24-Stunden-Pflege – Wie Sie die Rund-um-die-Uhr-Betreuung organisieren

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Pflegebedürftige Menschen sind oftmals nicht nur auf Pflege angewiesen, sondern brauchen auch 24 Stunden am Tag Betreuung. Das trifft insbesondere für Menschen mit Demenz zu und solche, die mehrere schwere Krankheiten haben. Wenn Sie Ihren pflegebedürftigen Angehörigen nicht mehr auch nur für kurze Zeit alleine lassen können, sind Sie in einer schwierigen Situation – besonders, wenn ein Pflegeheim nicht in Frage kommt. Die sogenannte 24-Stunden-Pflege kann in diesen Fällen eine Lösung sein.

Wenn die Zeit für eine umfassende Betreuung fehlt

Viele Familien suchen nach Lösungen, damit ihre Angehörigen so lange wie möglich zu Hause wohnen können und nicht in einem Pflegeheim untergebracht werden müssen. Das Hauptproblem in dieser Situation ist, dass die Betreuung sehr viel Zeit benötigt. Diese Aufgabe lässt sich kaum mit einer Berufstätigkeit vereinbaren. Das heißt, die Betreuung zu Hause ist ohne Unterstützung von außen nicht möglich.

Das belegt auch eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung „Pflege in den eigenen vier Wänden“. Demnach kommen für die Betreuung, Körperpflege, Arztbesuche, Ernährung und Haushalt bei einer Person mit Pflegestufe 1 fast 50 Stunden wöchentlich zusammen. Bei einem Menschen mit höchster Pflegestufe sind es über 83 Stunden.

24-Stunden-Pflege oder -Betreuung?

Wenn Sie in dieser Situation sind, sollten Sie zuerst einmal klar definieren, welche Unterstützung Sie wirklich benötigen. Braucht Ihr pflegebedürftiger Angehöriger rund um die Uhr qualifizierte Pflege? Dann handelt es sich um eine Intensivpflegesituation, die durch sich abwechselnde qualifizierte Fachkräfte geleistet werden muss.

Etwas anderes ist es, wenn Sie Ihren pflegebedürftigen Angehöriger lediglich nicht mehr alleine lassen können. In diesem Fall kann es sein, dass Sie zeitweise Unterstützung bei der Pflege benötigen, aber hauptsächlich Betreuungsbedarf haben. Das heißt, Sie brauchen Unterstützung beim Gesellschaftleisten, Aktivieren, leichten pflegerischen Handgriffen, Arztbesuchen und so weiter. Für diese Tätigkeiten sollte die Hilfsperson zwar pflegerisch geschult sein, braucht aber nicht zwingend eine vollwertige Pflegeausbildung.

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird für beide Fälle oft der gleiche Begriff benutzt, nämlich 24-Stunden-Pflege. In diesem Beitrag wird das aber anders gehandhabt: Wir unterscheiden die 24-Stunden Pflege von der 24-Stunden-Betreuung.

 

Merke

Die Begriffe 24-Stunden-Pflege und 24-Stunden-Betreuung sind problematisch, weil sie nahelegen, dass eine Hilfskraft rund um die Uhr arbeitet. Dies ist jedoch mit den deutschen Arbeitsschutzgesetzen nicht vereinbar.

Die 24-Stunden-Pflege kann nur von geschulten Fachkräften geleistet werden

Die 24-Stunden-Pflege ist mit einer ambulanten Intensivpflege gleichbedeutend. Das heißt, diese Pflege kann nur von entsprechend geschulten und ausgestatteten Pflegekräften geleistet werden. Pflegekräfte, die schwerst pflegebedüftige Menschen außerhalb einer Klinik versorgen, brauchen eine Zusatzausbildung in Intensivpflege. Denn oftmals müssen Beatmungsgeräte oder weitere unterstützende Apparate und Hilfsmittel richtig bedient und eingesetzt werden. Intensivpflegekräfte müssen auch in der Lage sein, medizinische Notfälle zu erkennen und die Erstversorgung zu leisten.

Diese Pflege wird von ambulanten Pflegediensten angeboten und kann mit den Krankenkassen unter dem Stichwort Behandlungspflege abgerechnet werden.

Die 24-Stunden-Betreuung kann von Hilfskräften geleistet werden

Hilfskräfte, die Sie bei der Betreuung Ihres pflegebedürftigen Angehörigen unterstützen, brauchen keine pflegerische Ausbildung. Ihre Hauptaufgaben liegen im Haushalt und bei der Betreuung: Diese Betreuungskräfte unterstützen Sie bei Einkauf, Essenszubereitung und Körperpflege für Ihren pflegebedürftigen Angehörigen, betreuen und begleiten Ihren Angehörigen bei Arztbesuchen und im Alltag. Sie dürfen keine Medikamente verabreichen, Spritzen geben oder Verbände wechseln. Diese Aufgaben werden vom Pflegedienst übernommen, der die fachgerechte Pflege mindestens einmal pro Woche sicherstellen soll.

Merke

Betreuungskräfte sollen Sie bei den Aufgaben unterstützen, die Sie für Ihren pflegebedürftigen Angehörigen leisten. Das bedeutet, dass Sie die Hilfskraft weder mit dem Bügeln Ihrer eigenen Hemden beauftragen dürfen, noch mit Rasenmähen. Diese Arbeiten haben keinen direkten Bezug zum Bedarf Ihres Angehörigen.

Wenn Sie darüber nachdenken, jemanden anzustellen, der möglicherweise bei Ihnen einzieht, damit er oder sie rund um die Uhr zur Verfügung stehen kann, darf dies dennoch nur im Rahmen von deutschen Arbeitszeitgesetzen geschehen. Das heißt, die Hilfskraft darf an Werktagen nicht mehr als 8 Stunden arbeiten, also 48 Stunden pro Woche, sie hat Anspruch auf den Mindestlohn von derzeit 8,84 pro Stunde (Stand Juli 2018) und auf 24 Tage Urlaub im Jahr.

Daraus ergibt sich, dass die Betreuungskraft alleine keine Rund-um-die-Uhr-Betreuung leisten kann. Sie müssen sich also trotzdem darum kümmern, dass in den übrigen Zeiten, wie zum Beispiel am Wochenende, abends oder nachts, jemand anderes die Betreuung übernimmt, etwa Familienangehörige oder Nachbarn.

Merke

Eine 24-Stunden-Betreuung, die durch eine Hilfskraft alleine geleistet wird, ist nicht legal. Ohne ein Schichtmodell lassen sich die arbeitsrechtlichen Bestimmungen nicht einhalten.

Welche Beschäftigungsmodelle für die 24-Stunden-Betreuung sind möglich?

3 Formen der Anstellung von Betreuungskräften sind möglich

  1. Das Arbeitgeber-Modell: Sie stellen die Hilfskraft selbst an und schließen einen Arbeitsvertrag mit ihr ab.
  2. Ausländische Einzelunternehmer, -in: Sie schließen direkt mit der Hilfskraft einen Vertrag, in dem Sie die Art der Dienstleistung, Bezahlung und Arbeitszeiten regeln
  3. Das Entsende-Modell: Die Hilfskraft ist bei einem ausländischen Pflegeunternehmen angestellt, mit dem Sie den Vertrag abschließen.
Tipp

Egal für welche Anstellungsform Sie sich entscheiden, Sie haben die Möglichkeit, haushaltsnahe Dienstleistungen von der Steuer abzusetzen. Das können Sie bis zu einer Höhe von 4000 Euro jährlich oder maximal 20 Prozent Ihrer Kosten für die Betreuungshilfe. Zusätzlich kann die Pflegekasse bis zu 900 Euro Zuschuss zahlen, wenn Ihr pflegebedürftiger Angehöriger einen Pflegegrad hat.

Wenn Sie eine ausländische Hilfskraft beschäftigen möchten, sich aber nicht für das Arbeitgeber-Modell entscheiden (Modell 1), benötigt die Hilfskraft eine Bescheinigung darüber, dass sie im Ausland sozialversichert ist: die Bescheinigung A1. Ausländische Arbeitskräfte dürfen maximal 24 Monate im Haushalt beschäftigt werden.

Tipp

Lassen Sie sich zu Ihrer eigenen Sicherheit die Bescheinigung A1 vor Arbeitsaufnahme vorlegen.

Möglichkeit 1: Das Arbeitgeber-Modell

Als Arbeitgeber haben Sie natürlich Pflichten gegenüber Ihren Angestellten. Sie müssen sich zum Beispiel darum kümmern, dass Urlaubs- und Arbeitszeiten vereinbart und eingehalten werden, dass gegebenenfalls Schichten und Nachtdienste geleistet werden können und dass das Gehalt pünktlich abgerechnet und die Sozialversicherungen abgeführt werden. Deshalb schrecken viele Angehörige vor diesem Modell zurück. Auch, weil ein pflegebedürftiger Angehöriger selbst schon sehr viele Kapazitäten bindet.

Die Vorteile dieses Modells können dennoch überwiegen. Denn Sie können Gehalt und Arbeitszeiten im Rahmen der bestehenden Gesetze individuell regeln. Wenn Sie Betreuungskräfte aus dem EU-Ausland beschäftigen möchten, braucht die Hilfskraft keine Arbeitserlaubnis. Sozialverbände und die Agentur für Arbeit sind bei der Vermittlung von Betreuungskräften aus EU-Mitgliedsstaaten behilflich.

Möglichkeit 2: Beschäftigung von freiberuflichen Einzelunternehmern

Sie können mit ausländischen Hilfskräften Dienstverträge abschließen und sie als selbstständige Betreuungskraft beschäftigen. Dadurch haben Sie die Möglichkeit Arbeitszeiten, Urlaubszeiten, Leistungen und Bezahlung individuell zu vereinbaren. Neben dem Dienstvertrag kann es nötig sein, einen Vermittlungsvertrag mit einer deutschen Agentur abzuschließen, falls Sie Unterstützung beim Suchen einer geeigneten Kraft in Anspruch nehmen möchten (siehe Modell 3).

Vorsicht

Bei diesem Modell besteht die Gefahr, dass gegen das Gesetz der Scheinselbstständigkeit verstoßen wird. Beachten Sie bitte die Hinweise zur Seriosität von Vermittlungsagenturen weiter unten im Beitrag und stellen Sie bei der Vertragsgestaltung sicher, dass die Hilfskraft zu fairen Bedingungen arbeitet.

Tipp

Sie können mithilfe der Unterstützungsprogramme CariFair der Caritas oder vij-FairCare der Diakonie Verträge abschließen, bei denen die ausländischen Hilfskräfte in Deutschland sozialversichert und ihre Arbeitszeiten geregelt sind.

Möglichkeit 3: Das Entsende-Modell

Beim Entsende-Modell nehmen Sie die Leistungen von zwei Agenturen in Anspruch, die zusammenarbeiten, um die Betreuungsleistungen für Sie sicherzustellen. Sie schließen also meist zwei Verträge ab: einen Vermittlungsvertrag und einen Betreuungsvertrag. Den Vermittlungsvertrag machen Sie mit der deutschen Vermittlungsagentur, sie ist Ihr direkter Ansprechpartner während der Beschäftigung der ausländischen Hilfskraft. Die Vermittlungsagentur macht Personalvorschläge und informiert Sie. Den Betreuungsvertrag schließen Sie mit der im Ausland ansässigen Betreuungsagentur ab. Sie fungiert als Arbeitgeber der ausländischen Hilfskraft und muss die Sozialversicherung Ihrer Beschäftigten übernehmen.

Merke

Der Vermittlungsvertrag sichert die Hilfestellung der deutschen Agentur ab, im Betreuungsvertrag regeln Sie die Leistungen, die die Hilfskraft in Ihrem Haushalt leistet.

Merkmale einer seriösen Agentur

  • Für die Erstberatung müssen Sie nichts bezahlen, genauso wie für sämtliche Beratungen, die Sie im Laufe der Betreuung in Anspruch nehmen, wie zum Beispiel wenn Probleme zwischen Ihnen und der Hilfskraft bestehen.
  • Sie werden von der Agentur bei der Suche nach einer Hilfskraft unterstützt, die das bieten kann, was Sie brauchen. Dazu schlägt sie Ihnen mehrere Bewerber vor.
  • Die Agentur achtet darauf, dass die von Ihnen ausgesuchte Hilfskraft die A1-Bescheinigung vorlegen kann, damit Sie sicher sein können, dass die Betreuungskraft in ihrem Herkunftsland sozialversichert ist.
  • Die Vermittlungsagentur stellt sicher, dass die Hilfskraft den deutschen Mindestlohn bekommt, nämlich 8,84 Euro pro Stunde (Stand Juli 2018).
  • Die Agentur unterstützt Sie im gesamten Betreuungsprozess durch Serviceleistungen, wie zum Beispiel eine Notfallnummer, die Sie rund um die Uhr erreichen können, durch regelmäßige Besuche bei Ihnen und Ihrem pflegebedürftigen Angehörigen.
  • Die Vermittlungsagentur berechnet die Kosten in realistischer Höhe, das heißt 2500 bis 3000 Euro. Bietet die Agentur ihre Leistungen günstiger an, sollten Sie misstrauisch werden. Außerdem listet sie die Dienstleistungen detailliert und transparent auf.
  • Die Agentur ist Mitglied in einem Verband, wie zum Beispiel dem Verband für häusliche Betreuung und Pflege (VHBP) oder der Bundesverband Haushaltshilfe und Seniorenbetreuung e.V. (BHSB).

Links zum Weiterlesen

Übersichtlicher Vergleich der 3 Beschäftigungsmodelle

Checkliste zu Betreuungsverträgen

Broschüre zu 24-Stunden-Betreuung

Über die Autorin

Silke Jäger ist freie Journalistin und Texterin für Gesundheitsinformationen.

Lachender Mann in einem Rollstuhl macht ein Selfie

Urlaub mit Pflegebedürftigen – was beachten?

Lachender Mann in einem Rollstuhl macht ein Selfie im Urlaub

gettyimages / nullplus


Viele Menschen, die pflegebedürftig sind, wünschen sich ab und und zu einen Tapetenwechsel, möchten etwas Neues sehen, Kultur genießen oder schöne Landschaften. Pflegebedürftige müssen nicht auf Urlaub verzichten, brauchen aber spezielle Unterstützung, wenn sie unterwegs sind. Was Sie beachten sollten, wenn Sie gemeinsam mit Ihrem pflegebedürftigen Angehörigen verreisen möchten, lesen Sie in diesem Artikel.

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Nach dem Aufenthalt auf einer Intensivstation

Intensivtagebuch: Nach einem Aufenthalt auf der Intensivstation zurück ins Leben finden

Nach dem Aufenthalt auf einer Intensivstation

Foto: Werner Krüper

Ehemalige Patienten einer Intensivstation finden häufig nur schwer den Weg zurück ins Leben. Viele leiden unter Schlafstörungen, Antriebslosigkeit und Gereiztheit. Besonders belastend ist es, wenn ehemalige Patienten das Geschehene nicht verarbeiten können, weil sie Erinnerungslücken haben. Ein Intensivtagebuch kann in solchen Fällen sehr hilfreich sein.

Wie kann ein Intensivtagebuch Betroffenen helfen?

Dass ein Intensivtagebuch dabei unterstützen kann, die Zeit auf einer Intensivstation leichter zu verarbeiten, zeigt die Geschichte von Dieter Sost.

Dieter Jost war ein glücklich verheirateter Familienvater aus dem oberbayerischen Fürstenfeldbruck, der im Job erfolgreich und mit seinem Leben rundum zufrieden war. Doch dann erkrankte der heute 54-Jährige am Miller-Fisher-Syndrom, einer seltenen Erkrankung des Nervensystems. Diese führt typischerweise zu einer starken Schwächung des Körpers und zu Atembeschwerden. Bei Dieter Jost kam es zu einer lebensbedrohlichen Situation, sodass er im Krankenhaus ins Koma versetzt und über mehrere Wochen intensivmedizinisch behandelt wurde. Er erlitt eine Lungenentzündung und Blutvergiftung. Es ging um Leben und Tod.



An diese schwere Zeit kann sich Dieter Jost nicht mehr erinnern. Alles, was er heute weiß, erzählte ihm seine Frau, nachdem die monatelange Intensivbehandlung und Rehabilitation Erfolgreich abgeschlossen waren. Dafür erinnert sich Dieter Jost noch sehr genau an Alpträume, die er während seiner Zeit im Koma hatte. Zum Beispiel an diesen: „Ich wurde mit Blaulicht ins Krankenhaus gebracht und es wurde mir eine Spritze gesetzt“, berichtet Dieter Jost. „Plötzlich konnte ich nichts mehr bewegen und die Ärzte fingen an, schlimme Experimente an mir zu machen. Mit allen Kräften versuchte ich mich zu wehren, doch irgendwann ging es nicht mehr. Ich dachte, ich müsste sterben.“ Dieter Jost ist kein Einzelfall. Viele Patienten, die aufgrund einer schweren Erkrankung auf einer Intensivstation behandelt werden, berichten im Nachhinein von wahnhaften Erinnerungen.

Was ist ein Intensivtagebuch?

Als Dieter Jost nach seinem vierwöchigen Aufenthalt auf der Intensivstation in eine Rehabilitationsklinik verlegt wurde und er sich zunehmend erholte, erfuhr er, dass die Pflegenden ein Tagebuch für ihn geführt hatten. In diesem hielten sie – und Dieter Josts Frau – mit kurzen handschriftlichen Notizen Fortschritte in der Behandlung, aber auch Alltägliches fest.

Das sogenannte Intensivtagebuch ist ein simples Hilfsmittel, damit Patienten und deren Angehörige Erlebnisse, Erinnerungslücken und Wahnvorstellungen besser verarbeiten. Ein Intensivtagebuch ist im Grunde schnell gemacht: Ein Schnellhefter mit ein paar leeren Seiten und einem schönen Foto auf der Umschlagseite reichen schon aus. Die Angehörigen benötigen gezielte Informationen der Pflegenden – dann füllt sich das Tagebuch meist wie von selbst.

Geringer Aufwand – großer Nutzen, wie Dieter Josts Beispiel zeigt: „Das Intensivtagebuch hat mir sehr geholfen“, sagt der Familienvater begeistert. „Es lässt sich damit gut nachvollziehen, was wann passiert ist und welche Fortschritte ich gemacht habe. Noch heute schaue ich immer wieder mal rein und lese, was die Schwestern da reingeschrieben haben. Ich finde es genial.“

5 Tipps zum Führen eines Intensivtagebuchs

1. Möglichst früh anfangen

Die Eintragungen sollten möglichst ab dem ersten Tag auf der Intensivstation starten. Es kann aber auch später damit begonnen werden. Die ersten Tage können dann aus der Erinnerung nachgeschrieben werden.

2. Eigene Regeln überlegen

Das Intensivtagebuch ist ein Instrument, für das es keine genauen Regeln gibt. Dies betrifft auch die Dauer. Selbst nach einer Verlegung kann das Schreiben fortgeführt werden. Zu Beginn des Intensivaufenthalts sind meist ein bis drei Eintragungen pro Tag sinnvoll. Bei stabilen Verläufen genügt ein Eintrag pro Tag.

3. Kreativ schreiben

Grundsätzlich ist eine direkte Ansprache der erkrankten Person sinnvoll. Am Anfang sollten die Ereignisse, die zum Aufenthalt führten, zusammenfassend beschrieben werden. Dann stehen der tägliche Zustand, besondere Ereignisse und die Fortschritte des Betroffenen im Mittelpunkt. Je nach den Interessen des Patienten kann dann auch Alltägliches zur Sprache kommen, wie Ereignisse in der Familie, Fußballergebnisse und politische Entwicklungen.

4. Prioritäten setzen

Es gibt Situationen, in denen das Schreiben eines Intensivtagebuchs eine untergeordnete Priorität hat, zum Beispiel bei einer deutlichen Verschlechterung des Gesundheitszustands. Viele Angehörige haben dann andere Sorgen als Tagebucheintragungen zu machen. Es kann hilfreich sein, die Pflegenden zu bitten, mit den Eintragungen fortzufahren.

5. Pragmatisch vorgehen

Ein Intensivtagebuch ist ein Hilfsmittel, das bewusst simpel gehalten ist. Es erfordert weder eine sorgfältige Planung noch langes Überlegen. Meist genügt es, einfach drauflos zu schreiben. Dabei liegt die Würze in der Kürze. Ein Eintrag sollte nicht länger dauern als fünf Minuten.

Über den Autor

Stephan Lücke ist Redakteur des Magazins Angehörige pflegen und steht in engem Kontakt mit pflegenden Angehörigen in ganz Deutschland.

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