Sozialgesetzbuch vorgeschriebene wöchentlich erlaubte Arbeitszeit zu überschreiten.

Oft würden Pflegeanträge von den Kassen abgelehnt, weil Angehörige zu viel arbeiteten, weiß der Chefredakteur des Verbraucher-Ratgebers „Finanztip“, Hermann-Josef Tenhagen. Eine Reduzierung sei jedoch oft aus finanziellen Gründen nicht möglich.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von „Angehörige pflegen“ werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

In diesen Fällen könnten ggf. folgende Optionen weiterhelfen, wie Tenhagen auf „Spiegel online“ schreibt:

Bei größeren Arbeitgebern gibt es seit 2008 das Recht, die Arbeitszeit für eine solche Pflegeaufgabe für 6 Monate zu reduzieren (Pflegezeit) und später wieder auf den alten Umfang der Stelle zurückzukehren. Voraussetzung: Der Betrieb hat mind. 16 Mitarbeiter. In Betrieben ab 26 Mitarbeitern gibt es diese Möglichkeit für 24 Monate bei einer Mindestarbeitszeit von 15 Wochenstunden, das heißt dort Familienpflegezeit. Erst Betriebe ab 45 Mitarbeitern müssen ihren Arbeitnehmern eine Brückenteilzeit ermöglichen, also über Jahre weniger arbeiten und dann komplett auf Vollzeit zurückkehren zu können.

Auch Vollzeitrentner können noch Rentenpunkte anrechnen lassen

Für Vollzeitrentner habe der Gesetzgeber die Möglichkeit geschaffen, sich für die Pflegearbeit mit einer nachträglichen Rentenerhöhung belohnen zu lassen. Diese Option sei vielen pflegenden Angehörigen unbekannt, so Tenhagen. Dazu müsse sich der Rentner für die Pflegezeit zum „99-Prozent-Teilzeitrentner“ zurückstufen lassen. Während der Pflege verzichtet er dann auf 1 % seiner Rente.

Dann könnten Seniorinnen und Senioren als Erwerbstätige für die Pflege von der Pflegekasse Rentenbeiträge gutgeschrieben bekommen. Denn ist die Pflegezeit zu Ende, bekomme der Pflegende anschließend mehr Rente ausgezahlt – bis zu 30 Euro mehr Rente pro Pflegejahr, plus selbstverständlich das eine Prozent auch wieder.

Das sei etwas kompliziert, weiß Tenhagen, aber die Rentenversicherung berate Interessierte dabei.

 

 

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Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Verhinderungspflege

Vergütungszuschlag für Verhinderungspflege

Verhinderungspflege

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6.10.2020 – Mit einem Maßnahmenkatalog wollen die 16 Gesundheitsministerinnen und -minister der Länder die Kurzzeitpflege stärken. Dazu gehört u. a. die Verhinderungspflege mit einem Vergütungszuschlag zu fördern. Das hat die Gesundheitsministerkonferenz in der vergangenen Woche beschlossen.

Planungssicherheit geben

„Wenn pflegende Angehörige erkranken oder sich in wohlverdienten Urlaub begeben, übernimmt die Kurzzeit- beziehungsweise Verhinderungspflege. Die Betroffenen brauchen hier Planungssicherheit. Deshalb sollte der Zuschlag an die Verpflichtung gekoppelt werden, Verhinderungspflegeplätze dauerhaft zur Verfügung zu stellen. So können die Gäste schon frühzeitig einen Platz reservieren“, erläuterte Saarlands Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU).

 

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Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von „Angehörige pflegen“ werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Entlastung für pflegende Angehörige

Zudem sollen in der Kurzzeitpflege mehr rehabilitative und therapeutische Leistungen erbracht werden. „Wir brauchen diese Maßnahmen dringend, um die Kurzzeitpflege in Deutschland auch für die Zukunft zu stabilisieren. Sie entlastet Krankenhäuser und Pflegeheime und hat deshalb unschätzbaren Wert für unser Gesundheits- und Pflegesystem. Das kommt nicht zuletzt allen Bürgerinnen und Bürgern zu Gute“, so die Ministerin.

Nach einem Krankenhausaufenthalt übernehme die Kurzzeitpflege eine enorm wichtige Rolle in der Übergangsphase zwischen der medizinischen und der pflegerischen Behandlung. Sie entlaste Patientinnen und Patienten, pflegende Angehörige und nicht zuletzt Krankenhäuser und Langzeitpflegeeinrichtungen. Dennoch nehme die Zahl der verfügbaren Kurzzeitpflegeplätze ab. Die beschlossenen Maßnahmen seien deshalb dringend nötig.

 

 

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Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

MDK_Pflegebegutachtung

Ab Oktober wieder Hausbesuche und MDK-Prüfungen

MDK_Pflegebegutachtung

Getty Images/Luis Alvare4

24.09.2020 – In der kommenden Woche starten wieder die persönlichen Pflegebegutachtungen und die Qualitätsregelprüfungen der Medizinischen Dienste der Krankenversicherung (MDK) in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen. Beides war zum Schutz vor Corona-Infektionen seit Mitte März ausgesetzt. Die Wiederaufnahme erfolgt nun unter Einhaltung der jeweils geltenden Hygiene- und Schutzmaßnahmen.

Gute Pflegeversorgung auch unter Pandemie-Bedingungen sicherstellen

„So richtig es war, beides aus Infektionsschutzgründen auszusetzen, so richtig ist es nun, beides unter Wahrung von Hygiene- und Schutzmaßnahmen wieder aufzunehmen“, sagte der Geschäftsführer des Medizinischen Diensts des GKV-Spitzenverbandes (MDS), Peter Pick, in der vergangenen Woche.

Der MDS koordiniert und fördert die Umsetzung der Aufgaben und die Zusammenarbeit der MDK. Dabei geht es z. B. auch um bundesweit einheitliche Kriterien für die Begutachtung.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von „Angehörige pflegen“ werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

Heime und ambulante Pflegedienste hätten während der Pandemie vielerorts gute Arbeit geleistet und z. B. kreative Lösungen entwickelt, um der Vereinsamung pflegebedürftiger Menschen entgegenzuwirken.

In Einzelfällen weiterhin Telefoninterviews

„Gleichwohl ist nicht überall alles gut gelaufen. Die Prüfungen sind ein wichtiges Korrektiv, um unerwünschten Entwicklungen vorzubeugen. Mit Corona leben, bedeutet auch eine qualitativ gute Pflegeversorgung unter Pandemie-Bedingungen sicherzustellen“, verdeutlichte Pick.

Die zu Beginn der Corona-Krise entwickelten strukturierten Telefoninterviews, die helfen, den Grad der Pflegebedürftigkeit festzustellen, sollen in Ausnahmefällen weiterhin Gültigkeit haben – etwa in Corona-Hotspots, im Falle von akuten Ansteckungsrisiken oder bei immenser Immunschwäche versicherter Personen. Damit sei sichergestellt, dass diese Versicherten weiterhin zeitnahen Zugang zu den Leistungen der Pflegeversicherung erhielten. Allerdings sei wegen der fehlenden Inaugenscheinnahme der Pflegebedürftigen vor Ort die gutachterliche Einschätzung zu therapeutischen Leistungen und zu Wohnumfeld-verbessernden Maßnahmen dann weiterhin nur begrenzt möglich.

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Pauschbetrag: Pflegende Angehörige sollen steuerlich entlastet werden

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04.08.2020Angehörige, die zu Hause Pflegebedürftige mit den Pflegegraden 2, 3, 4 oder 5 betreuen und dafür keine Einnahmen erhalten, sollen künftig weniger Steuern zahlen. Mit einem neuen „Gesetz zur Erhöhung der Behinderten-Pauschbeträge und Anpassung weiterer steuerlicher Regelungen“ sollen auch die sogenannten Pflege-Pauschbeträge angepasst werden. Einen entsprechenden Entwurf hat das Bundeskabinett in der vergangenen Woche beschlossen.

Pflege-Pauschbetrag fast verdoppelt

Demnach wird der Pauschbetrag für die Pflege von Personen mit einem Pflegegrad 4 oder 5 von 924 Euro auf 1.800 Euro pro Kalenderjahr angehoben. Darüber hinaus werden nach Angaben des Bundesfinanzministeriums für die bislang nicht berücksichtigten Pflegegrade 2 und 3 Pflege-Pauschbeträge in Höhe von 600 Euro bzw. 1.100 Euro gewährt.

„Der Pflege-Pauschbetrag soll in erster Linie die nicht bezifferbaren Aufwendungen des Pflegenden für die persönliche Pflege abdecken“, heißt es in einer entsprechenden Mitteilung.

 

Pauschbetrag

Ein Pauschbetrag ist ein Sammelbetrag, der pauschal von der Steuer abgesetzt werden kann. Bei der Steuereinforderung soll so der Aufwand für eine genaue Berechnung reduziert werden.  

Steuerentlastung in Zahlen

Wie hoch die steuerliche Entlastung ausfallen soll, hat das Bundesgesundheitsministerium in einer Übersicht zusammengestellt:

Steuerentlastung bei ca. 35.000 Euro Bruttolohn im Jahr:

Pflegegrad 2: ca. 180 Euro

Pflegegrad 3: ca. 330 Euro

Pflegegrad 4: ca. zusätzliche 263 Euro (von 277 Euro auf 540 Euro)

Pflegegrad 5: zusätzliche 263 Euro (von 277 Euro auf 540 Euro)

 

Der Gesetzentwurf bedarf der Zustimmung des Bundesrats. Die Neuregelungen sollen ab 1. Januar 2021 gelten.

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von „Angehörige pflegen“ werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Über die Autorin

Johanna Kristen ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Prämie_pflegende_Angehörige

500 Euro Prämie für pflegende Angehörige in Mecklenburg-Vorpommern

Prämie_pflegende_Angehörige

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28.05.2020 – Pflegende Angehörige in Mecklenburg-Vorpommern sollen wegen der besonderen Belastungen während der Corona-Krise eine Prämie von 500 Euro erhalten. Dies gelte für Privatpersonen, die Angehörige pflegen oder Menschen mit Behinderung betreuen, teilte Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) am Dienstag in Schwerin mit.

„Wir wollen damit die Leistungen und das Engagement von pflegenden Angehörigen würdigen. Sie sind eine unverzichtbare Stütze unseres Pflegesystems. Das wird in der Corona-Krise besonders deutlich“, sagte Drese weiter.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von „Angehörige pflegen“ werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

Aufgrund der Schließungen von Tagespflegen oder Einrichtungen für Menschen mit Behinderung hätten pflegende Angehörige vielfach die Pflege in der Häuslichkeit komplett übernommen. Dabei komme es zu finanziellen Belastungen.

Den Angaben der Ministerin zufolge ist die Prämie eine Einmalzahlung, die das Bundesland übernimmt. Dafür sollen insgesamt 1,4 Mio. Euro aus dem Sozialfonds des Landes zur Verfügung gestellt werden. Diese Prämie können laut Sozialministerium Privatpersonen erhalten, die ihren Wohnsitz in Mecklenburg-Vorpommern haben und eine pflegebedürftige Person betreuen, der mindestens Pflegegrad 1 anerkannt wurde. Wer einen Menschen mit Behinderung betreue, könne die Prämie ebenfalls erhalten.

Drese: „Die Prämie kann natürlich kein finanzieller Ausgleich sein. Sie ist eine Anerkennungsleistung für pflegende Angehörige. Das ist mir ein besonderes Anliegen.“

–> Zum Antragsformular (unter Punkt „Säule 6.2 – Anerkennungsprämien für Angehörige von Menschen mit Behinderung und pflegebedürftiger Personen“)

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Zahnärztliche Leistungen

Zahnärztliche Leistungen: Was steht Pflegebedürftigen zu?

Zahnärztliche Leistungen

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Menschen mit Pflegebedarf oder einer Beeinträchtigung stehen spezielle zusätzliche zahnärztliche Leistungen zu, die von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden. Dazu zählen insbesondere präventive Maßnahmen, die nicht nur in der Zahnarztpraxis, sondern bei Bedarf auch in der eigenen Wohnung oder im Pflegeheim erbracht werden können. Weiterlesen