Finanzielle Last der Pflege

Mehrheit der jungen Menschen bereit für Angehörigenpflege

Finanzielle Last der Pflege

Getty Images/Oliver Rossi

14.10.2021 – Knapp 70 % der jungen Menschen zwischen 16 und 39 Jahren können sich vorstellen, einen Familienangehörigen zu pflegen. Unter denjenigen, die bereits pflegen oder gepflegt haben, sind dies sogar 84 %. Das hat eine Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach für den DAK-Pflegereport 2021 ergeben.

Rund ein Drittel der jungen Menschen kann sich dem Report zufolge allerdings nicht vorstellen, Angehörige zu pflegen. Sie geben dafür verschiedene Gründe an: Ein Großteil traut sich Pflegetätigkeiten nicht zu (63 %). Für die Hälfte ist die Pflege nicht mit dem Beruf vereinbar (49 %) und 44 % fürchten seelische Belastungen.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

DAK-Vorstandschef, Andreas Storm, sagte während der Vorstellung des Berichts am Dienstag in Hamburg:

“Die hohe Bereitschaft junger Menschen, sich bei der Pflege zu engagieren, ist bemerkenswert.”

Dem Bericht zufolge hat ein Viertel der jungen Menschen in Deutschland bereits Pflegeerfahrungen gesammelt. Bei mehr als der Hälfte von ihnen war die zu pflegende Person die Großmutter oder der Großvater.

Der wissenschaftliche Betreuer der Studie, Thomas Klie, von der Evangelischen Hochschule Freiburg erläuterte, dass die Pflege weniger als eine moralische Pflicht gesehen werde, sondern aus familiärer Verbundenheit geschehe.

Zwei Fünftel der für den Report Befragten wünschen sich die Pflege eines nahen Angehörigen zuhause durch die Familie gemeinsam mit einem Pflegedienst oder einer festen Pflegefachperson.

Ambulante Pflege stärker in Blick nehmen

Klie zufolge nehmen rd. 70 % der zuhause versorgten Menschen allerdings keine Beratungsangebote oder Unterstützung von einem ambulanten Pflegedienst in Anspruch. Er forderte deshalb von der kommenden Bundesregierung, die Pflege zu Hause stärker in Blick zu nehmen, und warnte:

“Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels werden wir bald an die Kapazitätsgrenzen in Pflegeheimen stoßen. Wir müssen sicherstellen, dass pflegende Angehörige umfassend unterstützt werden, um ihren wichtigen gesellschaftlichen Auftrag erfüllen zu können. Wenn wir jetzt nicht aktiv werden, wird die Situation der Pflege weiter eskalieren.”

DAK-Vorstandschef Storm forderte, pflegende Angehörige besser vor Armut zu schützen und von der Haushaltsarbeit zu entlasten.

Es sei nicht selbstverständlich, dass junge Menschen aufgrund der Pflege ihrer Angehörigen berufliche und finanzielle Nachteile in Kauf nähmen müssten.

“Wir müssen einen festen Rahmen schaffen, in dem es kein Entweder-Oder gibt.”

Pflegende Angehörige entlasten

Eine stärkere Unterstützung bei der Weiterführung des Haushalts und der Kinderbetreuung für jüngere pflegende Angehörige könne ein Ansatzpunkt sein; ebenso ein gesetzlicher Anspruch auf Zuschüsse zu Weiterbildungskosten und unterstützende Angebote, um einen Pflegemix von Angehörigenpflege und professioneller Fachpflege zu ermöglichen.

Es sei Aufgabe der kommenden Bundesregierung, eine bessere Vereinbarkeit von Pflege und Beruf zu schaffen.

Für die Untersuchung befragte das Institut für Demoskopie Allensbach 1.310 Männer und Frauen im Alter zwischen 16 und 39 Jahren. Darunter waren 443 Personen, die bereits Angehörige gepflegt haben.

Laut Statistischem Bundesamt wurden Ende 2019 von den 4,1 Mio. Menschen, die Leistungen aus der Pflegeversicherung erhielten, 80 % zu Hause gepflegt.

 

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Nachbarschaftshilfe

Nachbarschaftshilfe soll in Niedersachsen künftig anerkannt und bezahlt werden

Nachbarschaftshilfe

Bild: Gettyimages/Bojan89

07.10.2021 – Pflegebedürftigen Menschen in Niedersachsen soll bald ein breiteres Hilfsangebot zur Unterstützung im Alltag zur Verfügung stehen.

Wie die niedersächsische Landesregierung am Dienstag mitteilte, hat das Kabinett den Entwurf einer neuen Verordnung über „die Anerkennung von Angeboten zur Unterstützung im Alltag für die Verbandsbeteiligung“ freigegeben.

Daraus geht hervor, dass gewerblich tätige Einzelpersonen und ehrenamtliche Nachbarschaftshelferinnen und -helfer ab 2022 als „unterstützende Personen“ anerkannt und bezahlt werden sollen.

Zusätzliche Unterstützung für pflegende Angehörige

Laut Sozialministerin Daniela Behrens brächte ein solches Angebot einige Vorteile mit sich:

„Im Alltag der häuslichen Pflege gibt es viel mehr zu tun als die reine Pflegeleistung selbst. Pflegebedürftige müssen betreut und beaufsichtigt, ihre Tage gestaltet werden.“

Pflegende Angehörige benötigten oft eine helfende Hand im Haushalt. Behrens sagte weiter:

„Hierfür braucht es vor allem Menschen mit Zeit und Empathie. Das können neben Anbieterinnen und Anbietern in der ambulanten Pflege auch Nachbarinnen oder Nachbarn, oder in Einzelunternehmung selbstständige Personen sein.“

Derzeit nicht genügend Angebote

Die Pflegekasse erstatte für haushaltsnahe Dienstleistungen den sog. Entlastungsbetrag von bis zu 125 € monatlich. Die Voraussetzung dafür sei, dass diese Leistungen von nach Landesrecht anerkannten Angeboten erbracht wurden.

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Derzeit stünden nicht genügend Anbieterinnen und Anbieter für alle Pflegebedürftigen zur Verfügung.

Die Landesregierung rechne mit bis zu 5.000 zusätzlichen Anbieterinnen und Anbietern, wenn gewerblich tätige Einzelpersonen und ehrenamtliche Nachbarschaftshelferinnen und -helfer anerkannt würden.

Die Voraussetzungen für deren Anerkennung sollen angepasst werden, um dem niedrigschwelligen Charakter des Angebots gerecht zu werden und gleichzeitig die Qualität der Versorgung weiterhin zu sichern.

Über die Autorin

Kristina Stein ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

pflegende Angehörige

DBfK fordert, das Potenzial der Pflege besser zu nutzen

Rentenpunkte

Getty Images/filadendron

05.10.2021 – Anlässlich des zweiten „Europäischen Tages der pflegenden Angehörigen“ am 6. Oktober 2021 fordert der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK), neue pflegerische Rollen in der Primärversorgung zu etablieren, um pflegende Angehörige zu stärken und die Gesundheitsversorgung zu verbessern.

Der europaweite Aktionstag soll auf die Situation pflegender Angehöriger aufmerksam machen.

Rund 80 % der Menschen in Deutschland, die Leistungen der sozialen Pflegeversicherung erhalten, würden zu Hause versorgt und mehr als die Hälfte von ihnen überwiegend von ihren Angehörigen.

Häufig seien diese auf sich allein gestellt, da es in Deutschland erhebliche Engpässe in der Primärversorgung vor Ort gebe.

Entlastung durch „Community Health Nursing”

Die Bundesgeschäftsführerin des DBfK, Bernadette Klapper sagt:

„Wir wissen, dass die Pflege von Angehörigen eine enorme Herausforderung ist und die Familien oft belastet und überfordert.“

Deswegen benötigten pflegende Angehörige bessere Beratung und Unterstützung seitens professionell Pflegender – auch wenn sie noch keinen Pflegedienst in Anspruch nähmen, so Klapper.

Damit verweist sie auf das Modell „Community Health Nursing“, das in Skandinavien, Großbritannien oder Kanada fest in der Primärversorgung verankert ist. Dazu Klapper:

„Speziell qualifizierte Pflegefachpersonen arbeiten eigenverantwortlich beispielsweise in einem Gesundheitszentrum oder im Bereich des Öffentlichen Gesundheitsdienstes. Community Health Nurses koordinieren die Versorgung, beraten und erheben die besondere Bedarfslage vor Ort. Dies führt zu einer Entlastung und besseren Begleitung der pflegenden Angehörigen.“

Gesundheitsversorgung nachhaltig verbessern

Der DBfK fordert, ein solches Modell auch in Deutschland zu etablieren. Politisch hieße das in erster Linie, die pflegerische Rolle im Berufsrecht sowie im Leistungs- und Leistungserbringungsrecht zu verankern.

Laut DBfK liegt der neuen Bundesregierungdamit eine Möglichkeit vor, die Gesundheitsversorgung in Deutschland und damit die Situation der Menschen mit Pflegebedarf und ihrer Angehörigen deutlich und nachhaltig zu verbessern. Dazu gelte es, das vorhandene Potenzial der Pflege zu nutzen.

Über die Autorin

Kristina Stein ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Knochendichtemessung

Knochendichtemessung: Wann die Kasse zahlt und wann nicht

Knochendichtemessung

Getty Images/izusek

30.09.2021 – Eine Knochendichtemessung bzw. eine Osteodensitometrie bestimmt den Mineralsalzgehalt von Knochen. Sie dient – neben weiteren Untersuchungen – der Feststellung, ob die Patientin oder der Patient unter Osteoporose leidet und hilft, den Verlauf der Erkrankung zu beobachten. Die Messung gibt auch Hinweise, wie hoch das Risiko für einen Knochenbruch ist.

Manche Ärztinnen und Ärzte bieten eine Knochendichtemessung zur Früherkennung von Osteoporose als Individuelle Gesundheitsleistung, kurz IGeL, an. In bestimmten Fällen übernimmt jedoch die Krankenversicherung die Kosten. Darauf macht die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) aufmerksam.

Knochendichtemessung als Kassenleistung

Die Kosten für eine Knochendichtemessung übernimmt die Kasse, wenn

  • Sie einen Knochenbruch ohne ein entsprechendes Trauma – also z. B. einen Sturz oder Unfall – erlitten haben und gleichzeitig der begründete Verdacht auf eine Osteoporose besteht.
  • Ihre Ärztin oder Ihr Arzt eine gezielte medikamentöse Behandlung einer Osteoporose beginnen will. Dafür muss nicht erst eine Fraktur passiert sein.
  • Die Messung der Knochendichte der Überprüfung einer laufenden Therapie dient. Sie kann nach 5 Jahren wiederholt werden, in begründeten Ausnahmefällen auch schon früher.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

Allerdings dürften nicht alle Kassenärztinnen und -ärzte die Knochendichtemessung mit der gesetzlichen Krankenkasse abrechnen, gibt die UPD zu bedenken. Sie benötigten dafür eine Zusatzqualifikation und die Zulassung der Kassenärztlichen Vereinigung (KV).

Die UPD empfiehlt, passende Praxen über die Arztsuche der KV im Internet zu suchen oder direkt die eigene Krankenkasse um Adressen zu bitten.

Kassenärztliche Vereinigung hilft weiter

Wer z. B. Medikamente zur Behandlung einer Osteoporose einnehme und trotzdem für eine ärztlich empfohlene Knochendichtemessung selbst aufkommen soll, solle zunächst mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen, rät die UPD. Sie oder er dürfe eine Kassenleistung nicht privat in Rechnung stellen.

Im Zweifel könnten Versicherte Kontakt mit ihrer Krankenkasse aufnehmen und fragen, ob diese die Kosten übernehme.

Bis zur Klärung sollten Betroffene “auf keinen Fall” unterschreiben, dass sie bereit sind, selbst für die Knochendichtemessung aufzukommen.

Bestehe kein Zweifel daran, dass die Ärztin oder der Arzt eine eigentliche Kassenleistung privat abrechnen wolle, könnten sich Versicherte schriftlich an die zuständige KV wenden.

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Häusliche Pflege

10 Jahre häusliche Pflege und ein würdiger Abschied: “Alleine ist das nicht zu schaffen”

Häusliche Pflege

Foto: Marcus Schlaf

Der Pflegekritiker Claus Fussek hat gemeinsam mit seiner Familie viele Jahre seine Mutter Gertraud Fussek in ihrem eigenen Zuhause versorgt. Ende Februar ist sie gestorben, von der Familie in ihrem Sterbeprozess begleitet. Wie schwer häusliche Pflege über lange Zeit ist und wie es trotzdem gelingen kann, erzählt Fussek aus der Perspektive des pflegenden Angehörigen.  Weiterlesen

Impfung: Infektionskrankheiten lässt sich vorbeugen

Impfung: Infektionskrankheiten lässt sich vorbeugen

Impfung: Infektionskrankheiten lässt sich vorbeugen

GettyImages/Morsa Images

Impfstoffe gelten als wichtiges Mittel zur Vorbeugung von Erkrankungen. Sie bieten Schutz gegen Infektionskrankheiten, indem sie das Immunsystem zur Herstellung von Antikörpern und der Vermehrung von Immunzellen anregen. Aber welche Impfungen sind wirklich wichtig und was gilt es zu beachten? Wir haben mit Prof. Dr. Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie und Leiter des Forschungsbereichs Immunologie an der TU Dortmund, gesprochen.

Weiterlesen

Häusliche Pflege | Entlastung

Häusliche Pflege: Pflegebedürftige und Angehörige entlasten

Häusliche Pflege | Entlastung

Getty Images/FredFroese

26.08.2021 – Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, hat angesichts der laufenden vierten Welle der Corona-Pandemie an die Bedürfnisse von Pflegebedürftigen und pflegenden Angehörigen erinnert. In der häuslichen Pflege dürften diese Personen nicht alleingelassen werden. Fehler der vergangenen Monate dürften sich jetzt nicht wiederholen.

“Pflegende Angehörige waren durch die Reduzierung und Schließung von Betreuungsangeboten häufig auf sich allein gestellt und mussten in der Pandemie ohne professionelle Unterstützung große Herausforderungen meistern.”

Jetzt müssten die richtigen Schlüsse gezogen werden. In einem 3-seitigen Positionspapier fasst der Pflegebevollmächtigte deshalb Maßnahmen zusammen, die seiner Auffassung nach, Pflegebedürftige und Angehörige entlasten. Denn diese müssten nicht nur mit ihrer Schutzbedürftigkeit, sondern v. a. mit ihren Bedürfnissen in den Fokus genommen werden.

 

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

 

So sollten z. B. für Betroffene und pflegende Angehörige Tagespflege, Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege so weit wie möglich verfügbar bleiben.

Einfacher, schneller Zugang zum Impfen

Wichtigster Baustein in der Pandemie bleibe für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige das Impfen, betonte Westerfellhaus. Derzeit würden Vorkehrungen für notwendige Auffrischungsimpfungen getroffen. Insbesondere für die genannte Personengruppe müsse der Zugang zu Impfungen so leicht wie möglich sein – in der häuslichen Pflege etwa über mobile Impfteams.

Westerfellhaus:

“Unabhängig von einer Pandemie ist erste und wichtigste Aufgabe aller Beteiligten, Selbstbestimmung, Teilhabe und Würde in der stationären und in der häuslichen Pflege zu verwirklichen. Daran müssen sich Politik, Kostenträger und Leistungserbringer jetzt und auch in Zukunft messen lassen.”

 

 

Über die Autorin

Nadine Millich ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Essen zubereiten

Osteuropäische Betreuungskräfte: Mit der Haushaltshilfe unter einem Dach

Essen zubereiten

GettyImages/Maskot

 

Zu Hause bleiben und bestenfalls rund um die Uhr versorgt werden – das wünschen sich viele pflegebedürftige Menschen. Angehörige können das allein meist nicht leisten. Deshalb suchen sie oft andere Lösungen, zum Beispiel eine Betreuung über europäische Haushaltshilfen. Doch bei diesem Modell gibt es eine Menge zu bedenken – von der Arbeitszeit bis zu den monatlichen Kosten. Weiterlesen

Olaf Scholz

Olaf Scholz will Unternehmen zu Barrierefreiheit verpflichten

Olaf Scholz

Getty Images/Pool

17.08.2021 – SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat angekündigt, private Unternehmen künftig zu Barrierefreiheit ihrer Dienstleistungen und Produkte zu verpflichten. Im Gespräch mit Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland e. V., im Rahmen einer Sonderausgabe ihres Podcasts sagte Scholz:

„Wir müssen Barrierefreiheit zum Maßstab machen. Das ist etwas, das wir von allen Anbietern verlangen können.“

Es brauche Gesetze, Förderprogramme und eine Veränderung unserer Einstellung, so der SPD-Politiker. Die Unternehmen müssten sich umstellen können, manche benötigten dazu Unterstützung. Dafür seien verbindliche Regeln durchzusetzen.

Nicht verpassen: Pflegekasse übernimmt Kosten für Online-Pflegekurs

Pflegende Angehörige haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Schulungskurs. Die Kosten für den zertifizierten Online-Pflegekurs von “Angehörige pflegen” werden von jeder Pflegekasse komplett übernommen.

Paradigmenwechsel ist nötig

Laut Scholz brauche es einen richtigen Paradigmenwechsel. An dem Umgang mit Menschen mit Behinderung zeige sich der Charakter einer Gesellschaft.

Der Sozialverband VdK fordert nach eigenen Angaben bereits seit Langem, Barrierefreiheit in allen Bereichen zügig und verpflichtend umzusetzen.

Neben dem Thema Barrierefreiheit sprachen Scholz und Bentele in dem Podcast auch über soziale Gerechtigkeit, eine Reform für die häusliche Pflege und Kinderarmut.

Über die Autorin

Kristina Stein ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.

Suizidprävention

ZQP will Suizidprävention für Pflegebedürftige stärken

Suizidprävention

GettyImages/ fizkes

05.08.2021 – Die Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) will die Suizidprävention für pflegebedürftige Menschen stärken. Dafür ist die ZQP der Allianz für Suizidprävention beigetreten und wird sich in konkreten Projekten entsprechend engagieren, wie sie Ende Juni bekannt gab.

Sie wolle damit dazu beitragen, dieses Thema sowohl gesellschaftlich als auch im Gesundheitssystem stärker zu verankern und das Verständnis für dessen Bedeutung im Zusammenhang mit Pflegebedürftigkeit zu fördern.

Die Teilnehmenden der Allianz unterstützten die Ziele des Nationalen Suizidpräventionsprogramms für Deutschland (NaSPro) und verbänden damit die Absicht, den Gedanken der Suizidprävention und entsprechende Maßnahmen in ihren jeweiligen Bereichen zu fördern, erklärt die ZQP.

Belastung für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige

Ältere Menschen mit Hilfe- und Pflegebedarf lebten häufig mit mehreren fortschreitenden Erkrankungen und verschiedenen psychischen sowie sozialen Belastungen.

Dazu gehörten laut ZQP z. B. stark nachlassende körperliche oder geistige Fähigkeiten, chronische Schmerzen, Angst vor zunehmender Hilfebedürftigkeit sowie Verluste von Beziehungen oder mangelnde soziale Einbindung.

Das Zusammenwirken solcher Belastungen könne schließlich auch zu Lebensmüdigkeit bis hin zu Suizidalität führen.

Dr. Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender der ZQP, betont daher:

„Lebensmüdigkeit und Suizidalität werden insgesamt noch zu wenig als relevante Themen im Zusammenhang mit Pflegebedürftigkeit wahrgenommen.“

Anzeichen ernstnehmen

Laut ZQP bedeute eine gute Unterstützung pflegebedürftiger Menschen, Anzeichen nicht nur wahr-, sondern auch ernstzunehmen. Dazu gehöre es auch, physische und psychische Belastungen zu erkennen und therapeutisch entgegenzuwirken.

Für pflegende Angehörige könne es besonders schwierig sein, mit Suizidgedanken der zu pflegenden Person umzugehen. Sie seien z. T. über mehrere Jahre mit den Themen Sterben und Tod konfrontiert, erklärt die ZQP.

Über die Autorin

Kristina Stein ist Redakteurin im Bibliomed-Verlag.