Kurberatung

Auszeit für pflegende Angehörige: Hilfreiche Kurberatung

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15.10.2020 – In Nordrhein-Westfalen (NRW) erhalten Angehörige, die ihren Partner, Eltern oder Kinder zu Hause pflegen, einen besseren Zugang zu Kuren. Dazu stehen im Land über 100 qualifizierte Kurberaterinnen und Kurberater an 98 Standorten zur Verfügung. Sie unterstützen bei der Kurberatung.

„Pflegende Angehörige übernehmen tagein, tagaus bedingungslos die Verantwortung für ihre Angehörigen. Aufgrund dieser Belastung ist es besonders wichtig, dass sie in einer Kur zu neuer Kraft und Stärke finden. Mit dem neuen Landesprogramm fördern wir ein Projekt, welches mir persönlich ein großes Anliegen ist“, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Dienstag.

Passgenaue Angebote für jede Situation

Die Kurberaterinnen und Kurberater kümmern sich um passgenaue Angebote. Sie wissen auch, wie die Versorgung von pflegebedürftigen Familienmitgliedern während der 3-wöchigen Kur gesichert werden kann.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von „Angehörige pflegen“ werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

Hierfür gibt es 3 Möglichkeiten:

Je nach Bedarf können Pflegebedürftige

  • mit in die Klinik fahren,
  • in einer nahegelegenen Einrichtung der Kurzzeitpflege oder
  • am Wohnort versorgt werden.

Das Land fördert das Landesprogramm „Zeit und Erholung für mich – Kurberatung für pflegende Angehörige“ mit insgesamt rd. 2 Mio. Euro über 3 Jahre.

„Die Corona-Pandemie hat viele pflegende Angehörige an ihre Belastungsgrenzen gebracht. Grund war der zeitweise Wegfall von Einrichtungen der Tagespflege oder von Betreuungsgruppen. Doch bei aller Fürsorge darf die eigene Gesundheit nicht vergessen werden! Auch deswegen wird jeder, der in Kur geht, auf COVID-19 getestet – entweder zuvor beim Hausarzt oder bei Antritt der Kur in der Klinik“, so Laumann.

Rechtsanspruch auf Kur

Rechtsgrundlage für die Kur sind die §§ 23 und 40 SGB V. Danach können pflegende Angehörige eine 3-wöchige stationäre Vorsorge- oder Reha-Leistung beantragen, um die eigene Gesundheit zu stärken oder wiederherzustellen.

Umgesetzt wird das Projekt vom Caritasverband für das Erzbistum Paderborn in Kooperation mit der AW Kur und Erholungs GmbH, einer Tochtergesellschaft des AWO Bezirksverbands Westliches Westfalen. Auch die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege arbeitet mit. Dabei werden die vorhandenen Strukturen unter dem Dach des Müttergenesungswerks genutzt.

Das Programm des NRW-Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales läuft bereits seit 2018.

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Pflegeselbsthilfe

Pflegeselbsthilfe für pflegende Angehörige

Pflegeselbsthilfe

Getty Images/vgajic

1.10.2020 – Pflegende Angehörige erhalten in Nordrhein-Westfalen (NRW) Unterstützung von sog. „Kontaktbüros Pflegeselbsthilfe“ (KoPS). In den vergangenen 3 Jahren wurden 33 dieser KoPS aufgebaut. Ab 1. Oktober ist zusätzlich die neue Webseite der Pflegeselbsthilfe an den Start gegangen. Sie informiert über alle Angebote, wie Selbsthilfegruppen, Kurse für Yoga, Töpfern oder Singen, und unterstützt auch beim Aufbau neuer Gruppen.

Austausch und Unterstützung erhalten

Pflegenden Angehörigen seien aufgrund ihrer Aufgabe oftmals persönlich und gesellschaftlich isoliert, teilte das Kuratorium Deutsche Altershilfe am Mittwoch mit, das aktuell die Koordination der KoPS übernimmt. Oft kämen sie an ihre physischen und psychischen Grenzen. Pflegeselbsthilfegruppen seien dann eine Möglichkeit, während unterschiedlicher Aktivitäten in Austausch mit Betroffenen zu kommen und Unterstützung zu erhalten.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von „Angehörige pflegen“ werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

„Pflegende Angehörige stehen unter hohen Belastungen. Pflegedienst, Haushaltshilfe oder Tagespflege entlasten die Pflegenden zwar enorm, aber vor allem hilft der Austausch mit Menschen in ähnlichen Situationen. Gemeinsame Gespräche, zum Beispiel bei einem Spaziergang, beim Malen oder beim Frühstückstreff tragen dazu bei, Kraft und Sicherheit zu gewinnen, die ihnen selbst und anderen Pflegenden zugutekommt“, beschreibt NRW-Gesundheitsminister, Karl-Josef Laumann (CDU), die Pflegeselbsthilfe.

Keine Zusatzbelastung, sondern Anker im Pflegealltag

Und der Leiter des Verbands der Ersatzkassen in NRW (vdek), Dirk Ruiss, sagt an pflegende Angehörige gerichtet: „Die Teilnahme an einer Gruppe soll für Sie keine Zusatzbelastung darstellen, sondern ein Anker im Pflegealltag sein. Scheuen Sie sich also nicht, sich Unterstützung bei den KoPS zu suchen, die schon lange Erfahrung in der Organisation von Pflegehilfegruppen haben.“

Das Landesnetz Pflegeselbsthilfe wird gefördert vom NRW-Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales, den Landesverbänden der Pflegekassen und dem Verband der privaten Krankenversicherung.

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Anerkennung_pflegendeAngehörige

Pflegende Angehörige fordern mehr Wertschätzung

Anerkennung_pflegendeAngehörige

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29.09.2020 – Mehr Anerkennung für pflegende Angehörige – das fordern der Sozialverband VdK Rheinland-Pfalz und der Verein „Pflegende Angehörige“.

Die Corona-Pandemie habe deutlich gemacht, dass insbesondere der häuslichen Pflege eine Lobby fehle. Die Probleme und Nöte von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen fänden zu wenig öffentliche Beachtung.

Der VdK Rheinland-Pfalz will das mit einem landesweiten Aktionstag am 8. Oktober unter dem Motto „Wir schmeißen nicht das Handtuch“ ändern. Pflegende Angehörige, deren Familie und Freude sowie Mitarbeiter der häuslichen Pflege sind aufgerufen, an diesem Tag ein weißes Handtuch aus dem Fenster zu hängen.

 

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Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von „Angehörige pflegen“ werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

„Wir wollen mit den weißen Handtüchern sichtbar machen, in wie vielen Haushalten in Rheinland-Pfalz Menschen gepflegt werden oder wer alles an der Pflege von Angehörigen und Freunden beteiligt ist“, teilte der Landesverband des VdK mit.

Pflegende Angehörige als tragende Säule der Pflege

Außerdem fordert er u. a. bessere Informationen über regionale Pflegeangebote durch Pflegekassen und Pflegestützpunkte, mehr individuelle Pflegeleistungen sowie den Ausbau von Kurzzeit- und Tagespflege.

Auch der Verein für pflegende Angehörige sieht Verbesserungsbedarf. Während der Corona-Krise sei v. a. die berufliche Pflege sehr in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Angesichts der Tatsache, dass fast 80 % aller Pflegebedürftigen derzeit in Deutschland zu Hause betreut würden, sei das eine Ungleichbehandlung. Pflegende Angehörige seien die tragende Säule der Pflege. Der Verein appelliert deshalb für einen gesellschaftlichen Diskurs über eine bessere Anerkennung für pflegende Angehörige.

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Pflegende Angehörige

Akuthilfen für pflegende Angehörige in der Corona-Krise verlängert

Pflegende Angehörige

Getty Images/Zero Creatives

03.09.2020 – Die Akuthilfen für pflegende Angehörige in der Corona-Pandemie, die zunächst bis zum 30. September 2020 gelten, werden bis Ende 2020 verlängert. Dies hat das Bundeskabinett am Mittwoch beschlossen.

„Pflegende Angehörige leisten in der Corona-Krise Enormes und springen ein, wenn die professionelle Pflege zum Beispiel wegen Schließungen von Tagespflegeeinrichtungen ausfällt. Sie haben unseren großen Dank, aber auch konkrete Unterstützung verdient“, sagte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD).

So sollen die im Mai in Kraft getretenen Akuthilfen bis Jahresende verlängert werden. „Wer coronabedingt Angehörige pflegt und erwerbstätig ist, erhält durch die Verlängerung auch weiterhin bis zum 31.12.2020 das Recht, bis zu 20 Arbeitstage pro Akutfall der Arbeit fernzubleiben“, so die SPD-Politikerin. Zudem verlängerten sich das Pflegeunterstützungsgeld für diese Zeit sowie flexiblere Regelungen wie z. B. eine kürzere Ankündigungsfrist der Familienpflegezeit, heißt es in einer entsprechenden Mitteilung des Bundesfamilienministeriums.

Aktuell pflegen dem Ministerium zufolge rund 4,8 Millionen Angehörige ein Familienmitglied. Etwa 2,5 Millionen von ihnen seien erwerbstätig.

 

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Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von „Angehörige pflegen“ werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Über die Autorin

Johanna Kristen ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Geschwisternetz

Unterstützung für Angehörige von Menschen mit Behinderung

Geschwisternetz

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27.08.2020 – Den vielen Jugendlichen und Erwachsenen in Deutschland, die mit einer Schwester oder einem Bruder mit Behinderung aufwachsen, will die Plattform „GeschwisterNetz“ einen geschützten Kommunikationsraum bieten. Geschwisterkinder können sich dort untereinander austauschen oder Antworten auf schwierige Fragen finden.

Die Plattform ist ein Angebot der Bundesvereinigung Lebenshilfe.

Unterstützung für Geschwisterkinder

In dem geschlossenen sozialen Netzwerk können Geschwister andere Mitglieder in der Nähe oder nach Interessen suchen, gute sowie schlechte Erlebnisse teilen, Veranstaltungen organisieren und sich privat oder in Foren über wichtige Themen wie „Inklusion – Erfahrungen“ oder „Urlaub und Freizeit“ austauschen.

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von „Angehörige pflegen“ werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Wertschätzung, Verständnis und Rat

Geschwisterkinder müssten früher eigenständig werden, genössen weniger Aufmerksamkeit der Eltern und übernähmen mit zunehmendem Alter häufig eigenständig verantwortungsvolle Betreuungsaufgaben. Das Netzwerk helfe, sich dabei nicht alleine zu fühlen.

„Wir möchten mit dem GeschwisterNetz eine Gemeinschaft an Schwestern und Brüdern von Menschen mit Behinderung schaffen, die Wertschätzung, Verständnis und Rat in ihrer besonderen Situation finden“, beschreibt Rudi Mallasch von der Bundesvereinigung Lebenshilfe.

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Kinaesthetics

Bewegungsentwicklung von Kindern begleiten (Teil 1) – Interaktion und funktionale Anatomie: Ich bin kein Gepäckstück

Kinaesthetics

GettyImages/blue jean images

Die häusliche Pflege von Kindern kann für Angehörige besonders herausfordernd sein. Häufig erfordert die Betreuung eine enorme körperliche Energie. Hinzu kommt die Sorge um das Wohl des Kindes. Umso wichtiger sind gemeinsame Momente der Bewegungserfahrung. Im ersten Teil unserer Serie lesen Sie, wie  Sie die Entwicklung Ihres Kindes mithilfe seiner eigenen Kompetenzen positiv fördern und wahrnehmen sowie sich selbst entlasten können.

 

Bereits Neugeborene besitzen viele Fähigkeiten, die entdeckt und für ihre Entwicklung weiter genutzt werden können, z. B. mit der schrittweisen oder gleichzeitig gemeinsamen Interaktion.

Interaktion über Bewegung: das Prinzip „Führen und Folgen“

Beim notwendigen Lagewechsel des Kindes von der Rücken- zur Seitenlage und zurück – etwa beim Wickeln – sollten Sie darauf achten, Ihr Kind großflächig zu berühren. Diese Berührung ist die Kontaktaufnahme. Sie ruht einen Moment. So vermeiden Sie, Ihr Kind anzufassen und es im selben Moment bereits zu bewegen. Nehmen Sie sich einige Sekunden Zeit, um zu erkennen, wie Ihr Kind über sein kinästhetisches Sinnessystem (das gesamte Wahrnehmungsnetz im menschlichen Körper, das uns vermittelt, dass und wie wir uns bewegen) auf die Berührung aufmerksam wird.

Erfahrungsbeispiel

Heben Sie Ihren Arm über den Kopf. Strecken Sie einen Finger aus. Sie fühlen genau, wohin sich der Arm bewegt und welchen Finger Sie strecken. Ebenso erfahren Sie Ihre Muskelspannung als Anstrengung. Die gesamte Körperorientierung und die differenzierte Steuerung all unserer Bewegungen wird über das kinästhetische Sinnessystem ermöglicht.

Der Beginn der Bewegung, z. B. beim Drehen Ihres Kindes, vollzieht sich schrittweise. Es kann langsam am Becken begonnen werden. Dabei entsteht ein Spannungsnetz über die Taille zum Brustkorb. Anschließend begleiten Sie langsam mit der anderen Hand den Brustkorb. Das Spannungsnetz läuft jetzt weiter über den Hals zum Kopf. Warten Sie auf ein Mitbewegen des Kindes und halten Sie die eingeleitete Drehung. Es ist zu beobachten, dass annähernd jedes Kind nun den Kopf und die Arme alleine drehen wird und sich mit Ihrer Begleitung zur Seite dreht. Es handelt sich also um fein abgestimmte Bewegungsangebote mit der Absicht, das Kind zum Mitbewegen einzuladen. Diese Eigenaktivität des Kindes ist die Antwort auf seine Wahrnehmung der Körperspannung über Becken und Brustkorb. Hier setzen die ersten Kompetenzschritte an, sich unter geringer Hilfe selbst auf die Seite zu drehen. Ebenso vollzieht sich der Weg zurück – langsam und wartend auf die eigene Bewegung des Kindes.

Erfahrungsbeispiel

Legen Sie sich auf den Boden und richten Sie Ihre Aufmerksamkeit darauf, wie die durch den Körper verlaufende Muskelspannung nach und nach die anderen Körperteile aufruft zu folgen.

Dieses Phänomen zu beobachten, ist von jedem Körperteil aus beginnend möglich. Es ist das zentrale Element, Bewegung wahrzunehmen, zu gestalten und gezielt zu steuern. Niemand kann sich mit allen Körperteilen gleichzeitig zur Seite drehen. Beim Kind gilt es, einseitige Interaktionen möglichst zu vermeiden. Oft werden besonders noch sehr kleine Kinder und Babys wie „Gepäckstücke“ bewegt. Hierbei lernen sie, uneffektive und hohe Muskelspannungen zu produzieren, weil sie sich im Moment einer schnellen Ganzkörperbewegung mit hoher Anspannung anpassen müssen. Bei vielen Kindern (z. B. Cerebralparese, Bewegungsstörung bedingt durch eine frühkindliche Hirnschädigung) ist dies dann die Folge einer ständig zunehmenden Körperspannung, die fälschlicherweise mit dem Begriff „Spastik“ bezeichnet wird. Dabei handelt es sich um erlernte Prozesse, verursacht durch die Art der Interaktion (einseitig, zu schnell, en bloc drehen) über viele Jahre und tausendfache Wiederholungen.

Erfahrungsbeispiel

Drehen Sie sich schnell, ruckartig und en bloc. Achten Sie dabei auf Ihre Muskelspannung. Wiederholen Sie die Drehung sehr langsam beginnend, damit Sie erfahren, wie ein Körperteil dem anderen folgt. Sie bemerken, dass die Muskelanstrengung nun geringer ist. Besonders deutlich wird es, wenn Sie sich unvermittelt mit geschlossenen Augen von einer anderen Person einseitig und schnell drehen lassen bzw. Sie erst berührt werden und dann auf langsam beginnende Bewegungsangebote passend mitreagieren können.

Funktionale Anatomie: Bewegung am Körperbau orientieren

Die Knochen haben u. a. die Aufgabe, unser Körpergewicht zu tragen. Bereits Kleinkinder können unterstützt werden, ihr Gewicht, ähnlich wie Erwachsene, über die Knochen abzuleiten. Dabei lernen sie, ihre Arme und später die Beine zu nutzen, was zusätzlich eine zentrale Bedeutung für das Knochenwachstum und den Gebrauch von Händen und Füßen hat.

Erfahrungsbeispiel

Legen Sie sich auf den Boden und setzen Sie sich in einem Sit-up auf. Sie spüren hohe Anstrengung in den Bauchmuskeln, die das Gewicht bewegen. Erfahren Sie den Unterschied, wenn Sie sich über die Seite auf den Ellenbogen stützen, dann die Knochen des Unterarms nutzen und so zum Sitzen kommen.

Ihr Kind sollten Sie keinesfalls nur am Brustkorb oder gar an den Oberarmen hochheben oder aus einem Kindersitz (z. B. Autositz) herausbewegen. Es besteht hier eine Frakturgefahr der Arme, denn das Kind kann sich nicht entsprechend seines Körperbaus mitbewegen. Die untere Körperhälfte hängt in der Luft, unkontrollierte Spannungen (meist Streckspannungen) entstehen. Unterstützen Sie daher mit einer Hand das Becken, das als Knochenmasse geeignet ist, das Körpergewicht zu tragen.

 

Was ist Kinaesthetics?

Kinaesthetics (engl.) oder Kinästhetik ist eine erfahrungsorientierte Bewegungswissenschaft. Das Wort leitet sich aus der griechischen Sprache ab:

kinesis = Bewegung

aisthesis = Empfindung/ Wahrnehmung

Begründet wurde Kinaesthetics vor mehr als 40 Jahren von Dr. Frank Hatch und Dr. Lenny Maietta. In Zusammenarbeit mit vielen Teilnehmenden der ersten Kurse, die im Gesundheitswesen arbeiteten, wurde Kinaesthetics weiterentwickelt für die Arbeit von Pflegenden sowie Therapeutinnen und Therapeuten. Mittlerweile existieren verschiedene spezifische Programme, z. B. Kinaesthetics für pflegende Angehörige.

Kinaesthetics ist in sechs Konzepte gegliedert, die alle untereinander in Beziehung stehen. Die einzelnen Konzepte ermöglichen jeweils einen differenzierten Blick auf bestimmte Aspekte der Bewegung.

 

Häufig beschriebene Skoliosen (seitliche Verbiegungen der Wirbelsäule) sind ursächlich die Folge hoher Spannungen und des Durchhängens der Wirbelsäule beim Tragen auf dem Arm. Wechseln Sie die Trageseite, auch wenn es anfangs für Sie unbequem erscheint (typischerweise wird das Kind von einer Rechtshänderin oder einem Rechtshänder mit dem linken Arm getragen, damit die rechte Hand frei bleibt für zusätzliche Aktivitäten – umgekehrt ist dies bei Linkshänderinnen bzw. Linkshändern.

Helfen Sie Ihrem Kind, über die Seitenlage zum Sitzen zu kommen und über eine Drehung dann zum Stützen auf Knie und Arme. Das direkte Aufrichten aus der Bauchlage parallel auf die Knie sollte vermieden werden (hohe Anstrengung, Skoliosegefahr). Setzt sich das Kind über die Knie auf die Waden, achten Sie unbedingt darauf, dass die Füße nicht nach außen zeigen. Dies führt in zunehmendem Alter zur Fehlstellung der Sprunggelenke, die ein späteres richtiges Gehen unmöglich macht.

Fazit

Beobachten Sie Ihr Kind in seinen Bewegungen. Schauen Sie darauf, wie Sie sich selbst bewegen. Reflektieren Sie, dass Ihre Bewegungsunterstützung eine Bewegungserfahrung für Ihr Kind bedeutet und Sie beide Freude am täglich neuen miteinander Entdecken und Lernen haben.

Der zweite Teil, der in der nächsten Ausgabe erscheint, gibt Beispiele, wie Kinder beim Erlernen von Bewegungsmustern (parallele und spiralige Bewegung) und in Alltagsaktivitäten – u. a. Nahrungsaufnahme, Atmung, Ausscheidung, Positionsunterstützung und Umgebungsgestaltung – gesundheitsfördernd unterstützt werden können.

 

Schon gewusst?

In Kinaesthetics-Kursen können pflegende Angehörige von speziell dafür ausgebildeten Kinaesthetics-Trainerinnen und -Trainern ihre Qualifikation für eine gesundheitsfördernde Begleitung ihrer Angehörigen erwerben. Ebenso profitieren sie selbst durch ein höheres Wahrnehmungs- und Bewegungsverständnis in all ihren eigenen Bewegungen.

Informationen zu Kursen und eine Liste mit Trainerinnen und Trainern finden Sie unter www.kinaesthetics.de.

 

 

 

Über den Autor

Norbert Feldmann ist freiberuflicher Kinaesthetics-Trainer, Lehrer für Pflegeberufe und Entbindungspflege sowie Pflegewissenschaftler (Universität Witten/Herdecke).

Corona_Pflege_Angehoerige

Pflegende Angehörige in der Corona-Krise: Frischer Wind

Corona_Pflege_Angehoerige

Hanna Lucassen

Die Corona-Krise hat den Alltag von Barbara Hedtmann (64) und Kurt Steffenhagen (86) verändert. Doch gemeinsam und mit viel Umsicht meistert das Ehepaar die außergewöhnliche Situation.

 

Der Lavendel blüht lila. Barbara Hedtmann und Kurt Steffenhagen sitzen auf ihrer kleinen Terrasse am Frankfurter Stadtrand, trinken Rotwein. Tara, die schwarze Labradorhündin, streckt sich genüsslich im Gras. Das Ehepaar liebt diese gemeinsame Stunde am frühen Abend. Ein Ritual, auf das es auch in der Corona-Krise nicht verzichtet. Vielleicht ist dies auch jetzt so wichtig wie nie: Es gibt ihnen Halt und hier finden sie in langen Gesprächen ihren individuellen Weg durch die Krise.

Gemeinsam stark

Barbara Hedtmann (64) ist Religionspädagogin. Eine temperamentvolle, durchsetzungsstarke Frau, die noch voll im Beruf steckt und für viele Themen brennt. Sie koordiniert die Seniorenarbeit und Erwachsenenbildung im evangelischen Regionalverband und hat einen Hochschullehrauftrag. Kurt Steffenhagen (86), ein großer schlanker Mann mit markanten Gesichtszügen und einem hellwachen Verstand, hat nur noch zwei Prozent Sehkraft. Seit einem Papilleninfarkt vor 13 Jahren kann der Diplom-Ingenieur nur noch grobe Umrisse erkennen. Ohne seine Frau, sagt er, wäre er aufgeschmissen. Sie legt ihm die passenden Hosen und Pullis hin, kauft ein, wäscht und kocht jeden Abend aufwendig. Sie achtet darauf, dass Zahnbürste und Telefon immer am selben Platz stehen und nichts auf dem Boden liegt, über das er stolpern könnte. Kurt Steffenhagen hat Pflegegrad 2. Der Antrag auf 3 läuft. In der Corona-Krise gehört er zur Risikogruppe der Hochaltrigen.

Ihr Weg durch die Krise

Die Pandemie wird für beide schlagartig ein Thema, als sie im März die Fernsehbilder aus Italien sehen: Schwerkranke, die isoliert im Krankenhaus liegen. Voll maskierte Pflegekräfte sowie Ärztinnen und Ärzte. Sterbende, die sich von ihren Angehörigen nicht verabschieden können.

„Wollen wir das?“, fragt Barbara Hedtmann ihren Mann. Nein. Sie sind sich einig: Wenn einer von ihnen erkrankt, braucht er den anderen bei sich. Dann wollen sie nicht getrennt sein. Unter dem Eindruck der TV-Berichte verfasst Kurt Steffenhagen eine Corona-Patientenverfügung: „Für den Fall, dass ich mit dem Coronavirus infiziert werde, will ich nicht stationär in einer Klinik behandelt werden. Das gilt auch, wenn die Erkrankung COVID-19 einen schweren zum Tode führenden Verlauf nimmt.“ Kurt Steffenhagen zeigt die beiden handgeschriebenen Seiten, die in einem durchsichtigen Schutzumschlag liegen. „Ich habe keine Angst“, sagt er. „Wenn ich die Krankheit bekomme und daran sterben sollte, dann ist es so.“

Seine Frau sitzt daneben und nickt. Die beiden sind sehr offen miteinander, die Themen Tod und Sterben haben sie nie ausgeklammert. Von Anbeginn: Als sie sich vor 22 Jahren kennenlernen, sind sie beide geschieden und eigentlich frei füreinander. Aber Barbara Hedtmann braucht Zeit, um sich darauf einzulassen, der Altersunterschied macht ihr Sorgen. „Ich wusste ja, dass er wahrscheinlich lange vor mir gebrechlich werden würde.“ Sie nehmen sich Zeit, sich kennenzulernen und auch über diese Bedenken zu sprechen. Offen und ehrlich, ohne Tabus – das ist bis heute ihr Rezept.

Trotzdem – die beiden sind in der Pandemie nicht fahrlässig. Beim Einkaufen tragen sie eine Schutzmaske, sie halten Abstand und waschen sich regelmäßig die Hände. Die Verbindung zu ihren Kindern und sechs Enkelkindern halten sie aufrecht. Das ist ihnen wichtig. „Wir wägen das Risiko immer ab, aber wir wollen und brauchen eben auch den frischen Wind in unserem Leben.“

Verunsicherung

Zu dieser Klarheit müssen sie erst mal finden. Am Anfang sind auch sie verunsichert. Barbara Hedtmann ist in der schwierigen Situation vieler pflegender Angehöriger. Sie selbst gehört nicht zur Risikogruppe, muss aber aufpassen, dass sie das Virus nicht mit nach Hause schleppt und ihren Mann ansteckt. Um das Risiko zu minimieren, geht sie ins Homeoffice, obwohl sie nicht gerne zu Hause arbeitet. Inzwischen ist sie an drei Vormittagen wieder im Büro. Kolleginnen und Kollegen trifft sie dort kaum. Sie fährt mit dem Auto hin, parkt in der Tiefgarage, sitzt alleine im Büro. Auch privat ist sie jetzt selten weg.

Veränderter Alltag

Ihr Alltag hat sich verändert. Normalerweise haben beide ihr eigenes Leben: Vor Corona kommen zu Kurt Steffenhagen an zwei Vormittagen Assistenten und helfen ihm am Computer und beim Schriftverkehr. Er geht mit der Blindenhündin im Ort spazieren, trifft sich mit Senioren aus der Kirchengemeinde, um über Glaubensdinge zu diskutieren, besucht Kulturveranstaltungen. Wenn Barbara Hedtmann gegen 17 Uhr von der Arbeit kommt und sie sich zum Reden auf die Terrasse setzen, sind beide voll von Erlebnissen und Eindrücken. Frischer Wind eben.

Und nun sind sie die meiste Zeit gemeinsam zu Hause. Immerhin kommen mittlerweile die Reinigungskraft und die Assistenten wieder. Für Barbara Hedtmann ist es nicht leicht, sich zu Hause auf ihre Arbeit zu konzentrieren: den Abwasch zu ignorieren, ihren Mann auf später zu vertrösten, auch mal die Tür zu ihrem Arbeitszimmer zu schließen. Sie fühlt sich oft hin- und hergerissen und hat auch mit einem schlechten Gewissen zu kämpfen. „Wenn ich sonst zu Hause war, war ich es voll und ganz. Jetzt bin ich mit dem Kopf im Büro. Ist für uns beide nicht so einfach.“ Kurt Steffenhagen bestätigt, halb witzelnd: „Ja, wir brauchten ein bisschen Zeit, uns aneinander zu gewöhnen.“

Es komme ihr manchmal vor wie eine Probezeit, meint seine Frau später. In ein, zwei Jahren wird sie in Rente gehen und viel zu Hause sein. „Da schnupper ich jetzt mal rein – und übe, wie das geht.“ So kann sie in der Krise durchaus eine Chance sehen.

Lernen aus der Krise

Beide wissen, die Pandemie trifft andere härter: pflegende Angehörige etwa, die verzweifelt sind, weil die 24-Stunden-Pflegekraft oder der ambulante Pflegedienst nicht mehr kommen. Aber Corona hat auch im Hause Hedtmann-Steffenhagen etwas verändert. Die Krise kratzt an den Strukturen, die für die Eheleute wichtig sind, um ihre Liebe, ihren Respekt füreinander zu erhalten.

Barbara Hedtmann kämpft für diese Strukturen. Sie pflegt lange Jahre ihre Eltern – bis sie am Rand ihrer Kräfte ist und das Verhältnis zu den Eltern extrem gespannt.

Mit ihrem Mann, das weiß sie, will sie es nie so weit kommen lassen. Die beiden sorgen vor und beschließen rechtzeitig: Sie würde weiter Vollzeit arbeiten, weil es ihr gut tut. Sie würde ihn nicht körperlich pflegen. Sollte das notwendig werden, würde sie einen Pflegedienst engagieren. Gegebenenfalls würde Kurt Steffenhagen auch in das nahe gelegene Altersheim ziehen. „Mein Mann soll mein Mann bleiben – und nicht mein Patient werden“, sagt Barbara Hedtmann.

Aber natürlich sind es manchmal nur Nuancen, die den Unterschied machen. Grenzen zu ziehen, um selbst gesund zu bleiben, fällt in Zeiten von Corona noch schwerer als sonst. Zu Hause ist sie schneller erreichbar als im Büro. Und Liebe und Fürsorge gehören eben doch oft zusammen.

Gespräche liefern frischen Wind

Wie gut, dass es die Terrassengespräche gibt. „Ihre Stunde“ ist übrigens oft auch ein Fenster nach draußen. Nachbarn oder Passanten laufen vorbei, grüßen rüber. Manchmal bleiben sie auch für einen kleinen Schwatz stehen, in sicherer Entfernung. „Was gibt’s Neues?“ „Wie kommt ihr über die Runden?“ Barbara Hedtmann genießt das ganz bewusst. Der frische Wind, der ihr so wichtig ist, er weht jetzt vielleicht nicht so stark wie sonst in ihr Haus. Aber wenn ein Lüftchen kommt, eine Brise – dann macht sie die Tür weit auf. Und atmet ganz tief ein.

 

 

 

Über die Autorin

Hanna Lucassen ist freie Journalistin und ehemalige Gesundheits- und Krankenpflegerin.

Haeusliche Pflege

Studie: Lage in der häuslichen Pflege während Pandemie weiter zugespitzt

Haeusliche Pflege

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23.07.2020 – Die Pflegesituation zu Hause versorgter älterer Menschen hat sich während der Corona-Krise verschlechtert. Davon betroffen seien sowohl die Pflegebedürftigen als auch deren pflegende Angehörige. Das geht aus einer neuen Studie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz hervor.

Einsamkeit und depressive Verstimmungen

Demnach berichtete fast die Hälfte der befragten Personen, dass sich die Pandemie negativ auf den Gesundheitszustand der Pflegebedürftigen ausgewirkt habe. Darüber hinaus stellten fast 75 % fest, dass Einsamkeit und/ oder depressive Verstimmungen bei der pflegebedürftigen Person zugenommen hätten. 85 % der Befragten gaben an, dass Pflegebedürftige weniger Besuche von Verwandten oder Bekannten erhalten hätten. Zudem hätten pflegende Angehörige beinahe zur Hälfte den Kontakt zu ihrer pflegebedürftigen Person eingeschränkt.

 

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Überlastung und Verschlechterung der Beziehung

Ein weiteres Ergebnis der Erhebung: Mehr als die Hälfte der befragten Angehörigen sagte, dass die Pflege derzeit belastender sei als vor dem Corona-Ausbruch. Eine Überforderung mit der aktuellen Situation gaben 38 % an. Außerdem habe sich die Beziehung zwischen der pflegebedürftigen Person und pflegenden Angehörigen verschlechtert. Dies berichteten drei Viertel. Bei einem Drittel seien häufiger Konflikte aufgetreten.

Auswirkungen auf Gewalt in der häuslichen Pflege

Dies alles könnte den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zufolge auch Auswirkungen auf Gewalt in der häuslichen Pflege haben. „Die Zunahme von Belastungen unter Covid-19 ist entsprechend beunruhigend. Im Gegensatz zur Thematisierung der möglichen Auswirkungen der Covid-19-Krise auf Gewalt gegenüber Kindern und Frauen, bleibt dieses Thema bezüglich der Altenpopulation allerdings bisher unberücksichtigt“, verdeutlicht Studienleiter Vincent Horn.

Für die Erhebung wurden 330 pflegende Angehörige online befragt und ergänzend qualitative Interviews durchgeführt.

 

Dass die Corona-Pandemie die häusliche Pflege zusätzlich belastet, zu diesem Ergebnis kam jüngst auch eine Studie des Zentrums für Qualität in der Pflege und der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

Über die Autorin

Johanna Kristen ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Trinken

Hitzetage: Tipps für den Angehörigenbesuch

Trinken

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16.07.2020 – Hitze ist v. a. für chronisch kranke, ältere und pflegebedürftige Menschen belastend. Um gesund durch die heißen Tage in den Sommermonaten zu kommen, hat das Klinikum der Universität München einen „Hitzemaßnahmenplan für stationäre Einrichtungen der Altenpflege“ veröffentlicht. In dem Handbuch finden auch Angehörige Empfehlungen, wie sie pflegebedürftige Personen dabei unterstützen können, die Hitze gut zu bewältigen: 

Für das Trinken sensibilisieren

Bei Besuchen sollten Angehörige ihre Pflegebedürftigen dazu motivieren, ausreichend zu trinken und zu essen, indem sie dies z. B. gemeinsam tun, wasserreiches Obst und Gemüse sowie zusätzliche Getränke mitbringen. Außerdem sollten sie bei jedem Kontakt – etwa per Telefon oder SMS – daran erinnern, das Trinken nicht zu vergessen. Auch das Anlegen kühlender Arm- und Beinwickel und leichte Sommerkleidung könnten dabei helfen, die heißen Temperaturen gut zu vertragen.

An Sonnenschutz denken

Um sich vor der Sonne zu schützen, sollten eine Kopfbedeckung sowie Sonnencreme bereitgestellt und die Besuchszeit in kühlen Räumen oder schattigen Außenbereichen verbracht werden.

Mehr Besuche vorsehen

Wenn möglich sollten Angehörige auch häufigere Besuche einplanen.

 

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Über die Autorin

Johanna Kristen ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Pflegeberatung

Studie zeigt: Pflegebedürftige sind mit Pflegeberatung zufrieden

Pflegeberatung

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9.07.2020Pflegebedürftige sind mit der Pflegeberatung ihrer Pflegekassen zufrieden. Das geht aus einer im Auftrag des GKV-Spitzenverbands erstellten wissenschaftlichen Studie des IGES Instituts hervor. So gaben fast 90 % der befragten Pflegebedürftigen an, dass Kontaktaufnahme und Terminvereinbarung einfach gewesen seien. Mehr als 95 % berichteten, dass sie der Beratung gut folgen konnten und auf ihre Bedürfnisse ausreichend eingegangen worden sei. Fast 96 % beurteilten die Pflegeberatung ihrer Pflegekasse als unabhängig und neutral.

 

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Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von „Angehörige pflegen“ werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Zeitnah und vor Ort

Persönliche Erstberatungen erfolgten der Untersuchung zufolge innerhalb weniger Tage, 86,2 % dieser Beratungen fanden in der häuslichen Umgebung statt. 4,8 % aller Pflegeberatungen seien am Telefon durchgeführt worden. 3,4 % der Befragten hätten sich in einem Pflegestützpunkt und 2,2 % in der Geschäftsstelle ihrer Pflegekasse beraten lassen.

Inhalte der Beratungen

Als Gründe für die Inanspruchnahme der Pflegeberatung gaben diejenigen, die gerade einen Erstantrag auf Leistungen nach dem SGB XI gestellt hatten, allgemeinen Informationsbedarf zu Leistungen der Pflegekasse (74,4 %) oder zur Pflegesituation (64,8 %) an. 39,6 % fragten nach Unterstützung in einer verschlechterten Pflegesituation, 38,2 % nach Hilfe beim Ausfüllen von Formularen der Pflegekasse und 35,8 % nach Unterstützung bei der Suche nach einem Pflegedienst/Pflegeheim.

Erstantragstellende, die zum Zeitpunkt der Untersuchung keine Pflegeberatung wahrgenommen hatten, nannten als Gründe: keinen Bedarf (41,4 %), kannten das Angebot nicht (26,4 %) und hätten bereits eine andere Pflegeberatung (Pflegeeinrichtung, Sozialdienst der Krankenhäuser, Medizinischer Dienst der Krankenversicherung , Pflegestützpunkt) erhalten (23,1 %).

Studienteilnehmende

Für die Studie wurden 2.486 Versicherte mit Erstantrag auf Pflegebegutachtung, 2.676 Pflegegeld-Leistungsempfänger sowie 299 Pflegebedürftige, die gerade eine Pflegeberatung erhalten hatten, befragt – ebenso Pflegeberatende, Pflegeberatungsstellen, Pflegekassen und andere in der Pflegeberatung Tätige.

Alle gesetzlich Versicherten, die Leistungen der Pflegeversicherung beziehen oder einen Antrag auf Leistungen der Pflegeversicherung gestellt haben, können Pflegeberatung über ihre Pflegekassen nutzen.

 

Über die Autorin

Johanna Kristen ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.