Maskenpflicht

Forderung nach Ende der Maskenpflicht in Heimen

Maskenpflicht

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08.02.2023 – Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) hat ein „unverzügliches Ende“ der Masken- und Testpflicht für Bewohnende von Pflegeheimen wie auch für ihre Besucherinnen und Besucher gefordert. Nach Auslaufen der Schutzmaßnahmen in fast allen Bereichen des öffentlichen Lebens sind nach Ansicht des Dachverbands Eingriffe in das Selbstbestimmungsrecht von Heimbewohnenden unverhältnismäßig, argumentierte die BAGSO am Montag.

Eingriffe in Selbstbestimmungsrecht unverhältnismäßig

Angesichts der hohen Immunität auch älterer Menschen durch Impfungen und durchlebte Corona-Infektionen sowie der geringeren Krankheitslast unter den Bewohnenden könnten diese Vorschriften nicht mehr mit dem Schutz besonders vulnerabler Gruppen begründet werden.

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

In einem Brief an die Gesundheitsministerinnen und -minister der Länder schreibt die BAGSO, ein Ende der Corona-Schutzmaßnahmen in Pflegeheimen sei „nicht nur vertretbar, sondern auch geboten“.

Die BAGSO verweist darauf, dass Menschen in Pflegeheimen in den vergangenen drei Jahren einen „drastischen Rückgang sozialer Kontakte“ hinnehmen mussten. Die Häufigkeit von Besuchen habe sich aufgrund der aufgebauten Hürden deutlich verringert. Zudem hätte es auch erhebliche Einschränkungen beim Freizeitangebot sowie bei Angeboten zur Gesundheitsförderung und Prävention gegeben.

Schutzauflagen erhöhen Risiko einer Vereinsamung

Neue Hürden entstünden aktuell dadurch, dass kaum noch Testmöglichkeiten angeboten werden. Die bestehenden Schutzauflagen erhöhten daher das Risiko einer Vereinsamung, so die BAGSO weiter. Auch erschwere die Maskenpflicht für Menschen mit kognitiven Einschränkungen die besonders wichtige nonverbale Kommunikation.

Die Masken- und Testpflicht für Besucherinnen und Besucher von Pflegeeinrichtungen gilt nach der aktuellen Regelung noch bis 7. April. Das Infektionsschutzgesetz schreibt auch eine Maskenpflicht für Bewohnende beim Aufenthalt in Gemeinschaftsbereichen vor. Diese Regelung wird jedoch nach Angaben der BAGSO häufig nicht umgesetzt.

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Häusliche Pflege

Häusliche Pflege: Angehörige sehen auch positive Seiten

Häusliche Pflege

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02.02.2023 – Angehörige erleben eine häusliche Pflegesituation nicht nur als Belastung, vielmehr können sie ihr auch Positives abgewinnen. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie eines Forschungsteams des Uniklinikums Erlangen und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), in der 900 Teilnehmende befragt wurden. Die Forschenden untersuchten Zugewinne, sogenannte „Benefits“, die sich bei An- und Zugehörigen durch eine Pflegesituation eingestellt haben.

So gaben 61,7 Prozent der Befragten an, dass ihnen durch die Pflegetätigkeit deutlicher geworden sei, welche Werte ihnen persönlich in ihrem Leben wichtig sind. Mehr als die Hälfte der Studienteilnehmenden habe „viel dazu gelernt“, 41 Prozent berichteten, ihre Zeit besser organisieren zu können.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Bislang wurde bei der Angehörigenpflege eher im Bereich der psychischen und physischen Belastungen geforscht. Die jüngst erschienene Studie stellt jedoch die Zugewinne in den Mittelpunkt. Dazu gehörten, dass die pflegenden Angehörigen sich als geduldiger und reifer empfänden, mehr Wertschätzung von anderen erlebten oder eine positivere Lebenseinstellung gewonnen hätten.

Das Wissenschaftsteam um Forschungsprojektleiterin Anna Pendergrass vom Zentrum für Medizinische Versorgungsforschung an der Psychiatrischen und Psychotherapeutischen Klinik des Uniklinikums Erlangen beobachtete, dass diese „Benefits“ vorteilhafte Effekte auf die Pflegenden, Gepflegten und die gesamte Situation haben können. So gebe es aus der internationalen Forschung erste Belege für einen Puffereffekt. Demnach könnten negative psychologische Beschwerden wie Depressionen oder körperliche Auswirkungen der Pflege durch das Erleben von Zugewinnen abgemildert werden. 

Interessierte, die sich an der Studie beteiligen möchten, können den Fragebogen hier herunterladen.

Über die Autorin

Britta Waldmann ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Angehörige auf der Intensivstation

Angehörige auf der Intensivstation: Mit Worten Kraft geben

Angehörige auf der Intensivstation

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Liegt ein Familienmitglied auf der Intensivstation, leiden die Angehörigen mit. Sie fühlen sich hilflos und leben zwischen Bangen und Hoffen – oft über Wochen und Monate hinweg. Was hilft ihnen, diese Zeit zu überstehen?

Als Susann May* ihre Tochter zum ersten Mal auf der Intensivstation sieht, erschrickt sie. Mit den vielen Wassereinlagerungen sieht sie sehr verändert aus. „Das ist nicht meine Anna*“, denkt sie. Eine Woche liegt ihre Tochter im Koma, und Susann bleibt jeden Tag bei ihr. „Ich habe Anna gestreichelt, mit ihr gesprochen, mit den Ärzten geredet, meine Familie auf dem Laufenden gehalten und immer wieder auf die Monitore geschaut. Sonst konnte ich nichts tun“, sagt sie.

Die 25-jährige Anna ist an einer Meningokokken-Sepsis erkrankt und entwickelt kurz nach ihrer Aufnahme ein Waterhouse-Friderichsen-Syndrom, eine schwere Komplikation der Sepsis. Dabei können Hände und Füße betroffen sein und in kurzer Zeit absterben. Annas Hände haben schwere Nekrosen, können aber gerettet werden. Ihre beiden Unterschenkel müssen amputiert werden.

Lange Zeit ist ihr Zustand kritisch und die größte Angst ihrer Mutter ist, entscheiden zu müssen, ob die Apparate abgestellt werden sollen. „Die Ohnmacht war das Schlimmste“, sagt sie im Nachhinein. „Mich hat einfach nur die Hoffnung getragen, dass die Folgeschäden nicht zu schlimm sind.“

Was Angehörige besonders belastet

Es ist eine Extremsituation, die Angehörige auf der Intensivstation durchleben: die Angst um den geliebten Menschen, die Ungewissheit, wie es weitergeht, die hoch technisierte, unpersönliche Umgebung. Für die Angehörigen ist die Intensivstation ebenso bedrohlich wie für die Patientinnen und Patienten (im Folgenden: Patienten) selbst – mit dem Unterschied, dass sie die Gefahr, in der das Familienmitglied schwebt, bei vollem Bewusstsein mitbekommen. „In diesen zwei Wochen hatte ich sehr viel Angst“, berichtet Maria Köster* vom Intensivaufenthalt ihres Mannes. Es sind die typischen quälenden Fragen: „Wird er das überleben? Wird er danach geistig wieder voll da sein? Überhaupt: Wie wird es weitergehen?“

Als sehr belastend erleben die Angehörigen auch die vielen Entscheidungen, die sie immer wieder treffen müssen, wie: Soll eine Lungenspiegelung gemacht werden? Soll eine neue Ernährungssonde in Narkose gelegt werden? „Ich hatte schreckliche Angst, das Falsche zu entscheiden“, sagt Silke Weiß*. Besonders schwerwiegend sind dabei die Entscheidungen, die das Lebensende betreffen: Sollen bestimmte Medikamente abgesetzt werden? Oder gar: Sollen die Maschinen abgestellt werden? „Wie sollte ich das entscheiden? Das hat mich absolut überfordert“, erzählt Christina Laumer*. „Denn einerseits war klar, meine Mutter will das so nicht mehr, andererseits zeigte sie in den etwas besseren Phasen immer noch einen starken Lebenswillen. Ich war hin- und hergerissen.“

Eine psychische Ausnahmesituation

Angehörige werden Zeuge einer lebensbedrohlichen Situation, die oft Wochen oder sogar Monate anhält. Sie haben massive Ängste, fühlen sich allein und müssen trotzdem weiter funktionieren – eine psychische Ausnahmesituation. Angst, Depressionen und posttraumatische Belastungsstörungen, kurz PTBS, können die Folge sein. Studien zeigen: Oft leiden die Angehörigen häufiger an psychischen Symptomen als die Patienten selbst.

Doch wie können psychische Belastungen der Angehörigen reduziert werden? Mit dieser Frage beschäftigen sich verschiedene Forschungsarbeiten. In diesen wird deutlich, dass eine gute, stärkende Kommunikation einen wesentlichen Einfluss hat. Ein wertschätzendes Gespräch, bei dem die Angehörigen ihre Gefühle verbalisieren können, ihnen zugehört wird und sie ermutigt werden, Fragen zu stellen, kann Belastungen reduzieren.

Wichtig ist zudem, dass Angehörige in die Pflege des erkrankten Familienmitglieds eingebunden werden, ausreichend Informationen durch das medizinische Fachpersonal erhalten und durch ein multiprofessionelles Team inklusive Psychologinnen und Psychologen sowie Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter betreut werden.

Spricht man mit Angehörigen, wird deutlich, wie entscheidend es ist, dass sie wirklich jederzeit auf die Intensivstation dürfen und sich hier willkommen fühlen. „Ich durfte auf der Intensivstation von morgens bis abends bei ihr sein – dafür war ich sehr dankbar“, sagt Susann May. Auch durfte sie kleinere pflegerische Maßnahmen übernehmen, was ihr das Gefühl gab, etwas zur Genesung ihrer Tochter beitragen zu können. Angehörige schätzen es, wenn sie sich angeleitet und ermutigt fühlen, mit dem Intensivpatienten zu sprechen und ihn zu berühren. „Wir waren nie eine Familie, in der es körperlich viel Nähe gab“, erzählt Christina Laumer. „Aber als meine Mutter so krank war, habe ich damit angefangen – auch ermutigt durch die Pflegenden. Ich habe sie in die Arme genommen, sie geküsst und ihr gesagt: ,Ich hab dich lieb.‘ Ich habe gedacht, wenn ich es jetzt nicht mache, dann kann ich es bald nicht mehr tun.“

Kleine Rettungsanker in schweren Zeiten

Als tröstlich wird erlebt, wenn das Fachpersonal zugewandt, empathisch und wertschätzend ist. Susann May erinnert sich, wie eine Pflegende zu ihr sagte: „Sie haben Unglaubliches geleistet in diesen Wochen!“ „Das hat mich so angerührt, dass mir die Tränen gekommen sind“, sagt Susann May. „Insgesamt haben wir viel Empathie, Menschlichkeit und Bestärkung erfahren. Diese Menschlichkeit ist wichtiger als alle Professionalität.“ Oft sind es Kleinigkeiten, die den Ausschlag geben: ein aufmunternder Blick, ein Lächeln, eine Berührung.

„Als Rettungsanker habe ich die Pflegenden und Ärzte empfunden, in deren Augen ich Wärme sah“, erzählt Silke Weiß. „Jeden Tag hoffte ich, einen von ihnen bei meinem Mann anzutreffen. Sie waren ruhig, erfahren und lieb. Stellten uns Stühle bereit, boten uns Getränke an und mir abends auch schon einmal etwas zu essen. Immer wenn sie da waren, bin ich beruhigt nach Hause gegangen.“ Auch wie die Pflegenden sowie Ärztinnen und Ärzte mit dem Patienten selbst umgehen, spielt eine wichtige Rolle. „Ich habe mich auf diejenigen konzentriert, die mir guttaten, diejenigen, die meinem Mann respektvoll begegneten“, sagt Silke Weiß. „Die einfach lieb zu ihm waren. Diejenigen, denen ich Fragen stellen durfte, die auch meinem Mann erklärten, was sie taten, auch als er bewusstlos war. Diejenigen, die ihn und mich anlächelten.“

„Ohne meine Familie hätte ich das nicht geschafft“

Heute weiß man, wie wichtig die Anwesenheit von Angehörigen für Intensivpatienten und ihre Genesung ist. Zahlreiche Studien bestätigen: Angehörige sind Familie und kein Besuch! Sie sind lebensnotwendig. Sie geben Zuversicht und Hoffnung und sind ein wichtiges Bindeglied zur Realität. Viele Patienten sagen im Nachhinein: „Ohne meine Familie hätte ich das nicht geschafft.“ Das war auch bei Anna so, der 25-jährigen Patientin mit Meningokokken-Sepsis und Amputation der Unterschenkel. Sie wachte nach einer Woche aus dem Koma auf. „Als ich gesehen habe, dass Mama da ist, wusste ich, alles wird gut“, sagte sie später. Doch bis dahin lag noch ein weiter Weg mit vielen Klinikaufenthalten vor ihr.

Ihre Mutter Susann erinnert sich noch gut an den Tag, als Anna ihr und ihrem Mann aus der Rehaklinik ein Video schickte – fünf Monate nach dem Intensivaufenthalt. Es zeigt, wie Anna mit ihren beiden Prothesen selbstständig die ersten Schritte macht. „Wir haben so geweint vor Freude! Ich hätte nicht gedacht, dass sie es so schnell schafft. Ich bin so stolz auf sie.“

 

*Alle Namen der Angehörigen und Patientinnen wurden geändert. Die Zitate sind zahlreichen Gesprächen entnommen, die für das Buch „Auf der Intensivstation“ zwischen September 2020 und Dezember 2021 geführt wurden. 

Literatur erhalten Sie auf Anfrage bei den Autorinnen.

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VdK_Rentenpunkte_Krankenversicherung

VdK fordert Rentenpunkte und Krankenversicherung für pflegende Angehörige

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12.01.2023 – Der Sozialverband VdK fordert, dass pflegende Angehörige krankenversichert werden und für ihre häusliche Pflegearbeit Rentenpunkte angerechnet bekommen. Das geht aus einer Pressemitteilung des Verbands hervor. Zudem begrüßt der VdK die Pläne von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), pflegende Angehörige besserzustellen. Dafür sollen die Beitragssätze in der Pflegeversicherung erhöht und Steuermittel verwendet werden.

Dazu sagte die VdK-Präsidentin Verena Bentele:

„Endlich hat Herr Lauterbach erkannt, dass pflegende Angehörige am Limit ihrer Belastung sind und sehr dringend mehr finanzielle Unterstützung brauchen. Pflegende Angehörige müssen jetzt im Mittelpunkt einer Reform stehen. Das Ziel muss sein, dass sie finanziell besser abgesichert werden und für ihre Arbeit einen Lohn erhalten.“

 

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Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

Doch das geht dem VdK nicht weit genug. Bentele erklärte weiter: 

„Je länger die Pflegetätigkeit dauert, desto geringer ist die eigene Erwerbstätigkeit. Dadurch haben pflegende Angehörige nicht nur weniger Geld, sondern sie erhalten für die Pflegearbeit auch keine Rentenpunkte. Sie werden so im Alter noch einmal dafür bestraft, dass sie ihre Angehörigen gepflegt haben. Das ist ein Skandal. Deshalb fordert der VdK, dass pflegende Angehörige krankenversichert werden und für die häusliche Pflegearbeit Rentenpunkte angerechnet bekommen.“

Schon im Herbst vergangenen Jahres hatte Bentele darauf verwiesen, dass jeder fünfte pflegende Angehörige armutsgefährdet sei und hatte ihre Forderung nach einer Entlohung deutlich gemacht.

Über die Autorin

Britta Waldmann ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Silbertelefon_Einsamkeit

Seniorenministerin am Silbertelefon– ein Drittel mehr Anrufe an den Feiertagen

Silbertelefon_Einsamkeit

GettyImages/Dobrila Vignjevic

13.01.2023 – Zum sechsten Mal hat der Berliner Verein „Silbernetz“ sein telefonisches Gesprächsangebot über die Weihnachtszeit vorgehalten. Wie aus einer Pressemitteilung des Vereins hervorgeht, nutzten diesmal zwischen Heiligabend und Neujahr ein Drittel mehr Seniorinnen und Senioren das anonyme und kostenfreie Gesprächsangebot als im Vorjahr. Insgesamt erreichten die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 5.628 Anrufe (Vorjahr: 4.250) aus allen Bundesländern.

 

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Silbernetz-Initiatorin Elke Schilling:

„Die große Spanne der Gefühle unserer Anrufenden können die Zahlen nicht zeigen: von freundlicher Dankbarkeit bis hin zu schmerzlich empfundener Einsamkeit über die Feiertage oder massiver Existenzangst wegen der Inflation berichteten die einsamen Älteren.“
   

Bundesseniorenministerin Lisa Paus als Gesprächspartnerin am Silbertelefon

Ein besonderes Angebot organisierte Silbernetz am Donnerstag, 12. Januar 2023: Bundesseniorenministerin Lisa Paus (Bündnis 90/Die Grünen) übernahm für eine Stunde das Silbertelefon und wollte so ein Zeichen gegen Alterseinsamkeit setzen. Menschen ab 60 Jahren konnten – wie jeden Tag – unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 4 70 80 90 anrufen. Die Ministerin nahm die Telefongespräche unter einem Pseudonym entgegen, sodass authentische Gespräche entstanden.
 
Bundesministerin Lisa Paus:

„Wir alle wollen hin und wieder einfach nur mal reden. Einsamkeit kann uns alle treffen und ist inzwischen ein gesellschaftliches Problem, mit dem Menschen aller Generationen zu kämpfen haben. Gerade in der Winterzeit, wenn es früh dunkel wird und wir uns mehr in den eigenen vier Wänden aufhalten, tut Einsamkeit besonders weh. Das Silbertelefon hilft – mit dem Feiertagstelefon an Weihnachten, aber auch über das ganze Jahr. Wenn ich der einen oder dem anderen mit einem Gespräch den Tag etwas leichter machen kann, dann habe ich im Kleinen bereits Großes erreicht.“

 

Das Silbertelefon steht Menschen ab 60 Jahren anonym und kostenfrei täglich von 8 bis 22 Uhr unter 0800 4 70 80 90 zur Verfügung.

Weitere Informationen auf der Webseite des Vereins Silbernetz.

Über die Autorin

Britta Waldmann ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Drei Personen unterhalten sich

VdK-Studie: Unterstützungsmöglichkeiten häufig noch unbekannt

Drei Personen unterhalten sich

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Noch immer werden zahlreiche Unterstützungsleistungen wie Tages-, Verhinderungs- oder Kurzzeitpflege nicht in Anspruch genommen. Die Gründe dafür sind vielschichtig, häufig jedoch werden die Angebote als nicht bedarfsgerecht oder nicht bezahlbar empfunden. Darüber hinaus wird die Beantragung als Hürde angesehen – oder Angebote sind schlicht wohnortnah nicht verfügbar. Weiterlesen

Zwei Frauen unterhalten sich

Diskriminierung aufgrund von Pflege: Über ärgerliche Ratschläge

Zwei Frauen unterhalten sich

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Christine Sowinski ist pflegende Angehörige. Sie pflegt ihre Mutter und kümmert sich um ihren Bruder. Doch statt Wertschätzung erfährt sie immer wieder Ablehnung und kränkende Ratschläge. Weiterlesen

Entzündungshemmende Ernährung

Entzündungshemmende Ernährung: Entscheidung fängt im Kopf an

 

Entzündungshemmende Ernährung

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Wie wohl wir uns fühlen, hängt auch immer davon ab, wie wir uns ernähren. Um Entzündungen im Körper abzuwehren, können antientzündliche Lebensmittel helfen. Wir erklären, was eine entzündungshemmende Ernährung auszeichnet und wie es gelingt, sie umzusetzen und in den Alltag einzubinden. Weiterlesen

Buch von pflegenden Angehörigen

Neues Buch: Pflegende Angehörige kommen zu Wort

Buch von pflegenden Angehörigen

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06.12.2022 – Pflege ist ein Thema, an dem fast niemand vorbeikommt. Der 3. Band der Buch-Reihe „Wir bauen eine Brücke…“, herausgegeben von Wiebke Worm, ist eine Anthologie pflegender Angehöriger, beruflich Pflegender und Unterstützer. Ziel sei es, für Verbesserungen in der Pflege zu kämpfen und so Brücken auch zu Menschen zu schlagen, die bislang nicht mit dem Thema in Berührung gekommen sind, so die Herausgeberin.

In diesem 3. “Brückenbau”-Buch geben pflegende Angehörige einen kleinen Einblick in ihr Leben und zeigen auf, wo es in der häuslichen Pflege nicht rund läuft. Sie zeigen aber auch schöne Momente und zudem kommen beruflich Pflegende zu Wort, worin die Autorin den Ansatz des Buches, eine Brücke zu schlagen, sieht.

Herausgeberin Wiebke Worm dazu:

„Es ist berührend, mit Tipps und ein wenig Statistik diesmal. Wer pflegt findet sich hier mit Sicherheit irgendwie wieder, wer (noch) nicht pflegt, sollte sich trotzdem ein Bild machen.“

 

Das Buch ist abgerundet mit einigen wenigen Umfrageergebnissen, die direkt aus der Praxis kommen. Es hat den Anspruch, die Realität in der häuslichen Pflege abzubilden und auch als Ratgeber zu dienen.

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Der Verkaufserlös geht an den Verein “Pflegende Angehörige e.V.”, der sich nach eigenen Aussagen um die Belange von pflegenden Angehörigen, aber auch der zu Pflegenden kümmert.

Interessierte bekommen das Buch u. a. als Taschenbuch für 12 Euro beim Kellereiladen oder in anderen Buchhandlungen.

 

Über die Autorin

Britta Waldmann ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Barrierefreiheit

Regierung bringt Bundesinitiative Barrierefreiheit auf den Weg

Barrierefreiheit

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01.12.2022 – Mit einer „Bundesinitiative Barrierefreiheit“ will die Bundesregierung in den kommenden Jahren Hindernisse für Menschen mit Behinderung abbauen. Das hat das Kabinett gestern mit Blick auf den Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember beschlossen. Im Zentrum der Initiative stehen mehr Barrierefreiheit im Verkehrs- und Wohnungssektor, im Gesundheitswesen und bei der Digitalisierung, wie das Bundesministerium Arbeit und Soziales mitteilte.

Im Rahmen der Bundesinitiative wird die Regierung rechtliche Regelungen weiterentwickeln, um die Barrierefreiheit im öffentlichen und privaten Bereich voranzutreiben.

Sie wird dafür u. a. das Behindertengleichstellungsgesetz, das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz und das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz überarbeiten.

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Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Außerdem will die Bundesregierung durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit alle in der Gesellschaft dafür sensibilisieren, wie Barrieren Menschen behindern können.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sagte:

„Der Start der Bundesinitiative Barrierefreiheit ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg in eine barrierefreie und inklusive Gesellschaft.“

Die Vorhaben sollen von einem Beirat begleitet werden, in dem Behinderten-Selbstorganisationen sowie Länder, Kommunen, Wissenschaftler, Arbeitgeber und Gewerkschaften vertreten seien.

Weitere Einzelheiten finden Interessierte direkt im Eckpunktepapier.

Über die Autorin

Britta Waldmann ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.