Klinik-Entlassung: Wie geht es weiter?

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Wenn die Klinik-Entlassung näher rückt, stellt sich oft die Frage: Wie geht es danach weiter? Seit 1. Oktober 2017 gibt es neue gesetzliche Regeln zum Entlassmanagement. Patienten profitieren von diesem Vertrag: Sie werden bei der Anschlussversorgung besser unterstützt.

Anschlussversorgung nach dem Klinikaufenthalt

Wenn die Entlassung aus dem Krankenhaus ansteht, bedeutet dies häufig nicht, dass der Patient danach keine weitere Versorgung braucht. Im Gegenteil: Medikamente, Physiotherapie, Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, medizinische oder pflegerische Versorgung können unmittelbar anstehen. Der Gesetzgeber hat deshalb im Versorgungsstärkungsgesetz geregelt, dass das Entlassmanagement verbessert werden muss, damit Patienten auch nach einem Klinikaufenthalt bestmöglich versorgt sind. Dafür wurden die Möglichkeiten der Krankenhäuser erweitert: Klinikärzte können nun zum Beispiel häusliche Krankenpflege sowie Arznei- oder Hilfsmittel für bis zu sieben Tage nach der Entlassung verordnen, wenn dies für die weitere Versorgung unmittelbar notwendig ist.

Wie geht es nach der Entlassung weiter?

Grundsätzlich haben Patienten künftig einen Anspruch darauf, dass ihre Versorgung im Anschluss an einen Klinikaufenthalt organisiert wird: die Anschlussversorgung. Jedes Krankenhaus ist verpflichtet, über dieses Entlassmanagement im Rahmen der Klinik-Entlassung auf seiner Webseite aufzuklären. Darüber hinaus muss jeder Patient schriftlich informiert werden und den Maßnahmen schriftlich zustimmen. Gleichwohl können Patienten das Entlassmanagement auch ablehnen oder ihre Zustimmung widerrufen und sich selbst um ihre Anschlussversorgung kümmern. Krankenhäuser müssen nun frühzeitig bei jedem Patienten individuell erfassen, ob dieser im Anschluss an den Aufenthalt eine Versorgung braucht. Das geschieht in einem multiprofessionellen Team und über schriftlich festgelegte Standards. Es wird ein Plan erstellt und geprüft, welche Betreuung der Patient konkret benötigt, wenn er entlassen wird. Wird hier ermittelt, dass dieser auch nach der Entlassung Unterstützung braucht, werden zügig entsprechende Maßnahmen eingeleitet, noch während die Person stationär behandelt wird.

Tipp

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Vor allem wenn es um pflegerische oder hauswirtschaftliche Leistungen geht, müssen die Krankenhäuser den Kontakt zur Kranken- oder Pflegekasse zeitig herstellen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn eine Pflegebedürftigkeit festgestellt werden soll, eine häusliche Krankenpflege notwendig ist oder eine Haushaltshilfe gebraucht wird. Krankenhaus sowie Kranken- und Pflegekasse organisieren gemeinsam, dass der Kontakt zu den Leistungserbringern rechtzeitig erfolgt und diese einsatzbereit sind, wenn der Patient entlassen wird. Ein Platz in einem Pflegeheim beispielsweise muss zum Entlasszeitpunkt frei sein, damit der Patient nahtlos dort einziehen kann. Die Klinik muss also managen, dass der Patient fließend in die weitere Versorgung übergeleitet wird. Müssen nach der Klinik-Entlassung Leistungen beantragt werden, für die eine Genehmigung erforderlich ist, hilft das Krankenhaus dem Patienten dabei, die Anträge zu stellen und diese an Pflege- oder Krankenkasse weiterzuleiten und stellt die notwendigen Unterlagen bereit.

Was wird nicht durch den Krankenhausarzt verordnet?

Hilfsmittel, die individuell angepasst werden, verordnet normalerweise nicht der Krankenhausarzt, sondern der Haus- oder Facharzt. Dazu gehören zum Beispiel Hörhilfen, Sehhilfen oder Prothesen. Eine Besonderheit der Anschlussversorgung ist die Physiotherapie: Der Klinikarzt kann eine solche Heilbehandlung zwar verordnen. Der Patient muss die Therapie aber innerhalb der 7-Tage-
Frist nach Entlassung aufnehmen, ansonsten ist die Verordnung nicht mehr gültig.

Keine Entlassung ohne Entlassbrief

Wird der Patient aus dem Krankenhaus entlassen, steht ihm ein vorläufiger oder endgültiger Entlassbrief zu. Wenn der Patient zustimmt, erhält auch der anschlussbehandelnde Arzt diesen Entlassbrief. Pflegerische Leistungserbringer bekommen nur die Informationen, die für die Pflege notwendig sind. Beide Briefe können elektronisch oder in Papierform sein. Benötigt der Patient zu Hause weiterhin Medikamente, muss auch ein Medikationsplan mitgegeben werden. Darüber hinaus obliegt es dem Krankenhaus, eine Telefonnummer mitzugeben, unter der ein Ansprechpartner zum Entlassmanagement erreicht werden kann. Dieser muss von Montag bis Freitag von 9 bis 19 Uhr und am Wochenende von 10 bis 14 Uhr erreichbar sein.

Datenweitergabe nach Klinik-Entlassung im Rahmen des Entlassmanagement

Um das Entlassmanagement durchführen zu können, kann es bei der Klinik-Entlassung notwendig sein, die Daten der Patienten an Dritte weiterzugeben, zum Beispiel an die Krankenkasse oder den ambulanten Pflegedienst. Dies darf aber nur geschehen, wenn der Patient in die Datenweitergabe schriftlich einwilligt. Darüber hinaus müssen die freien Wahlrechte gewährleistet sein. Patienten dürfen ihre Apotheke, den Arzt und sämtliche andere Leistungserbringer frei wählen und müssen darauf aufmerksam gemacht sowie beraten werden.

Über die Autorin

Magdalena Jung ist Fachautorin für Themen rund um die Pflege.

Todesfall - Trauer Checkliste

Worum Sie sich nach einem Todesfall kümmern müssen – Checkliste

Todesfall

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Wenn ein geliebter Mensch stirbt, kann die Trauer über den Verlust überwältigend sein. Von der Beerdigung bis zum Nachlass – ausgerechnet in dieser schwierigen Situation gibt es viel zu tun und zu ordnen. Nicht alles müssen Sie sofort erledigen. Worum Sie sich in den ersten beiden Tagen nach einem Todesfall kümmern sollten, lesen Sie hier. Im diesem zweiten Teil unserer Blogserie zum Thema erfahren Sie, was für die Bestattung, die Trauerfeier und die Grabpflege zu erledigen ist.

Was Sie bis zur Trauerfeier und Bestattung erledigen sollten

  • Art der Bestattung auswählen Entscheiden Sie, ob Sie eine Erd-, Feuer-, Seebestattung oder eine alternative Bestattung möchten.
  • Friedhof und Grab auswählen Kaufen Sie beim Friedhofsträger Grabnutzungsrechte. Wählen Sie die Art des Grabes aus (Einzelgrab, Doppelgrab, Urnengrab).
  • Termin für Bestattung vereinbaren Besprechen Sie mit dem Friedhofsträger bzw. der Grabstättenverwaltung und mit dem Pfarrer bzw. Trauerredner, wann die Bestattung stattfinden soll.
  • Bei Feuerbestattungen Holen Sie die Genehmigung des Krematoriums ein.
  • Trauergespräch führen Besprechen Sie mit dem Pfarrer oder Trauerredner die Inhalte der Trauerfeier und die Liedauswahl.
  • Todesanzeige aufsetzen Besprechen Sie ggf. mit dem Bestattungsinstitut, wie die Todesanzeige aussehen soll. Bitten Sie das Institut um Unterstützung beim Aufsetzen der Anzeige.
  • Trauerkarten versenden Besprechen Sie ggf. mit dem Bestattungsinstitut, wie die Trauerkarten aussehen sollen. Bitten Sie das Innstitut um Unterstützung beim Drucken der Karten.
  • Grabschmuck bestellen Wählen Sie den Blumenschmuck für die Trauerhalle und das Grab aus. Gärtnereien bzw. Bestattungsinstitute helfen Ihnen bei der Auswahl der Blumen, Kränze und Trauerschleifen.
  • Gastraum reservieren Für den Leichenschmaus, das Totenmahl oder den Beerdigungskaffee können Sie ein Bürgerhaus, ein Café, eine Gaststätte oder ein Restaurant reservieren. Es bietet sich an, einen Raum in der Nähe des Ortes, an dem die Bestattung, bzw. die Trauerfeier stattfand, auszuwählen. Reisen Gäste von weiter her an, könnte auch ein Hotel der geeignete Ort sein. Überlegen Sie, ob Sie ein Zimmerkontingent für Übernachtungsgäste reservieren möchten.



Was Sie nach der Trauerfeier und Beisetzung erledigen sollten

  • Danke sagen Verschicken Sie Danksagungskarten und/oder geben Sie eine Danksagungsanzeige in der Zeitung auf.
  • Zahlungsverpflichtungen kündigen
    • Brechen Sie laufende Zahlungen ab, zum Beispiel an Pflegedienste, Pflegeheim oder Hospiz.
    • Kündigen Sie Verträge, Abos und Mitgliedschaften, zum Beispiel in Vereinen und Organisationen.
    • Stellen Sie ggf. Zahlungen für Miete, Strom und Telefon ein.
    • Stornieren Sie gebuchte Reisen.
Praxistipp

Gehen Sie nach einem Todesfall am besten dazu die Kontoauszüge des Verstorbenen durch.

  • Erbschein beantragen Sind Sie Erbe und möchten das Erbe antreten, können Sie einen Erbschein beim Nachlassgericht beantragen. Den Erbschein brauchen Sie zum Beispiel, wenn Sie Immobiliennachlässe regeln möchten.
Praxistipp

Die Ausstellung des Erbscheins kann Wochen bis Monate dauern und kostet mitunter einen drei- bis vierstelligen Betrag. Informieren Sie sich vor dem Antrag beim Nachlassgericht.

  • Um Konten kümmern Wenn Sie Bankgeschäfte des Verstorbenen ordnen möchten und keine Vollmacht besitzen, müssen Sie nachweisen, dass Sie die Erbin bzw. der Erbe sind. Dazu ist eine beglaubigte Kopie des Testaments nötig. Falls Sie keinen genauen Überblick über die Konten haben, müssen Sie bei den einzelnen Bankenverbänden schriftlich nachfragen.
  • Um Versicherungen kümmern Die meisten Versicherungen enden mit dem Todesfall. Sie sollten die Versicherung möglichst schnell über den Tod Ihres Angehörigen informieren. Versicherungsbeiträge werden erst ab dem Datum erstattet werden, ab dem die Mitteilung eingeht.
  • Krankenkasse und Pflegeversicherung Melden Sie Ihren Angehörigen ab und geben Sie die Krankenversicherungskarte zurück. Falls Sie bei Ihrem Angehörigen familienversichert waren, haben Sie weiterhin Versicherungsschutz. Sie sollten sich jedoch schnellstmöglich informieren, wie Sie sich zukünftig am besten krankenversichern.
    • Hausratversicherung und Wohngebäudeversicherung Sie erlöschen zwei Monate nach dem Todesfall, es sei denn die Erben übernehmen die Wohnung mitsamt Einrichtung.
    • Kfz-Versicherung Sie wird auf die Erben des Autos übertragen. Beim Ummelden kann die Versicherung gewechselt werden, beim Verkauf gekündigt.
  • Um Rentenkasse kümmern Als Witwe oder Witwer haben Sie Anspruch auf eine Witwenrente. Sie wird nicht automatisch gezahlt, sondern muss bei der Rentenversicherung beantragt werden. In den ersten drei Monaten nach dem Tod kann Ihnen die Rente Ihres verstorbenen Partners in voller Höhe weiter ausgezahlt werden. Das müssen Sie beim Rentenservice der Deutschen Post veranlassen. Tun Sie dies nicht zeitnah, wird Ihnen dieser Betrag erst nach Berechnung der Witwenrente über den Rentenversicherungsträger ausbezahlt.
  • Behördengänge machen Sind Sie Erbin oder Erbe, informieren Sie innerhalb von drei Monaten das zuständige Finanzamt über den Tod Ihres Angehörigen. Es berechnet die Höhe der Erbschaftssteuer. Hat ein Notar oder Gericht ein Testament eröffnet, übernehmen diese unter Umständen das Informieren des Finanzamtes. Ist Ihr verstorbener Angehöriger alleinstehend gewesen, müssen Sie unter Umständen noch eine Steuererklärung für die Zeit bis zum Todestag abgeben. Sammeln Sie die dafür notwendigen Unterlagen rechtzeitig.
  • Wichtige Dokumente sammeln Legen Sie eine Akte mit Dokumenten an, die nach dem Tod Ihres Angehörigen angefallen sind, wie zum Beispiel Sterbeurkunde, Grabnutzungs- und -pflegeverträge, Abrechnungen.
  • Räumung der Wohnung Kündigen Sie die Wohnung Ihres Angehörigen, falls ein Mietverhältnis bestand, das Sie nicht weiter nutzen möchten. Dafür gilt die gesetzliche Kündigungsfrist von drei Monaten. Sind Sie gemeinsame Mieter der Wohnung, geht das Mietverhältnis auf Sie über. Kündigen Sie Energie- und Wasserversorgung, Telefonverträge und Versicherungsverträge. Bewahren Sie wichtige Unterlagen aus der Wohnung des Verstorbenen auf und überlegen Sie, ob Sie Teile der Einrichtung verkaufen oder weitergeben möchten, bevor Sie die Wohnung räumen oder räumen lassen.
  • Räumung des Pflegeheimzimmers Der Vertrag mit dem Pflegeheim endet am Tag des Todes. Wie lange das Heim den Besitz Ihres Angehörigen aufbewahrt, hängt von den vertraglichen Vereinbarungen ab. Sprechen Sie mit der Heimleitung, bis wann das Zimmer des Verstorbenen geräumt werden soll.
  • Um Profile in Sozialen Medien kümmern Falls Sie die Zugangsdaten zu den Profilen nicht kennen, können Sie die Unternehmen schriftlich über den Todesfall informieren und um Löschung der Konten bitten. 

Was Sie etwa sechs Wochen nach dem Todesfall erledigen sollten

  • Grab aufräumen Räumen Sie den Grabschmuck ab und kümmern Sie sich um ein vorläufiges Grab.
  • Grabpflege organisieren Falls Sie das Grab nicht selbst bepflanzen möchten, können Sie eine Friedhofsgärtnerei damit beauftragen.

Was Sie etwa sechs Monate nach dem Todesfall erledigen sollten

  • Grab herrichten Beauftragen Sie einen Steinmetz für die Grabeinfassung und den Grabstein.
Hinweis

Im 1. Teil der Checkliste erfahren Sie, was in den ersten Tagen nach einem Todesfall zu tun ist.

Über die Autorin

Silke Jäger ist freie Journalistin und Texterin für Gesundheitsinformationen.

 

Tod, Trauer

Tod eines Angehörigen: Was Sie in den ersten beiden Tagen erledigen sollten

Tod und Trauer

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Wenn ein geliebter Mensch stirbt, ist das Gefühlschaos groß und die Trauer über den Verlust beherrschend. Ausgerechnet in dieser schwierigen Situation gibt es viel zu tun und zu ordnen: von der Beerdigung bis zum Nachlass. Nicht alles muss jedoch sofort nach dem Todesfall erledigt werden. Dieser Beitrag hilft Ihnen zu sortieren: Was ist nach dem Tod eines Angehörigen dringend und was kann warten?

Was Sie sofort erledigen sollten, wenn der Tod des Angehörigen eintritt

  • Totenschein Verständigen Sie einen Arzt. Wenn Ihr Angehöriger zu Hause verstorben ist, kann das Ihr Hausarzt sein oder der diensthabende Arzt des Bereitschaftsdienstes. Ist Ihr Angehöriger während eines Klinikaufenthaltes oder im Hospiz verstorben, übernimmt das Haus die Verständigung. Der Arzt stellt den Tod offiziell fest und bescheinigt dies per Totenschein. Den Totenschein benötigen Sie, um die Sterbeurkunde zu beantragen.
  • Angehörige und Freunde informieren Sagen Sie anderen Familienmitgliedern und Freunden Bescheid. Delegieren Sie gegebenenfalls diese Aufgabe an ein anderes Familienmitglied, wenn Sie dadurch zu sehr aufgewühlt werden.
  • Arbeitgeber informieren Bei Todesfällen im engsten Familienkreis können Sie in der Regel einige Tage Sonderurlaub nehmen.
  • Unterlagen bereithalten Suchen Sie wichtige Unterlagen zusammen. Dazu gehören:
    • Personalausweis
    • Geburtsurkunde
    • Heiratsurkunde
    • Krankenversichertenkarte
    • Renteninformation
    • Versicherungspolicen
    • Verfügungen, wie zum Beispiel Testament, Organspendeausweis, Willenserklärungen zur Bestattung
    • Verträge, wie zum Beispiel Vorsorgeverträge mit Bestattungsinstituten
  • Bestatter kontaktieren Hat Ihr Angehöriger einen Vorsorgevertrag mit einem Bestatter abgeschlossen? Falls nicht, können Sie mit einem Bestattungsinstitut Ihrer Wahl Kontakt aufnehmen. Das Institut unterstützt Sie bei den weiteren Schritten. Besprechen Sie, welche Aufgaben der Bestatter übernehmen soll. Nehmen Sie gegebenenfalls ein Familienmitglied oder einen Freund mit zum Gespräch. Dann können Sie gemeinsam überlegen, wie die nächsten Schritte aussehen sollen. Ist Ihr Angehöriger zu Hause verstorben, besteht die Möglichkeit, den Leichnam dort 36 Stunden lang aufzubahren. Das Bestattungsinstitut holt den Toten anschließend ab.
Praxistipp

Die Kosten der Bestattung müssen die Erben tragen.

  • Versicherungen informieren Hatte Ihr Angehöriger eine Lebensversicherung und eine Sterbegeldversicherung, so müssen Sie diese unverzüglich über den Tod informieren. Diese Versicherungen behalten sich vor, die Todesursache zu prüfen. Versicherungen können die Auszahlung von Geldern verweigern, wenn sie zu spät informiert werden. Sie können im ersten Schritt dort anrufen und nachfragen, welche Unterlagen die Versicherungen benötigen. Kopieren Sie die Unterlagen und versenden Sie sie per Einschreiben mit Rückschein.



Was Sie in den ersten beiden Tagen nach dem Tod des Angehörigen erledigen sollten

  • Bestattungsvertrag abschließen Nach dem ersten Kontakt mit dem Institut müssen im nächsten Schritt die Aufgaben, die der Bestatter übernehmen soll, vertraglich geregelt werden. Das können Aufgaben sein, wie:
    • Eine Todesanzeige in der Zeitung aufgeben (zuvor bei Layout und Formulierung beraten und unterstützen)
    • Bei Organisation der Trauerfeier beraten und unterstützen
    • Den Leichnam in die Leichenhalle überführen und aufbahren
  • Entscheidungen zur Aufbahrung treffen Dazu gehören:
    • Auswahl des Aufbahrungsortes: zu Hause oder in der Leichenhalle
    • Wahl der Totenbekleidung
    • Auswahl des Sarges
    • Ggf. Auswahl der Urne
  • Entscheidungen zur Bestattung und Trauerfeier treffen Dazu gehören:
    • Gästeliste und Einladungen
    • Blumenschmuck
    • Bewirtung und Lokalität
    • Liedauswahl
    • Laudatoren
    • Bestattungsform
Praxistipp

Für die Organisation der Bestattung haben Sie mehr Zeit als 48 Stunden. Besprechen Sie mit den anderen Angehörigen, wie Sie die Trauerfeier gestalten möchten. So fällt Ihnen die Organisation leichter.

  • Sterbeurkunde ausstellen lassen Das Standesamt benötigt dafür den Totenschein, den Personalausweis, die Geburtsurkunde, die Heiratsurkunde bzw. das Scheidungsurteil oder die Sterbeurkunde des bereits verstorbenen Ehepartners.
Praxistipp

Zuständig ist das Standesamt am Sterbeort, nicht am Wohnort. Am besten lassen Sie sich die Sterbeurkunde gleich in mehrfacher Ausfertigung ausstellen. Sie brauchen das Dokument für viele Erledigungen bei Ämtern und mit Unternehmen.

  • Ums Testament kümmern Ist ein Testament vorhanden, müssen Sie es nach dem Tod beim Nachlassgericht des Amtsgerichts am Wohnort des Verstorbenen abgeben. Das Nachlassgericht setzt einen Termin zur Testamentseröffnung an und benachrichtigt die Erben.
  • Wohnung versorgen Kümmern Sie sich um Haustiere und Pflanzen. Stellen Sie Strom, Gas und Wasser ab.
  • Benachrichtigungen Informieren Sie folgende Stellen:
    • Krankenkasse
    • Pflegedienst
    • Lebens- und Unfallversicherung
    • Pfarramt (wenn Sie kirchlichen Beistand wünschen)
    • Arbeitgeber des Verstorbenen
Hinweis

Im 2. Teil der Checkliste erfahren Sie, was rund um Bestattung, Trauerfeier und Grabpflege zu erledigen ist.

Über die Autorin

Silke Jäger ist freie Journalistin und Texterin für Gesundheitsinformationen.

 

Hausnotrufsysteme

Hausnotrufsysteme: Das müssen Sie wissen

Hausnotrufsysteme

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Manche Menschen, die pflegebedürftig sind, müssten rund um die Uhr beaufsichtigt werden. Doch wie können Angehörige in der häuslichen Pflege das leisten? Andere Menschen brauchen zwar keine Rund-um-die-Uhr-Betreuung, sind jedoch anfällig für Verletzungen, zum Beispiel, weil sie unter Schwindelanfällen leiden und sturzgefährdet sind. Es gibt viele Situationen, in denen ältere und pflegebedürftige Menschen plötzlich medizinische Hilfe benötigen. Hausnotrufsysteme können hier für mehr Sicherheit sorgen. Wie sie funktionieren und was Sie bei der Auswahl beachten sollten, lesen Sie in diesem Beitrag. 

Was sind Hausnotrufsysteme?

Ein Hausnotrufsystem ist ein elektronisches Meldesystem, mit dem Sie per Knopfdruck medizinische Hilfe holen können. Der Notruf wird über einen Funksender ausgelöst, den Sie um den Hals tragen können, als Clip am Hosenbund oder als Armband. Die Verbindung zur Notrufzentrale wird durch ein Notrufgerät mit Freisprecheinrichtung sichergestellt. Die Reichweite für das Funksignal beträgt circa 50 Meter.

Für wen sind Hausnotrufsysteme sinnvoll?

Ältere Menschen oder Menschen mit gesundheitlichen Problemen haben oft Sorge, dass sie sich im Notfall nicht bemerkbar machen können. Vor allem dann, wenn sie unter einer chronischen Krankheit leiden oder sturzgefährdet sind, kann ein Hausnotrufsystem für mehr Sicherheit sorgen.

Andererseits können Hausnotrufsysteme auch Belastungen der häuslichen Pflegesituation reduzieren. Sie können einen pflegebedürftigen Angehörigen dann auch einmal beruhigt aus den Augen lassen, um Einkäufe zu erledigen oder Besorgungen zu machen. Außerdem können Hausnotrufsysteme dazu beitragen, dass ältere und pflegebedürftige Menschen länger zu Hause wohnen bleiben können.

In diesen Situationen kann ein Hausnotrufsystem sinnvoll sein:

  • Wenn eine pflegebedürftige oder ältere Person allein lebt
  • Nach Operationen
  • Wenn sie Angst vor Stürzen hat
  • Nach einem Herzinfarkt
  • Bei Gehbehinderungen, Sehbehinderungen oder Hörbehinderungen
  • Wenn wiederkehrende Schwächeanfälle ein Problem sind
  • Nach einem Schlaganfall
  • Bei chronischen Erkrankungen, wie zum Beispiel Diabetes oder Asthma

Wie funktionieren Hausnotrufsysteme?

Es gibt analoge und digitale Geräte. Zurzeit ist die analoge Technologie weiter verbreitet. Die digitale Technologie wird sich jedoch langfristig etablieren, weil sie mit der Digitalisierung der Telefonnetze Schritt halten kann. Digitale Notrufgeräte funktionieren mit jedem Internetanschluss oder IP-basierten Telefonanschluss. Ihre Leistungsfähigkeit hängt aber nicht von der Datenübertragungsgeschwindigkeit ab.

Praxistipp

Lassen Sie sich bei der Installation des Notrufsystems von einer Fachkraft beraten. Testen Sie bei Inbetriebnahme, ob der Notruf aus allen Räumen Ihrer Wohnung, aus dem Garten, vom Dachboden und aus dem Keller funktioniert.

Klären Sie bei älteren Telefonanschlüssen (DSL- oder ISDN-Anschlüsse), was passiert, wenn die Leitungen nicht funktionieren, zum Beispiel bei einem Stromausfall. Überlegen Sie, ob Sie besser ein Gerät anschaffen, das mit einer SIM-Karte ausgestattet werden kann. So funktioniert es über die Mobilfunknetze.

Mobile Hausnotrufsysteme

Mobile Hausnotrufsysteme sind vor allem dann praktisch, wenn man viel allein unterwegs ist. Sie können also für pflegebedürftige Personen mit gut erhaltener Selbstständigkeit interessant sein,  zum Beispiel für Rollstuhlfahrer. Diese Hausnotrufgeräte lassen sich per GPS-Technologie orten. Dank einer SIM-Karte bieten sie so die Möglichkeit, sich über das Mobilfunknetz mit der Notrufzentrale zu verbinden.

Vorteile und Nachteile von mobilen Hausnotrufsystemen

Vorteile von mobilen HausnotrufsystemenNachteile von digitalen Hausnotrufsystemen
Ortung der hilfsbedürftigen Person möglichBei Nutzung des eigenen Handys für den Notrufdienst können Kompatibilitätsprobleme auftreten: Nicht alle Gerät und Mobilfunkanbieter unterstützen die Technologie
Personen mit eingeschränkten Kommunikationsfähigkeiten können Hilfe anfordernZuverlässigkeit kann bei nicht fachgerechten Einstellungen eingeschränkt sein
Für Menschen, die viel unterwegs sind geeignetEin spezielles Handy wird empfohlen (Zusatzkosten)

So läuft die Notrufkette ab

  1. Die hilfsbedürftige Person fühlt sich unwohl oder stürzt.
  2. Sie drückt den Knopf des Funksenders, der um ihren Hals hängt, als Clip am Hosenbund befestigt ist oder am Armband.
  3. Durch den Knopfdruck wird ein Funksignal an die Basisstation übertragen.
  4. Die Basisstation verbindet sich mit der Notrufzentrale.
  5. Der Notruf geht bei der Notrufzentrale ein und über die Freisprecheinrichtung der Basisstation wird ein Sprechkontakt mit der Notrufzentrale hergestellt.
  6. Der Mitarbeiter in der Notrufzentrale sieht auf dem Bildschirm die hinterlegten Daten zur hilfesuchenden Person, wie zum Beispiel Adresse, Kontaktmöglichkeiten der Angehörigen, Vorerkrankungen, Medikation und Zugang zur Wohnung.
  7. Hat die Notrufzentrale den Eindruck, die hilfsbedürftige Person benötigt keine medizinische Hilfe, sondern lediglich Unterstützung, verständigt sie die hinterlegte Kontaktperson. Das kann ein Angehöriger sein oder ein Nachbar.
  8. Hat die Notrufzentrale den Eindruck, die hilfsbedürftige Person benötigt medizinische Versorgung, verständigt sie den Notarzt.
  9. Der eintreffende Rettungsdienst ist bereits mit wichtigen Informationen ausgestattet und kann schnell erste Hilfe leisten.

Worauf Sie bei Verträgen für ein Hausnotrufsystem achten sollten

Es gibt unterschiedliche Anbieter von Notrufsystemen. Sie bieten verschiedene Vertragspakete an. In der Regel können Sie zwischen einem Basis-, einem Komfort und einem Premium-Paket wählen, die sich im Leistungsumfang und Preis unterscheiden.

Praxistipp

Lassen Sie sich von mehreren Anbietern über die unterschiedlichen Pakete und technischen Lösungen beraten.

Im Basispaket sind in der Regel Beratung vor Ort, die Installation der Geräte und die Vermittlung der Hilfedienstleistung enthalten. Manche Dienstleister melden sich regelmäßig bei der Person, um sicherzustellen, dass es ihr gutgeht. Eine solche Abfrage kann im Abstand von 12 oder 24 Stunden erfolgen.

Praxistipp

Achten Sie darauf, dass regelmäßige Wartung der Geräte und der Basisstation im Vertrag festgeschrieben sind. Wenn das Gerät defekt ist, sollten Sie die Möglichkeit haben, es umgehend auszutauschen bzw. reparieren zu lassen.

Für den Fall, dass ein plötzlicher Umzug in Pflegeheim nötig wird oder ein längerer Klinikaufenthalt nötig ist, sollte der Vertrag innerhalb von zwei Wochen zum Monatsende kündbar sein.

Über den Autor

Silke Jäger ist freie Journalistin und Texterin für Gesundheitsinformationen.