Waldbaden

Waldbaden: Einfach mal abtauchen

Waldbaden

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Den Wald mit allen Sinnen erleben, Kraft schöpfen und die Akkus mit neuer Energie aufladen: Waldbaden tut gut und kann ganz einfach auch mit wenig Zeit in den Alltag integriert werden.

Sie brauchen kein Handtuch, keine Sonnenliege und auch keine Eintrittskarte. Sie brauchen nur sich selbst, ein paar Minuten Zeit – und die Natur. Was in Japan schon seit Jahrzehnten als Medizin gilt, wird in Deutschland erst seit wenigen Jahren aktiv betrieben: das Waldbaden, auch Shirin-yoku genannt. Das ist Japanisch für Wald(luft)bad. Nach Abschluss eines Forschungsprogramms, das die medizinische Wirkung des Waldbadens nachwies, eröffneten in Japan Zentren für Waldtherapie, Universitäten bieten seither fachärztliche Spezialisierung in Waldmedizin an – alles dreht sich um die Heilungskräfte der Natur. Schließlich wurde im Rahmen des Forschungsprogramms herausgefunden, dass im Wald die Zahl der Killerzellen steigt, Blutdruck, Kortisol und Puls sinken und das Immunsystem profitiert. Fährt dieses hoch, so werden eben auch mehr Killerzellen, also weiße Blutkörperchen, gebildet: Nach einem Waldspaziergang sind im Körper etwa 50 Prozent mehr dieser Zellen vorhanden. Die bekämpfen einerseits körperfremde Keime, aber auch körpereigene Krebszellen. Dass Sie sich Zeit für sich nehmen, tut also nicht nur Ihrer Psyche, sondern auch Ihrem Körper gut und steigert Ihr Wohlbefinden langfristig.

Grüne Erholung

Höher, schneller, weiter? Entspannung im Wald zu finden, hat nichts mit Sport, Übungen oder Regeln zu tun. In der Umgebung sinkt der Leistungsdruck, der Sie im Alltag umgibt, automatisch. Wenn Sie sich für einen Spaziergang im Wald entscheiden, so legen Sie vorab keine Strecke fest: Bleiben Sie stehen, wenn Ihnen das Licht gefällt, hören Sie genau hin, ob nicht irgendwo ein Bach plätschert – und wenn Sie möchten, machen Sie sich auf die Suche nach dem Ursprung. Wenn Sie den Wald bewusst betreten, um zu entspannen, geht es letztlich nur um Achtsamkeit. Fragen Sie sich, was Ihnen in dem Moment guttut, wie Sie eine Verbindung zur Natur aufbauen und was Ihnen Kraft spendet. Weil es um Ihre ganz persönliche Wahrnehmung geht, ist es auch sinnvoll, zur Entspannung alleine in den Wald zu gehen. So müssen Sie auf niemanden Rücksicht nehmen und können allein auf Ihre Sinne achten. Gerade wenn Sie in der häuslichen Pflege viel Verantwortung tragen, können Sie in diesen Zeiten Entlastung finden.

Sie merken schon beim Lesen: Wenn Sie sich vornehmen, 4 Kilometer in einer bestimmten Zeit zu meistern, werden Sie sich an die Vorgabe halten wollen. Und so wird die eigentliche Entspannung gleich wieder zum Druck. Deshalb: Lassen Sie los! Setzen Sie sich beim Waldbaden beispielsweise auf eine Bank, vielleicht sogar auf einen Baumstumpf, wenn Sie es möchten, und geben Sie sich dort die Zeit, die Sie investieren können und wollen. Die typische Waldatmosphäre aktiviert dabei das parasympathische Nervensystem, das für den Aufbau körpereigener Reserven, die Erholung und den Stoffwechsel verantwortlich ist. Folglich werden Stresshormone zurückgefahren und sorgen für einen Ausgleich, von dem Sie auch noch nach dem Waldbaden profitieren werden.

Waldbaden lernen

  • Neugierig sein: Gehen Sie in den Wald, als wäre es das erste Mal, und erkunden Sie die Umgebung.
  • Einfach drauf los: Setzen Sie sich keine Ziele, sondern versuchen Sie herauszufinden, was Ihnen gut tut.
  • Sehen, hören, riechen, fühlen: Lassen Sie sich von Ihren Sinnen leiten! Wie riecht beispielsweise die Waldluft, wie fühlt sich die Rinde an, welche Formen und Farben sehen Sie?
  • Innehalten: Wie wirkt der Wald auf Sie? Welche Gedanken löst er aus?
  • Bewusstsein: Gehen Sie bewusst in den Wald, tauchen Sie in Ihre Entspannung ein und verlassen Sie den Wald wieder ebenso bewusst.
  • Rituale: Sie tragen zur Entspannung bei. Begrüßen Sie beispielsweise den Wald, den Sie betreten, auf eine spezielle Art und Weise oder bedanken Sie sich bei „Ihrem“ Wald für die Kraft, die er Ihnen gespendet hat.
  • Regeln? Gibt es nicht. Bedenken Sie, dass wir Ihnen ausschließlich Anregungen bieten wollen, denn im Wald gilt: Jeder badet, wie es ihm gefällt.


Über den Autor

Patricia Schaller ist Redakteurin der Zeitschrift „Angehörige pflegen“.

Junge pflegende Angehörige

Junge Pflegende – Gestohlene Kindheit?

Junge pflegende Angehörige

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Wenn Kinder zu Pflegenden werden, übernehmen sie plötzlich viel Verantwortung und sorgen oft alleine dafür, dass das Familienleben noch funktioniert. Weil sie so aber ein verzerrtes Bild von Bindungen bekommen, hat die Pflege in jungen Jahren oft weitreichende Folgen. Prof. Dr. Michael Klein, klinischer Psychologe und Psychotherapeut, erklärt, wie sich diese Pflege auf das Erwachsenwerden auswirkt.

Es sind die Eltern, die ihre Kinder großziehen, Verantwortung übernehmen und sich kümmern: Wenn ein Elternteil plötzlich pflegebedürftig wird, verschiebt sich diese Abhängigkeit. Kinder sind nicht mehr von den Erwachsenen, sondern Erwachsene von den Kindern abhängig. Aber was macht das mit dem Erwachsenwerden – und welche Auswirkungen hat das auf die Psyche?

Emotionale Stabilität bei jungen Pflegenden

Eltern, Geschwister, Großeltern: Egal welche Angehörigen ein junger Mensch pflegt; der bisher gekannte Familienalltag verändert sich. Manche, vielleicht jahrelang bestehende, Aktivitäten, können nicht mehr ausgeübt werden. „Dies kann eine Störung wichtiger Familienrituale, wie beispielsweise die gemeinsamen Mahlzeiten, Ausflüge oder Feiern, mit sich bringen. Geplante und durchgeführte gemeinsame Familienaktivitäten sind für junge Menschen allerdings sehr wichtig: Sie sind stabilisierend und geben ihnen Sicherheit, indem sie erwartete Rollen klarstellen, Grenzen innerhalb der Familie beschreiben und Regeln so definieren, dass Kinder lernen, wie die Familie und andere soziale Gefüge und Beziehungen funktionieren“, erklärt Prof. Dr. Michael Klein. Weil junge Pflegende quasi durchgehend mit Unsicherheit konfrontiert werden, brauchen sie gerade diese Stabilität, um auch emotionale Ausgeglichenheit zu finden. Wenn ein Angehöriger zum Beispiel an psychischen Störungen leidet oder suchtkrank ist, und deshalb ein problematisches Bindungs- und Erziehungsverhalten zeigt, ist die junge pflegende Person oft Stimmungsveränderungen oder Persönlichkeitsstörungen ausgesetzt: „Deshalb können die Kinder oft nicht richtig versorgt und die materiellen sowie emotionalen Bedürfnisse nach Nähe, Zuneigung und Liebe nicht mehr erfüllt werden.“

Gestohlene Kindheit

Gerade wenn ein Elternteil erkrankt ist oder es die familiäre Situation nicht anders zulässt, übernehmen Kinder und Jugendliche die Elternrolle und die Verantwortung meistens automatisch – einfach, weil die Veränderung des Familienlebens durch die Erkrankung nichts anderes zulässt. Fragt man Betroffene, so hört man regelmäßig, dass sie eben „funktionieren“, um ein möglichst geregeltes Leben führen zu können: „Die intensive und umfassende Veränderung der Familienrealität durch die Erkrankung lässt nichts anderes zu. So werden junge Menschen zu pflegenden Angehörigen wider Willen“, weiß Michael Klein. Man kann hier auch von gestohlener Kindheit sprechen. Schließlich können Betroffene ihre alterstypischen Entwicklungsaufgaben nicht angemessen bewältigen und sind chronisch überfordert: „Insbesondere Mädchen scheinen hiervon betroffen zu sein und in Gefahr, internalisierende psychische Störungen wie beispielsweise Angst, Depression oder Somatisierung zu entwickeln. Jungen reagieren öfter mit externalisierenden Verhaltensweisen und Störungen wie Aggressivität und Hyperaktivität.“ Auch Benjamin Salzmann, Projektkoordinator von www.echt-unersetzlich.de, Diakonisches Werk Berlin Stadtmitte e.V., beschäftigt sich mit jungen Pflegenden und erklärt: „Das generelle Überforderungsgefühl kann überwältigend sein. Mit am Schwierigsten daran ist, dass dieses Gefühl sehr diffus ist und den Betroffenen nicht ganz klar ist, welche die genauen Problemlagen sind.“

Es ist schwierig zu erkennen, wer Hilfe benötigt, weil junge Menschen sich in dieser Situation oft besonders belastbar präsentieren wollen. Hierbei handelt es sich um einen Schutzmechanismus: „Viele Betroffene zeigen nach außen das Bild eines starken, kompetenten, schon sehr reifen Kindes. Oft werden sie als älter eingeschätzt, als sie wirklich sind. Dieser Zustand, der durch die Anforderungen der Familie und Umwelt begünstigt und beschleunigt wird, täuscht aber oft über die wahren inneren Bedürfnisse des jungen Menschen hinweg. Werden diese nicht erkannt, sind Selbstwertprobleme, Ängste und Depressionen oder Aggressivität, Devianz, Leistungsverweigerung, Schulversagen und Hyperaktivität die Folge. Auch die Ausbildung körperlicher Symptome als Resultat von Überforderung, Angst und Erschöpfung ist bekannt. Viele betroffene Kinder sehen sich außerdem in einschlägigen Rollen: Besonders häufig sind die Begriffe ‚Heldenkind‘, ‚schwarzes Schaf‘, ‚verlorenes Kind‘ und ‚Clown‘. Das ‚Heldenkind‘ zeigt mit seinem stark leistungsbetonten Verhalten, dass in der Familie kein relevantes Problem vorherrschen kann und dass es in der Lage ist, selbst schwierigste Aufgaben zu meistern. Es erhält dafür besonders viel positive Aufmerksamkeit. Die anderen Rollen beziehen sich auf negative Aufmerksamkeit (‚schwarzes Schaf‘ bzw. ‚Sündenbock‘), Ablenkung der Aufmerksamkeit (‚verlorenes, einsames Kind‘) und Fokussierung von Aufmerksamkeit (‚Clown‘). Die unterschiedlichen Ausprägungen haben jedoch alle eins gemein: Sie stabilisieren das ‚falsche‘ Familiensystem unbewusst, weil sie vom eigentlichen Kernproblem ablenken.“ Wie wichtig es ist, den richtigen Zugang zu den Jugendlichen zu finden, um Verunsicherungen entgegenzuwirken, weiß auch Benjamin Salzmann: „Vor allem, wenn die Eltern oder Großeltern an Demenz, psychischen Erkrankungen oder Inkontinenz leiden, schämen sich junge Menschen, weil sie davon ausgehen, dass Krankheiten wie diese gesellschaftlich nicht wirklich akzeptiert werden. Leidet ein Familienmitglied beispielsweise an Krebs, gehen junge Pflegende auch anders mit der Situation um. Wir haben mit Echt Unersetzlich ein Portal gegründet, auf denen sich die sogenannten Young Carers über einen Online-Service Antworten auf die Fragen bekommen, die sie persönlich oder telefonisch nicht stellen möchten.“ Schulungen und Veranstaltungen für Fachkräfte in der Pflege, Bildung oder Jugendarbeit machen diese zu Multiplikatoren, die den richtigen Zugang zu den jungen Menschen schaffen.

Young Carers: Jugend zulassen

Das angesprochene eigentliche Kernproblem liegt in der großen Verantwortung, die junge Menschen in ihrer Pflegerolle übernehmen – und in den vertauschten Zuständigkeiten, die das Erwachsenwerden erschweren. Diese Doppelbelastung führt zu einer Jugend, die Kindlichkeit, wenn überhaupt, in nur sehr wenigen Momenten zulässt. Das liegt unter anderem daran, dass die Young Carers nur schwierig Verantwortung abgeben können, weil sie sich eine moralische Verpflichtung auferlegen. Damit die negativen psychischen Auswirkungen und die damit verbundenen möglichen Somatisierungen nicht überhand nehmen, ist es wichtig, sich bestenfalls frühzeitig Hilfe zu suchen. Dies kann in Form einer Therapie, im Austausch mit anderen Angehörigen oder über ganz spezielle Hilfsangebote für junge Pflegende funktionieren: „Wenn sich Kinder und Jugendliche vernachlässigt fühlen und die Last der Verantwortung zu schwer wird, sind Erzieher/-innen, Lehrer/-innen oder Sozialarbeiter/-innen die richtigen Ansprechpartner. Zu ihnen können sie Vertrauen fassen und sich auf deren Hilfe verlassen. Auf jeden Fall sind Maßnahmen wichtig, die Kinder aus der Pflegeverantwortung lösen. Dabei ist die notwendige Pflege nicht immer nur physisch, körperlich, sondern meist besonders im psychischen Bereich anzusiedeln. Kümmern, sorgen, aufpassen, kontrollieren, schützen, vermitteln, Stress reduzieren und Streit schlichten sind dabei nur die wichtigsten Aufgaben in diesem Bereich“, merkt Michael Klein an. Oft belasten die jungen Menschen die indirekten Auswirkungen der Pflege. Benjamin Salzmann erläutert: „Der Freundeskreis bricht beispielsweise weg, körperliche Belastungen führen zu Erschöpfung oder man grenzt sich selbst nach und nach aus, weil man das Gefühl hat, dass man andere Dinge tut und dadurch nicht mehr dazugehört.“

Maßgeblich ist es, die jungen Menschen etwas von ihrer Verantwortung zu lösen, damit sie zumindest ein Stück weit zu ihrer Kindheit und Jugend zurückgelangen und auf natürliche Weise lernen, wie soziale Beziehungen, Vertrauen und Abhängigkeit funktionieren. Dass durch die Pflege von Angehörigen in jungen Jahren ein Teil der Kindheit gestohlen wird, bemerken die Young Carers in den meisten Fällen erst, wenn sie die Pflegerolle verlassen – und auch dann sehen sie dies nicht als negativ, sondern als eine Situation, die nicht zu ändern war. Deshalb ist es umso wichtiger, bereits Maßnahmen während der häuslichen Pflege zu ergreifen, die junge Menschen entlasten, und ihnen Raum zur Entwicklung ihrer Individualität und ihrer Wünsche und Bedürfnisse schenkt.

Zögert nicht, in den Kontakt mit anderen Betroffenen zu kommen und euch Hilfe zu holen. Die gibt es beispielsweise bei Echt Unersetzlich oder bei der Pausentaste.


Über den Autor

Patricia Schaller ist Redakteurin.

24-Stunden-Pflege – Wie Sie die Rund-um-die-Uhr-Betreuung organisieren

Foto: Getty Images/CasarsaGuru

Pflegebedürftige Menschen sind oftmals nicht nur auf Pflege angewiesen, sondern brauchen auch 24 Stunden am Tag Betreuung. Das trifft insbesondere für Menschen mit Demenz zu und solche, die mehrere schwere Krankheiten haben. Wenn Sie Ihren pflegebedürftigen Angehörigen nicht mehr auch nur für kurze Zeit alleine lassen können, sind Sie in einer schwierigen Situation – besonders, wenn ein Pflegeheim nicht in Frage kommt. Die sogenannte 24-Stunden-Pflege kann in diesen Fällen eine Lösung sein.

Wenn die Zeit für eine umfassende Betreuung fehlt

Viele Familien suchen nach Lösungen, damit ihre Angehörigen so lange wie möglich zu Hause wohnen können und nicht in einem Pflegeheim untergebracht werden müssen. Das Hauptproblem in dieser Situation ist, dass die Betreuung sehr viel Zeit benötigt. Diese Aufgabe lässt sich kaum mit einer Berufstätigkeit vereinbaren. Das heißt, die Betreuung zu Hause ist ohne Unterstützung von außen nicht möglich.

Das belegt auch eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung „Pflege in den eigenen vier Wänden“. Demnach kommen für die Betreuung, Körperpflege, Arztbesuche, Ernährung und Haushalt bei einer Person mit Pflegestufe 1 fast 50 Stunden wöchentlich zusammen. Bei einem Menschen mit höchster Pflegestufe sind es über 83 Stunden.

24-Stunden-Pflege oder -Betreuung?

Wenn Sie in dieser Situation sind, sollten Sie zuerst einmal klar definieren, welche Unterstützung Sie wirklich benötigen. Braucht Ihr pflegebedürftiger Angehöriger rund um die Uhr qualifizierte Pflege? Dann handelt es sich um eine Intensivpflegesituation, die durch sich abwechselnde qualifizierte Fachkräfte geleistet werden muss.

Etwas anderes ist es, wenn Sie Ihren pflegebedürftigen Angehöriger lediglich nicht mehr alleine lassen können. In diesem Fall kann es sein, dass Sie zeitweise Unterstützung bei der Pflege benötigen, aber hauptsächlich Betreuungsbedarf haben. Das heißt, Sie brauchen Unterstützung beim Gesellschaftleisten, Aktivieren, leichten pflegerischen Handgriffen, Arztbesuchen und so weiter. Für diese Tätigkeiten sollte die Hilfsperson zwar pflegerisch geschult sein, braucht aber nicht zwingend eine vollwertige Pflegeausbildung.

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird für beide Fälle oft der gleiche Begriff benutzt, nämlich 24-Stunden-Pflege. In diesem Beitrag wird das aber anders gehandhabt: Wir unterscheiden die 24-Stunden Pflege von der 24-Stunden-Betreuung.

 

Merke

Die Begriffe 24-Stunden-Pflege und 24-Stunden-Betreuung sind problematisch, weil sie nahelegen, dass eine Hilfskraft rund um die Uhr arbeitet. Dies ist jedoch mit den deutschen Arbeitsschutzgesetzen nicht vereinbar.

Die 24-Stunden-Pflege kann nur von geschulten Fachkräften geleistet werden

Die 24-Stunden-Pflege ist mit einer ambulanten Intensivpflege gleichbedeutend. Das heißt, diese Pflege kann nur von entsprechend geschulten und ausgestatteten Pflegekräften geleistet werden. Pflegekräfte, die schwerst pflegebedüftige Menschen außerhalb einer Klinik versorgen, brauchen eine Zusatzausbildung in Intensivpflege. Denn oftmals müssen Beatmungsgeräte oder weitere unterstützende Apparate und Hilfsmittel richtig bedient und eingesetzt werden. Intensivpflegekräfte müssen auch in der Lage sein, medizinische Notfälle zu erkennen und die Erstversorgung zu leisten.

Diese Pflege wird von ambulanten Pflegediensten angeboten und kann mit den Krankenkassen unter dem Stichwort Behandlungspflege abgerechnet werden.

Die 24-Stunden-Betreuung kann von Hilfskräften geleistet werden

Hilfskräfte, die Sie bei der Betreuung Ihres pflegebedürftigen Angehörigen unterstützen, brauchen keine pflegerische Ausbildung. Ihre Hauptaufgaben liegen im Haushalt und bei der Betreuung: Diese Betreuungskräfte unterstützen Sie bei Einkauf, Essenszubereitung und Körperpflege für Ihren pflegebedürftigen Angehörigen, betreuen und begleiten Ihren Angehörigen bei Arztbesuchen und im Alltag. Sie dürfen keine Medikamente verabreichen, Spritzen geben oder Verbände wechseln. Diese Aufgaben werden vom Pflegedienst übernommen, der die fachgerechte Pflege mindestens einmal pro Woche sicherstellen soll.

Merke

Betreuungskräfte sollen Sie bei den Aufgaben unterstützen, die Sie für Ihren pflegebedürftigen Angehörigen leisten. Das bedeutet, dass Sie die Hilfskraft weder mit dem Bügeln Ihrer eigenen Hemden beauftragen dürfen, noch mit Rasenmähen. Diese Arbeiten haben keinen direkten Bezug zum Bedarf Ihres Angehörigen.

Wenn Sie darüber nachdenken, jemanden anzustellen, der möglicherweise bei Ihnen einzieht, damit er oder sie rund um die Uhr zur Verfügung stehen kann, darf dies dennoch nur im Rahmen von deutschen Arbeitszeitgesetzen geschehen. Das heißt, die Hilfskraft darf an Werktagen nicht mehr als 8 Stunden arbeiten, also 48 Stunden pro Woche, sie hat Anspruch auf den Mindestlohn von derzeit 8,84 pro Stunde (Stand Juli 2018) und auf 24 Tage Urlaub im Jahr.

Daraus ergibt sich, dass die Betreuungskraft alleine keine Rund-um-die-Uhr-Betreuung leisten kann. Sie müssen sich also trotzdem darum kümmern, dass in den übrigen Zeiten, wie zum Beispiel am Wochenende, abends oder nachts, jemand anderes die Betreuung übernimmt, etwa Familienangehörige oder Nachbarn.

Merke

Eine 24-Stunden-Betreuung, die durch eine Hilfskraft alleine geleistet wird, ist nicht legal. Ohne ein Schichtmodell lassen sich die arbeitsrechtlichen Bestimmungen nicht einhalten.

Welche Beschäftigungsmodelle für die 24-Stunden-Betreuung sind möglich?

3 Formen der Anstellung von Betreuungskräften sind möglich

  1. Das Arbeitgeber-Modell: Sie stellen die Hilfskraft selbst an und schließen einen Arbeitsvertrag mit ihr ab.
  2. Ausländische Einzelunternehmer, -in: Sie schließen direkt mit der Hilfskraft einen Vertrag, in dem Sie die Art der Dienstleistung, Bezahlung und Arbeitszeiten regeln
  3. Das Entsende-Modell: Die Hilfskraft ist bei einem ausländischen Pflegeunternehmen angestellt, mit dem Sie den Vertrag abschließen.
Tipp

Egal für welche Anstellungsform Sie sich entscheiden, Sie haben die Möglichkeit, haushaltsnahe Dienstleistungen von der Steuer abzusetzen. Das können Sie bis zu einer Höhe von 4000 Euro jährlich oder maximal 20 Prozent Ihrer Kosten für die Betreuungshilfe. Zusätzlich kann die Pflegekasse bis zu 900 Euro Zuschuss zahlen, wenn Ihr pflegebedürftiger Angehöriger einen Pflegegrad hat.

Wenn Sie eine ausländische Hilfskraft beschäftigen möchten, sich aber nicht für das Arbeitgeber-Modell entscheiden (Modell 1), benötigt die Hilfskraft eine Bescheinigung darüber, dass sie im Ausland sozialversichert ist: die Bescheinigung A1. Ausländische Arbeitskräfte dürfen maximal 24 Monate im Haushalt beschäftigt werden.

Tipp

Lassen Sie sich zu Ihrer eigenen Sicherheit die Bescheinigung A1 vor Arbeitsaufnahme vorlegen.

Möglichkeit 1: Das Arbeitgeber-Modell

Als Arbeitgeber haben Sie natürlich Pflichten gegenüber Ihren Angestellten. Sie müssen sich zum Beispiel darum kümmern, dass Urlaubs- und Arbeitszeiten vereinbart und eingehalten werden, dass gegebenenfalls Schichten und Nachtdienste geleistet werden können und dass das Gehalt pünktlich abgerechnet und die Sozialversicherungen abgeführt werden. Deshalb schrecken viele Angehörige vor diesem Modell zurück. Auch, weil ein pflegebedürftiger Angehöriger selbst schon sehr viele Kapazitäten bindet.

Die Vorteile dieses Modells können dennoch überwiegen. Denn Sie können Gehalt und Arbeitszeiten im Rahmen der bestehenden Gesetze individuell regeln. Wenn Sie Betreuungskräfte aus dem EU-Ausland beschäftigen möchten, braucht die Hilfskraft keine Arbeitserlaubnis. Sozialverbände und die Agentur für Arbeit sind bei der Vermittlung von Betreuungskräften aus EU-Mitgliedsstaaten behilflich.

Möglichkeit 2: Beschäftigung von freiberuflichen Einzelunternehmern

Sie können mit ausländischen Hilfskräften Dienstverträge abschließen und sie als selbstständige Betreuungskraft beschäftigen. Dadurch haben Sie die Möglichkeit Arbeitszeiten, Urlaubszeiten, Leistungen und Bezahlung individuell zu vereinbaren. Neben dem Dienstvertrag kann es nötig sein, einen Vermittlungsvertrag mit einer deutschen Agentur abzuschließen, falls Sie Unterstützung beim Suchen einer geeigneten Kraft in Anspruch nehmen möchten (siehe Modell 3).

Vorsicht

Bei diesem Modell besteht die Gefahr, dass gegen das Gesetz der Scheinselbstständigkeit verstoßen wird. Beachten Sie bitte die Hinweise zur Seriosität von Vermittlungsagenturen weiter unten im Beitrag und stellen Sie bei der Vertragsgestaltung sicher, dass die Hilfskraft zu fairen Bedingungen arbeitet.

Tipp

Sie können mithilfe der Unterstützungsprogramme CariFair der Caritas oder vij-FairCare der Diakonie Verträge abschließen, bei denen die ausländischen Hilfskräfte in Deutschland sozialversichert und ihre Arbeitszeiten geregelt sind.

Möglichkeit 3: Das Entsende-Modell

Beim Entsende-Modell nehmen Sie die Leistungen von zwei Agenturen in Anspruch, die zusammenarbeiten, um die Betreuungsleistungen für Sie sicherzustellen. Sie schließen also meist zwei Verträge ab: einen Vermittlungsvertrag und einen Betreuungsvertrag. Den Vermittlungsvertrag machen Sie mit der deutschen Vermittlungsagentur, sie ist Ihr direkter Ansprechpartner während der Beschäftigung der ausländischen Hilfskraft. Die Vermittlungsagentur macht Personalvorschläge und informiert Sie. Den Betreuungsvertrag schließen Sie mit der im Ausland ansässigen Betreuungsagentur ab. Sie fungiert als Arbeitgeber der ausländischen Hilfskraft und muss die Sozialversicherung Ihrer Beschäftigten übernehmen.

Merke

Der Vermittlungsvertrag sichert die Hilfestellung der deutschen Agentur ab, im Betreuungsvertrag regeln Sie die Leistungen, die die Hilfskraft in Ihrem Haushalt leistet.

Merkmale einer seriösen Agentur

  • Für die Erstberatung müssen Sie nichts bezahlen, genauso wie für sämtliche Beratungen, die Sie im Laufe der Betreuung in Anspruch nehmen, wie zum Beispiel wenn Probleme zwischen Ihnen und der Hilfskraft bestehen.
  • Sie werden von der Agentur bei der Suche nach einer Hilfskraft unterstützt, die das bieten kann, was Sie brauchen. Dazu schlägt sie Ihnen mehrere Bewerber vor.
  • Die Agentur achtet darauf, dass die von Ihnen ausgesuchte Hilfskraft die A1-Bescheinigung vorlegen kann, damit Sie sicher sein können, dass die Betreuungskraft in ihrem Herkunftsland sozialversichert ist.
  • Die Vermittlungsagentur stellt sicher, dass die Hilfskraft den deutschen Mindestlohn bekommt, nämlich 8,84 Euro pro Stunde (Stand Juli 2018).
  • Die Agentur unterstützt Sie im gesamten Betreuungsprozess durch Serviceleistungen, wie zum Beispiel eine Notfallnummer, die Sie rund um die Uhr erreichen können, durch regelmäßige Besuche bei Ihnen und Ihrem pflegebedürftigen Angehörigen.
  • Die Vermittlungsagentur berechnet die Kosten in realistischer Höhe, das heißt 2500 bis 3000 Euro. Bietet die Agentur ihre Leistungen günstiger an, sollten Sie misstrauisch werden. Außerdem listet sie die Dienstleistungen detailliert und transparent auf.
  • Die Agentur ist Mitglied in einem Verband, wie zum Beispiel dem Verband für häusliche Betreuung und Pflege (VHBP) oder der Bundesverband Haushaltshilfe und Seniorenbetreuung e.V. (BHSB).

Links zum Weiterlesen

Übersichtlicher Vergleich der 3 Beschäftigungsmodelle

Checkliste zu Betreuungsverträgen

Broschüre zu 24-Stunden-Betreuung

Über die Autorin

Silke Jäger ist freie Journalistin und Texterin für Gesundheitsinformationen.

Lachender Mann in einem Rollstuhl macht ein Selfie

Urlaub mit Pflegebedürftigen – was beachten?

Lachender Mann in einem Rollstuhl macht ein Selfie im Urlaub

gettyimages / nullplus


Viele Menschen, die pflegebedürftig sind, wünschen sich ab und und zu einen Tapetenwechsel, möchten etwas Neues sehen, Kultur genießen oder schöne Landschaften. Pflegebedürftige müssen nicht auf Urlaub verzichten, brauchen aber spezielle Unterstützung, wenn sie unterwegs sind. Was Sie beachten sollten, wenn Sie gemeinsam mit Ihrem pflegebedürftigen Angehörigen verreisen möchten, lesen Sie in diesem Artikel.

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Nach dem Aufenthalt auf einer Intensivstation

Intensivtagebuch: Nach einem Aufenthalt auf der Intensivstation zurück ins Leben finden

Nach dem Aufenthalt auf einer Intensivstation

Foto: Werner Krüper

Ehemalige Patienten einer Intensivstation finden häufig nur schwer den Weg zurück ins Leben. Viele leiden unter Schlafstörungen, Antriebslosigkeit und Gereiztheit. Besonders belastend ist es, wenn ehemalige Patienten das Geschehene nicht verarbeiten können, weil sie Erinnerungslücken haben. Ein Intensivtagebuch kann in solchen Fällen sehr hilfreich sein.

Wie kann ein Intensivtagebuch Betroffenen helfen?

Dass ein Intensivtagebuch dabei unterstützen kann, die Zeit auf einer Intensivstation leichter zu verarbeiten, zeigt die Geschichte von Dieter Sost.

Dieter Jost war ein glücklich verheirateter Familienvater aus dem oberbayerischen Fürstenfeldbruck, der im Job erfolgreich und mit seinem Leben rundum zufrieden war. Doch dann erkrankte der heute 54-Jährige am Miller-Fisher-Syndrom, einer seltenen Erkrankung des Nervensystems. Diese führt typischerweise zu einer starken Schwächung des Körpers und zu Atembeschwerden. Bei Dieter Jost kam es zu einer lebensbedrohlichen Situation, sodass er im Krankenhaus ins Koma versetzt und über mehrere Wochen intensivmedizinisch behandelt wurde. Er erlitt eine Lungenentzündung und Blutvergiftung. Es ging um Leben und Tod.



An diese schwere Zeit kann sich Dieter Jost nicht mehr erinnern. Alles, was er heute weiß, erzählte ihm seine Frau, nachdem die monatelange Intensivbehandlung und Rehabilitation Erfolgreich abgeschlossen waren. Dafür erinnert sich Dieter Jost noch sehr genau an Alpträume, die er während seiner Zeit im Koma hatte. Zum Beispiel an diesen: „Ich wurde mit Blaulicht ins Krankenhaus gebracht und es wurde mir eine Spritze gesetzt“, berichtet Dieter Jost. „Plötzlich konnte ich nichts mehr bewegen und die Ärzte fingen an, schlimme Experimente an mir zu machen. Mit allen Kräften versuchte ich mich zu wehren, doch irgendwann ging es nicht mehr. Ich dachte, ich müsste sterben.“ Dieter Jost ist kein Einzelfall. Viele Patienten, die aufgrund einer schweren Erkrankung auf einer Intensivstation behandelt werden, berichten im Nachhinein von wahnhaften Erinnerungen.

Was ist ein Intensivtagebuch?

Als Dieter Jost nach seinem vierwöchigen Aufenthalt auf der Intensivstation in eine Rehabilitationsklinik verlegt wurde und er sich zunehmend erholte, erfuhr er, dass die Pflegenden ein Tagebuch für ihn geführt hatten. In diesem hielten sie – und Dieter Josts Frau – mit kurzen handschriftlichen Notizen Fortschritte in der Behandlung, aber auch Alltägliches fest.

Das sogenannte Intensivtagebuch ist ein simples Hilfsmittel, damit Patienten und deren Angehörige Erlebnisse, Erinnerungslücken und Wahnvorstellungen besser verarbeiten. Ein Intensivtagebuch ist im Grunde schnell gemacht: Ein Schnellhefter mit ein paar leeren Seiten und einem schönen Foto auf der Umschlagseite reichen schon aus. Die Angehörigen benötigen gezielte Informationen der Pflegenden – dann füllt sich das Tagebuch meist wie von selbst.

Geringer Aufwand – großer Nutzen, wie Dieter Josts Beispiel zeigt: „Das Intensivtagebuch hat mir sehr geholfen“, sagt der Familienvater begeistert. „Es lässt sich damit gut nachvollziehen, was wann passiert ist und welche Fortschritte ich gemacht habe. Noch heute schaue ich immer wieder mal rein und lese, was die Schwestern da reingeschrieben haben. Ich finde es genial.“

5 Tipps zum Führen eines Intensivtagebuchs

1. Möglichst früh anfangen

Die Eintragungen sollten möglichst ab dem ersten Tag auf der Intensivstation starten. Es kann aber auch später damit begonnen werden. Die ersten Tage können dann aus der Erinnerung nachgeschrieben werden.

2. Eigene Regeln überlegen

Das Intensivtagebuch ist ein Instrument, für das es keine genauen Regeln gibt. Dies betrifft auch die Dauer. Selbst nach einer Verlegung kann das Schreiben fortgeführt werden. Zu Beginn des Intensivaufenthalts sind meist ein bis drei Eintragungen pro Tag sinnvoll. Bei stabilen Verläufen genügt ein Eintrag pro Tag.

3. Kreativ schreiben

Grundsätzlich ist eine direkte Ansprache der erkrankten Person sinnvoll. Am Anfang sollten die Ereignisse, die zum Aufenthalt führten, zusammenfassend beschrieben werden. Dann stehen der tägliche Zustand, besondere Ereignisse und die Fortschritte des Betroffenen im Mittelpunkt. Je nach den Interessen des Patienten kann dann auch Alltägliches zur Sprache kommen, wie Ereignisse in der Familie, Fußballergebnisse und politische Entwicklungen.

4. Prioritäten setzen

Es gibt Situationen, in denen das Schreiben eines Intensivtagebuchs eine untergeordnete Priorität hat, zum Beispiel bei einer deutlichen Verschlechterung des Gesundheitszustands. Viele Angehörige haben dann andere Sorgen als Tagebucheintragungen zu machen. Es kann hilfreich sein, die Pflegenden zu bitten, mit den Eintragungen fortzufahren.

5. Pragmatisch vorgehen

Ein Intensivtagebuch ist ein Hilfsmittel, das bewusst simpel gehalten ist. Es erfordert weder eine sorgfältige Planung noch langes Überlegen. Meist genügt es, einfach drauflos zu schreiben. Dabei liegt die Würze in der Kürze. Ein Eintrag sollte nicht länger dauern als fünf Minuten.

Über den Autor

Stephan Lücke ist Redakteur des Magazins Angehörige pflegen und steht in engem Kontakt mit pflegenden Angehörigen in ganz Deutschland.

Überforderung in der Pflege: Vermeiden, erkennen, bewältigen

Überforderung in der Pflege: Vermeiden, erkennen und bewältigen

 

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Wer einen anderen pflegt und diesen verantwortlich und mit Herz versorgen möchte, muss auch sich selbst gut pflegen. Sonst wirkt sich das schnell negativ auf die gesamte Pflege- und Lebenssituation aus, kann sogar großen Schaden anrichten. Fühlen Sie sich wie im Hamsterrad? Haben Sie das Gefühl, dass das eigene Leben zu kurz kommt? Haben Sie sich die Pflegesituation vielleicht leichter oder einfach anders vorgestellt? Wir zeigen Ihnen, welche Anzeichen Ihnen eine Überforderung spiegeln, wie Sie handeln können und wer Ihnen bei Bedarf aus dieser Situation wieder heraushilft.

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Gesundheit wiederherstellen: Wann eine Kur Sinn macht und wie sie beantragt wird

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Langjährige private Pflege, schwierige Pflegeverhältnisse und eine ausgeprägte Mehrfachbelastung können dazu führen, dass eine Pflegeperson körperlich oder psychisch so angeschlagen ist, dass eine punktuelle Entlastung für die eigene Erholung nicht mehr ausreicht. In einem solchen Fall kann es notwendig werden, eine stationäre Kur zu beantragen, um die eigene Gesundheit wiederherzustellen. Im folgenden Text erfahren Sie, wann dies Sinn ergibt, wohin Sie sich wenden können und wie Sie die nötigen Schritte einleiten.

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Die Verhinderungspflege – Wo greift sie und wie nutzt man sie?

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Jeder pflegende Angehörige ist einmal vorübergehend nicht in der Lage, die notwendige Pflege durchzuführen. Vielleicht gibt es beruflich ein eng getaktetes Projekt, das alle Ressourcen bindet, oder es gibt private oder gesundheitliche Gründe, die zu einem Engpass in der häuslichen Pflegesituation führen. Mit Hilfe der Verhinderungspflege wird es Ihnen gelingen, die Pflege Ihres Angehörigen für den betroffenen Zeitraum umzuorganisieren. Wir zeigen Ihnen, worauf es dabei ankommt.

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Den Wohnraum anpassen – für mehr Sicherheit und Lebensqualität

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© iStock.com | Scacciamosche

Pflegebedürftige Menschen verbringen mehr Zeit zuhause als Gesunde. Der Wohnraum wird automatisch wichtiger und sollte daher an die veränderte Lebenssituation angepasst sein. In den meisten Fällen sind schon kleinere Veränderungen hilfreich, um das Alltagsleben zu erleichtern und ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Häufig werden aber keine oder zu wenig Maßnahmen ergriffen und die Lebensqualität von Pflegebedürftigen und deren Angehörigen leidet unnötig. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Schwachstellen im Wohnraum identifizieren und auch gleich beheben können.

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Tagespflege: Ein wertvolles Entlastungsangebot

Die Tagespflege: Ein wertvolles Entlastungsangebot für pflegende Angehörige

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Pflegende Angehörige sind oft viele Jahre einer Doppelbelastung ausgesetzt. Sie müssen ihr eigenes Leben organisieren und zusätzliche Verantwortung für einen Pflegebedürftigen tragen. Wir erklären Ihnen, wie Sie mit Hilfe der Tagespflege regelmäßig Zeit für Ihre eigenen Aufgaben und Bedürfnisse finden, ohne dabei Ihren Angehörigen zu vernachlässigen. Sie erfahren, für wen die Tagespflege geeignet ist, wie sie konkret aussieht und wo man sie beantragt.

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