Arzneimittel-Botendienst

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Frage an Ihren Apotheker: Viele Apotheken bieten einen Arzneimittel-Botendienst an. Dabei interessiert mich, wie der Botendienst der Apotheke funktioniert und wie ich mir die Beratung vorstellen kann? Muss ich grundsätzlich etwas beachten? Und für wen eignet sich dieses Angebot überhaupt?

Die öffentlichen Apotheken in Deutschland sichern täglich die flächendeckende Arzneimittelversorgung. Über drei Millionen Menschen besuchen jeden Tag eine der rund 19.000 Apotheken. Dabei sind Apotheken für viele Patientinnen und Patienten die erste Anlaufstelle bei Gesundheitsfragen.

Hier erhalten sie schnell, unkompliziert und ohne Termin eine kompetente Auskunft oder werden bei potenziell schwerwiegenden Gesundheitsbeschwerden an ihre Hausärztin oder ihren Hausarzt verwiesen.

Arzneimittel schnell und sicher vom Botendienst

Zum Leistungsspektrum der Apotheken gehört auch der apothekeneigene Arzneimittel-Botendienst. Immer dann, wenn Patientinnen oder Patienten aufgrund ihres Gesundheitszustands an Haus oder Wohnung gebunden sind, kommt der beliebte Botendienst zum Einsatz. Gründe dafür können z. B. Bettlägerigkeit oder Pflegebedürftigkeit sein. Oder pflegende Angehörige haben nicht die Möglichkeit, die benötigten Medikamente in der Apotheke abzuholen.

Der Botendienst wird auch eingesetzt, wenn ein verordnetes Medikament beim Besuch in der Apotheke nicht sofort verfügbar ist und den Betroffenen ein nochmaliges Erscheinen nicht zugemutet werden kann. So kommt das Medikament schnell, kostenfrei, sicher und diskret direkt zu ihnen.

Die Beratung zum gelieferten Arzneimittel erfolgt entweder vorab in der Apotheke, telefonisch oder durch pharmazeutisches Personal bei der Übergabe des Medikaments.

Corona – besonders gefährdete Personen weiter optimal versorgen

Unnötige Kontakte zu vermeiden, war und ist während der Corona-Pandemie weiterhin das oberste Gebot. Dies gilt auch bei der Arzneimittelversorgung durch die Apotheke vor Ort. Seniorinnen und Senioren sowie andere Corona-Risikopatientinnen und -patienten können sich ihre Medikamente von der Apotheke vor Ort nach Hause liefern lassen und so, wenn nötig, komplett pharmazeutisch daheim versorgt werden. Das Gleiche gilt für Personen, die sich in Quarantäne befinden oder Symptome einer Corona-Infektion haben.

Damit ist der pharmazeutische Botendienst ein weiterer wichtiger Beitrag der Apotheken vor Ort, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Bundesweite Erhebungen verdeutlichen dies: Laut einer Umfrage der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V. hatten die Apotheken ihre Botendienste von 300.000 pro Tag vor Beginn der Corona-Pandemie um 50 Prozent auf 450.000 pro Tag in der Corona-Hochphase im März 2020 gesteigert, um in Quarantäne befindliche Personen zu versorgen sowie Risikogruppen vor COVID-19 zu schützen.

Ihre Apotheke vor Ort berät und unterstützt Sie bei Arzneimittel- und Gesundheitsfragen individuell bei jedem Besuch und auch dann, wenn Sie nicht persönlich zu uns kommen können – mit dem pharmazeutischen Botendienst.

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Über den Autor

Apotheker Thomas Preis ist Vorsitzender des Apothekerverbandes Nordrhein e. V. und leitet eine Apotheke in Köln.