Behindert_Krankenhaus_Betreuung

Klinikaufenthalt von Behinderten: Begleitpersonen erhalten Verdienstausfall

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23.09.2021 – Angehörige, die behinderte Personen im Fall eines Krankenhausaufenthalts betreuen, werden künftig entlastet. Der Bundesrat billigte in Verbindung mit einer anderen gesetzlichen Neuregelung vergangenen Freitag eine entsprechende Ergänzung bestehender Vorschriften, wie die Nachrichtenagentur AFP mitteilte. Demnach wird solchen Begleitpersonen künftig unter bestimmten Voraussetzungen ihr Verdienstausfall erstattet.

Weitere Verbesserungen für die Begleitung von Menschen mit Behinderungen angemahnt

Die Neuregelung geht auf eine frühere Forderung des Bundesrats zurück, die der Bundestag aufgegriffen hatte. In einer Entschließung forderte der Bundesrat nun zudem die kommende Bundesregierung auf, weitere Verbesserungen für die Begleitung von Menschen mit Behinderungen auf den Weg zu bringen und dafür einen Kostenausgleich aus Bundesmitteln in der gesetzlichen Krankenversicherung und der sozialen Rehabilitation zu verankern.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

Die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Verena Bentele, begrüßte die Bundesratsbeschlüsse.

“Die Kostenübernahme war seit Jahren überfällig.”

Menschen mit Demenz nicht vergessen

Allerdings sei die nun beschlossene Regelung noch nicht ausreichend. Bentele appellierte daher an die künftige Bundesregierung, das Gesetz in der nächsten Legislaturperiode dringend nachzubessern.

Die VdK-Präsidentin forderte v. a. eine Einbeziehung auch von Menschen mit Demenz.

“Es ist nicht nachvollziehbar, dass gerade Demenzkranke von der Regelung ausgeschlossen bleiben. Sie brauchen die Begleitung einer vertrauten Person ganz besonders.”

Menschen mit Demenz kämen im Krankenhaus ohne Begleitung nur schwer zurecht.

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Essen zubereiten

24-Stunden-Betreuung: “Armageddon in der häuslichen Pflege”

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29.06.2021Ausländische Pflege- und Haushaltshilfen, die nach Deutschland vermittelt werden, um Seniorinnen und Senioren in ihren Wohnungen zu betreuen, haben einen Anspruch auf Mindestlohn. Das entschied das Bundesarbeitsgericht in der Vorwoche in einem Grundsatzurteil in Erfurt.

Mindestlohn auch für Bereitschaftszeiten

Der Mindestlohn gelte auch für Bereitschaftszeiten, in denen die zumeist aus Osteuropa stammenden Frauen Betreuung auf Abruf leisteten, urteilten die höchsten deutschen Arbeitsrichter. Der Vorsitzende Richter Rüdiger Linck sagte nach Angaben der Süddeutschen Zeitung in der Verhandlung:

“Auch Bereitschaftsdienstzeit ist mit dem vollen Mindestlohn zu vergüten.”

Für den Präzedenzfall beim Bundesarbeitsgericht sorgte eine Frau aus Bulgarien, die nach eigenen Angaben eine über 90-jährige Seniorin in deren Berliner Wohnung 24 Stunden täglich an 7 Tagen in der Woche betreut hat. In ihrem Vertrag stand lediglich eine Arbeitszeit von 30 Stunden wöchentlich.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

Die Höhe der Nachzahlung, die die Klägerin von ihrer bulgarischen Firma erhalten muss, soll vom Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg erneut geprüft werden, entschieden die Bundesrichter. Sie verwiesen den Fall der Frau, die als “Sozialassistentin” in Bulgarien eingestellt und 2015 nach Deutschland vermittelt worden war, an das Landesarbeitsgericht zurück.

“Ausbeuterische Zustände”

Schätzungen nach sind hierzulande zwischen 300.000 und 600.000 ausländische Pflegende in der Versorgung betreuungsbedürftiger älterer Menschen im häuslichen Umfeld tätig.

Die Gewerkschaft Verdi, die die Klägerin unterstützte, spricht von teilweise ausbeuterischen Zuständen. Verdi-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler betonte:

“Das derzeitige System basiert auf der Ausbeutung ausländischer Kolleginnen und garantiert keine sachgemäße Pflege.”

Auch der Bundesverband der Betreuungsdienste und das Deutsche Institut für Menschenrechte beklagen teils rechtlich unhaltbare Arbeitsbedingungen. Die Frauen verdienten wenig Geld, arbeiteten rund um die Uhr, hätten keine Urlaubsanspruch und oft auch keine Privatsphäre.

Der Sozialverband VdK fürchtet laut den Zeitungen der Funke Mediengruppe nach dem Urteil ein “Armageddon” in der häuslichen Pflege.

Auch der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, sagte im ZDF:

“So nachvollziehbar die Entscheidung auch ist. Das Urteil löst einen Tsunami aus für alle, die daheim auf die Unterstützung ausländischer Pflegekräfte angewiesen sind.”

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Lohnersatz

Grüne fordern Lohnersatz für pflegende Angehörige

Lohnersatz

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14.05.2021 – Wer eine Angehörige oder einen Angehörigen zu Hause pflegt, muss häufig seine Arbeit einschränken oder ganz aufgeben. Das berichtet der “Spiegel” unter Berufung auf eine Antwort des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) auf 2 Fragen der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen.

Pflegende Angehörige treten oft im Job kürzer

Demnach traten 24 % der pflegenden Angehörigen im Job zumindest kürzer, 13 % hörten ganz auf. 53 % konnten ihrer Arbeit wie zuvor nachgehen.

Um Pflegebedürftige zu versorgen, wenden Angehörige im Schnitt 34 Stunden pro Woche auf, mit stark variierenden Zahlen je nach Pflegegrad: Während ein Familienmitglied bei einem Pflegebedürftigen mit Grad 1 ca. 22 Stunden im Einsatz ist, sind es bei Stufe 5 rd. 56 Stunden.

Die Sprecherin der Grünen für Alten- und Pflegepolitik, Kordula Schulz-Asche, fordert Lohnersatz für diese Angehörige.

Derzeit erhalten Pflegebedürftige Geld von der Pflegeversicherung, das sie weitergeben sollen. Schulz-Asche glaubt aber, dass diese Personen das Geld häufig für den eigenen Lebensunterhalt verwenden.

Laut Ministerium gab die Versicherung im Jahr 2020 rd. 12,7 Mrd. Euro für das Pflegegeld aus.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

Dass die Pflege von Angehörigen oft zu einer doppelten Belastung führt, zeigten erst jüngst Studienergebnisse des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA).

42 % derjenigen, die allein ein Familienmitglied pflegen, arbeiten demnach 30-40 Stunden in der Woche.

Einkommenseinbußen für pflegende Angehörige

Unter den pflegenden Angehörigen, die sich zusammen mit einem Pflegedienst kümmern, arbeiten 48 % in diesem Maße. Ein knappes Viertel der Pflegenden ist dagegen nicht erwerbstätig.

DIA-Sprecher Klaus Morgenstern warnte:

„Bei jenen, die parallel noch einen Vollzeitjob haben, entsteht eine enorme Doppelbelastung. Sie führt sowohl zu physischen als auch psychischen Härten“.

Allerdings führten verringerte Wochenarbeitszeiten zu geringeren Einkommen, sofern die Pflegenden noch im erwerbsfähigen Alter und noch nicht in Rente seien, – dass sei aber ohnehin nur ein kleiner Teil der Pflegenden.

Nach den Ergebnissen der DIA-Studie „50plus“ pflegen unter den 60-Jährigen und Älteren lediglich 3-7 % eine andere Person allein oder mit Unterstützung. In der Altersgruppe bis 39 Jahre waren es hingegen bis zu 28 %.

Für die repräsentative Studie wurden bundesweit 3.030 Menschen befragt.

Pflegende Angehörige in der Corona-Pandemie zusätzlich belastet

Zusätzliches Dilemma für pflegende Angehörige: In der Corona-Pandemie schultern sie noch mehr als sonst. Hilfsangebote wie Tages- und Kurzzeitpflege wurden 2020 seltener in Anspruch genommen. Dabei dienen gerade diese Angebote der Entlastung.

Insgesamt haben die Kassen der Pflegeversicherung rd. 21 % weniger Leistungen für Tages- und Nachtpflege zu verzeichnen gehabt und ca. 12 % weniger für Kurzzeitpflege als 2019. Das geht ebenfalls aus einer Antwort des BMG auf eine Anfrage der Grünen hervor.

Das sei „ein wohl im Wesentlichen pandemiebedingter Rückgang“, so das BMG.

Denn in der ersten Welle der Corona-Pandemie hatten insbesondere Tagespflegeeinrichtungen wochenlang geschlossen und konnten über die Sommermonate oft nur eine Notbetreuung anbieten.

 

 

 

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Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Corona-Hilfen

Corona-Krise: Akuthilfen für pflegende Angehörige verlängert

Corona-Hilfen

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06.04.2021 – Die Corona-Krise belastet Familien von Pflegebedürftigen immer noch schwer. Pflegende Angehörige benötigen weiterhin flexible Unterstützungsangebote und Entlastungen. Der Bund hat deshalb erneut seine Akuthilfen verlängert, diesmal bis 30. Juni 2021.

Das bedeutet im Detail:

Fortführung einer längeren Unterstützung in einer akuten Pflegesituation

Pflegeunterstützungsgeld und kurzzeitige Arbeitsverhinderung: Beschäftigte erhalten bis zu 20 Arbeitstage lang Pflegeunterstützungsgeld als Lohnersatzleistung (statt 10 Tage). Außerdem wird Pflegeunterstützungsgeld auch gewährt, wenn ein Engpass in der pflegerischen Versorgung entstanden ist – wenn die akute Pflegesituation aufgrund der COVID-19-Pandemie aufgetreten ist. Dafür können Beschäftige ebenfalls bis zu 20 Tage der Arbeit fernbleiben.

Familienpflegezeit und Pflegezeit weiterhin flexibler nutzen

Beschäftigte mit gleichzeitigen Pflegeaufgaben können die Familienpflegezeit und Pflegezeit weiterhin flexibler nutzen, wenn der Arbeitgeber zustimmt:

  • Wer die Höchstdauer einer Auszeit für pflegebedürftige nahe Angehörige bisher nicht ausgeschöpft hat, kann sich erneut von der Arbeit freistellen lassen. Während der Pandemie ist eine mehrfache Inanspruchnahme möglich und die Freistellungen müssen weiterhin nicht in unmittelbarem Anschluss genommen werden.
  • Es genügt, die Familienpflegezeit mind. 10 Tage vor dem Beginn schriftlich beim Arbeitgeber anzukündigen.
  • Die Ankündigung von Pflegezeit und Familienpflegezeit kann weiterhin in Textform statt in Schriftform erfolgen, eine Ankündigung per Mail reicht also aus.
  • Während einer Familienpflegezeit kann die Mindestarbeitszeit von 15 Wochenstunden bis zu einen Monat lang unterschritten werden.
Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Zusätzliche finanzielle Unterstützung

  • Flexiblere Nutzung des Entlastungsbetrags in Höhe von 125 Euro für notwendige Hilfen, z. B. durch Nachbarn. Gilt bei Pflegegrad 1 in häuslicher Pflege.
  • Nicht genutzte Entlastungsbeträge aus dem Vorjahr können bis 30. September 2021 verwendet werden und verfallen nicht, wie normalerweise, schon im Juni.
  • 60 Euro statt 40 Euro für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch, wie Mundschutze und Desinfektionsmittel – diese Regelung gilt sogar bis 31. Dezember 2021.
  • Zur Abfederung von Einkommensausfällen während der Pflegezeit und Familienpflegezeit kann ein zinsloses Darlehen beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben beantragt werden. Pandemiebedingte Einkommensausfälle können auch weiterhin bei der Ermittlung der Darlehenshöhe auf Antrag unberücksichtigt bleiben. Pandemiebedingte Rückzahlungsschwierigkeiten können auf Antrag erleichtert werden.

Beratungsangebote

Weitere Informationen für pflegende Angehörige gibt es auf dem Portal “Wege zur Pflege”. Zudem können sich Betroffene unter der Rufnummer 030 20 179 131 oder per Mail (info@wege-zur-pflege.de) an das Pflegetelefon wenden.

Das Pflegetelefon bietet fachliche Informationen zu allen Leistungsansprüchen und Unterstützungsmöglichkeiten im Pflegekontext.

Des Weiteren bietet es Beratung und Hilfestellung insbesondere auch für Angehörige in belastenden und kritischen Situationen. Bei der Vermittlung zu Beratungsangeboten vor Ort nimmt das Pflegetelefon eine Lotsenfunktion ein.

Die Beratungsgespräche sind anonym und vertraulich. Das Pflegetelefon berät von Montag bis Donnerstag von 9 bis 18 Uhr.

Unterstützung für Kinder und Jugendliche

Besondere Hilfe und Unterstützung bietet das Projekt “Pausentaste” für Kinder und Jugendliche, die sich um Angehörige kümmern. Wenn sie Sorgen oder Probleme haben, können sie bei der “Nummer gegen Kummer” anrufen: 116 111. Dort helfen ihnen bundesweit von Montag bis Samstag von 14 bis 20 Uhr Beraterinnen und Berater – anonym und kostenlos.

 

 

 

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Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Corona-Impfung

Corona-Impfung: Krankenkasse zahlt Fahrkosten zum Impfzentrum nicht immer

Corona-Impfung

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30.03.2021 – Ob Krankenkassen Fahrtkosten zu einem Corona-Impfzentrum übernehmen, entscheiden diese selbst. Darauf hat die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) aufmerksam gemacht. Denn nach aktueller Rechtslage sei nicht klar, ob es sich dabei um eine Kassenleistung handele.

Der Spitzenverband Bund der Krankenkassen habe zwar empfohlen, dass die Kassen die Kosten für bestimmte Personengruppen übernehmen. Verpflichtend sei das allerdings nicht, betonte die UPD.

Kostenübernahme nicht klar geregelt

Laut Empfehlung sollen Krankenkassen für gesetzlich Versicherte, die pflegebedürftig oder in der Mobilität eingeschränkt sind, die Taxikosten zum Impfzentrum übernehmen. Voraussetzung ist, dass die Betroffenen einen Schwerbehindertenausweis mit dem Merkzeichen „aG“, „Bl“ oder „H“ haben oder in Pflegegrad 3 (mit dauerhaft eingeschränkter Mobilität), 4 oder 5 eingestuft sind.

Weiterhin ist erforderlich, dass die Schutzimpfung gegen das Corona-Virus in der Region nicht von einem mobilen Impfteam oder z. B. von Impfbussen – wie in manchen Bundesländern angeboten – sichergestellt ist.

Informationen zu angebotenen Services in den einzelnen Bundesländern erhalten Interessierte über die jeweiligen Corona-Hotlines.

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Bei der Krankenkasse nachfragen

Versicherte, die sich die Fahrkosten zum Impfzentrum erstatten lassen möchten, sollten am besten im Vorfeld bei ihrer Krankenkasse erfragen, ob sie generell diese Kosten übernimmt, rät die UPD.

Falls ja, ist es eine weitere Voraussetzung, dass der Arzt ihnen vorab eine Krankenfahrt verordnet. Sobald diese ärztliche Verordnung vorliegt, benötigen Versicherte keine Zustimmung der Krankenkasse mehr.

 

 

 

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Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Immobilienrente

Immobilienrente: Verkaufen und drin wohnen bleiben

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Die Pflege zu Hause ist nicht nur zeit-, sondern auch kostenaufwendig. Wenn Vermögen in Form einer Immobilie besteht, überlegen deshalb einige Menschen, wie sie an dieses Geld kommen – bestenfalls ohne ausziehen zu müssen. Das geht mit der Immobilienrente, bei der Sie allerdings auf einiges achten müssen. Wir haben mit Eva Raabe von der Verbraucherzentrale Hessen über die verschiedenen Möglichkeiten gesprochen. Weiterlesen

Finanzielle Last der Pflege

Studie: Angehörige tragen finanzielle Last der Pflege

Finanzielle Last der Pflege

Getty Images/Oliver Rossi

09.02.2021 – Viele Menschen, die einen Angehörigen pflegen, reduzieren ihren Job oder geben diesen komplett auf. Damit nehmen sie erhebliche finanzielle Einbußen in Kauf. Doch weniger die Älteren und damit jene Gruppe, die besonders auf Pflege angewiesen ist, beklagen diese Engpässe, sondern vor allem jüngere Generationen bis 40 Jahre. Das zeigt eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA).

Vor allem Jüngere beklagen Finanzeinbußen

Für die Untersuchung wurden im Sommer 2020 mehr als 3.000 Bundesbürgerinnen und -bürger befragt.

Dabei sollten sowohl Angehörige als auch Pflegebedürftige angeben, wie groß oder klein sie die Finanzeinbußen infolge der Pflegesituation einschätzen.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

Jeweils knapp 60 % der 18- bis 39-Jährigen stufen die Abstriche als „groß“ ein. Mit zunehmendem Alter sinkt dagegen der Anteil derer, die große Einbußen beklagen.

Während bei der stationären Pflege die Kosten für diese komplett vom Pflegebedürftigen und dessen Versicherungen übernommen werden, funktioniert häusliche Pflege mit einer teilweisen indirekten Finanzierung durch die Angehörigen, indem sie zugunsten der Pflege freiwillig auf Einkommen verzichten, verdeutlicht das DIA.

Ältere Pflegebedürftige empfänden ihre Lage weniger als finanzielle Verlustsituation. Zwar müssten sie oftmals Alterseinkünfte und Erspartes für die Finanzierung der Pflegekosten aufwenden. Das betrachte aber nur etwa ein Fünftel der ab 60-Jährigen als große finanzielle Einbuße.

Bereitschaft zu pflegen, ist groß

Trotz Einbußen: Die Bereitschaft, Angehörige zu pflegen, ist laut Studie „ausgesprochen groß“. Knapp zwei Drittel der Befragten sagen, dass sie sich die Pflege von Angehörigen ganz oder teilweise vorstellen können.

Für 17 % kommen Pflegetätigkeiten nicht infrage.

Für 13 % ist die Frage irrelevant, da sie z. B. keine Angehörigen haben.

Viele Eltern sehen ihre Kinder als „eine Art Garant für einen möglichen Pflegefall“. So gehen Kinderlose zu 40 % davon aus, dass sie später mit einer guten Pflege rechnen können. Mit steigender Kinderzahl nimmt diese Erwartungshaltung jedoch zu. Unter Befragten mit 4 und mehr Kindern rechnen nahezu zwei Drittel mit einer guten Pflege im Alter.

Die Studie mit allen Ergebnissen soll Mitte dieses Jahres erscheinen.

 

 

 

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Gesundheitsversorgungs- und Pflegeverbesserungsgesetz

Neues Gesetz: Verbesserungen für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen

Gesundheitsversorgungs- und Pflegeverbesserungsgesetz

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1.12.2020 – Ende November hat der Bundestag das Gesundheitsversorgungs- und Pflegeverbesserungsgesetz (GPVG) verabschiedet. Das bringt Entlastungen sowohl für Pflegebedürftige als auch ihre Angehörigen mit sich.

Hilfsmittel leichter beantragen

So z. B. ist die Beantragung von Hilfsmitteln künftig leichter und verlängern sich die Corona-Akuthilfen für pflegende Angehörige.

Die bisher befristete Regelung, nach der im Rahmen der Pflegebegutachtung empfohlene Hilfsmittel automatisch – auch ohne ärztliche Verordnung – als beantragt galten, soll ab 2021 dauerhaft gelten.

 

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Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Finanzielle Unterstützung verlängert 

Das bereits seit Ende Mai geltende, erweiterte Pflegeunterstützungsgeld für Corona-bedingte Versorgungsengpässe gilt in dieser Form bis Ende März 2021.

Das Pflegeunterstützungsgeld ist eine Lohnersatzleistung für Angehörige, die vorübergehend gezwungen sind, die häusliche Pflege zu übernehmen.

Digitale Beratungsgespräche

Beratungsbesuche für Pflegegeldempfänger sollen ebenfalls bis Ende März 2021 nicht nur in der eigenen Häuslichkeit erfolgen, sondern auch telefonisch oder digital über Video.

Die Beratungsbesuche dienen insbesondere der regelmäßigen Hilfestellung und praktischen pflegefachlichen Unterstützung von z. B. pflegenden Angehörigen und somit der langfristigen Sicherstellung der häuslichen Pflege.

 

 

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Pflegereform

Pflegereform: Pflegebedürftige und ihre Angehörigen bekommen mehr Geld

Pflegereform

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19.11.2020 – Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat Eckpunkte für eine Pflegereform im kommenden Jahr ausgearbeitet. In dem 5-seitigen Konzept sind u. a. Entlastungen für Pflegebedürftige und deren Angehörige vorgesehen.

Mehr Pflegesachleistungen und Pflegegeld

Um die häusliche Pflege zu stärken und die gestiegenen Kosten der vergangenen Jahre auszugleichen, sollen die ambulante Pflegesachleistung, das Pflegegeld sowie die Tagespflege zum 1. Juli 2021 um 5 % und ab 2023 regelhaft jährlich in Höhe der Inflationsrate angehoben werden.

Pauschale für Pflegehilfsmittel erhöht sich auf 60 Euro

Für Pflegehilfsmittel, die zum Verbrauch bestimmt sind – z. B. Inkontinenzwindeln –, soll die Pauschale von 40 auf 60 Euro im Monat steigen.

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Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege besser miteinander kombinieren

Mehr Flexibilität sollen Angehörige bei der Organisation der Pflege bekommen. Dafür sollen Kurzzeit- und Verhinderungspflege künftig smarter kombiniert werden können. Es soll zudem in der Entscheidung der Angehörigen liegen, ob sie bei Pflegediensten Leistungspakete oder Zeitkontingente buchen.

Im Gegenzug will die Regierung die Möglichkeiten der Kombination von betreutem Wohnen und Tagespflege einschränken.

Mehr Reha-Maßnahmen

Zur Vorbeugung vor Pflegebedürftigkeit plant Spahn, Reha-Maßnahmen für über 70-Jährige auszuweiten. Dies soll gelingen, indem die Pflegekassen verpflichtet werden, die Hälfte der Kosten zu übernehmen.

Wenn die Krankenkassen nicht mehr die vollen Kosten tragen müssen, werden sie häufiger die Reha-Maßnahmen genehmigen – so die Hoffnung des Ministers.

Die Reformüberlegungen sind noch in einem frühen Stadium und die Ausführungen bislang lediglich Gegenstand von “koalitionsinternen Beratungen”.

 

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Hausbesuche

Einstufung in Pflegegrade: MDK setzt persönliche Hausbesuche wieder aus

Hausbesuche

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10.11.2020 Qualitätsprüfungen und persönlichen Hausbesuche der Medizinischen Dienste der Krankenversicherung (MDK) sind während der aktuellen Kontaktbegrenzung im November erneut ausgesetzt. Das gab der MDK in der Vorwoche bekannt. Erst im Oktober waren die Kontrollen nach einer Zwangspause seit März wieder aufgenommen worden.

“Die Medizinischen Dienste leisten damit ihren Beitrag zur Kontaktreduzierung und zum Infektionsschutz der besonders gefährdeten pflegebedürftigen Menschen.”

Das sagte der Geschäftsführer des Medizinischen Diensts des Spitzenverbands Bund der Krankenkassen (MDS), Peter Pick.

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Einstufung in Pflegegrade: Zeitnaher Leistungsbezug sichergestellt

 

Die Einstufung in Pflegegrade erfolge während der Kontaktbeschränkung auf Basis bereits vorliegender Informationen. Zusätzlich gebe es die zu Beginn der Corona-Krise entwickelten strukturierten Telefoninterviews mit Pflegebedürftigen und ihren Bezugspersonen. Sie hälfen, den Grad der Pflegebedürftigkeit festzustellen.

Auf diese Weise würden der zeitnahe Leistungsbezug und die damit verbundene Versorgung sichergestellt.

Die Begutachtungen der gesetzlichen Krankenversicherung erfolgten während der Kontaktbeschränkung ebenfalls ohne körperliche Untersuchung.

Wie werden Pflegebedürftige aktuell begutachtet? Wie sehen Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen aus? Antworten dazu hat der MDK in einem Infoblatt zusammengefasst.

Weitere Informationen zur Begutachtung und Qualitätsprüfung während der Pandemie gibt es auf den Internetseiten des MDS.

 

 

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Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.